Mittwoch, 10. Dezember 2008

Warum wir auf Berge steigen

Unser Hausberg. Iren nennen den in 350 Millionen Jahren konisch zugespitzten Sandstein-Felsen über der Bucht "An Gabhal More" , die große Gabel. Engländer erkannten dagegen Ähnlichkeiten mit dem Zuckerhut von Rio de Janeiro und trugen ihn als Sugarloaf in ihre Landkarten ein. Das Wahrzeichen Glengarriffs bietet jedenfalls 574 Meter über dem Meer den besten Panoramablick weit und breit.


Den Genuss dieses erhebenden Ausblicks muss sich der Gipelstürmer erarbeiten, erlaufen, erwandern. Während Frau Eliane die baum- und krautreichen Gegenden in Meeresnähe vorzieht, steige ich gerne in die Höhe, in die Caha Mountains, auf den Sugarloaf. Eliane kann dieses Tun gar nicht verstehen, immerhin aber wirft ihr Unverständnis die spannende Frage auf: Warum steigen wir (Männer) so gerne auf Berge? Es ist sicher keine Modeerscheinung. Bekanntlich fröhnte schon der alte Moses in alttestamentarischer Zeit dem Bergwandern. Franceso Petrarca, Dichter und Vater des Alpinismus, fand im Berg und nah am Himmel im 14. Jahrhundert keinen geringeren als Gott. Wieder andere versuchten, auf dem Berg die Welt zu erkennen. Verhaltenswissenschaftler wollen im Bergsteiger das ewig balzende Männchen erkennen oder dessen Auseinandersetzung mit dem väterlichen, männlichen Prinzip. Und manche suchen am Berg, der Alltagswelt entrückt, sich selbst. Bergwandern als Selbstfindung, als angewandte natur-therapeutische Selbstheilung.
Wer es weniger psychologisch mag: Auf dem Gipfel ist oben. Und wer dort oben steht, hat den Überblick. Das ist es, was wir suchen und finden: Freiheit für einen Nachmittag und das Gefühl der Erhabenheit. Aber warum müssen wir fast zwanghaft Inseln besuchen, und weshalb zieht es uns ans Meer? No bother. Wir leben im schönsten Land Europas.
Hier die Geodaten des Sugarloaf für Vergnügungswillige:
Höhe: 574 Meter Karte: OS 1/50.000 Nummer 85
Irish Grid Ref: V87375 52950 Breite: 51.717749 Länge: -9.630017

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