Samstag, 6. Dezember 2008

Kleines Manual für den gelingenden Irland-Urlaub

"How to travel Ireland" - Wir werden oft um Tipps für den optimalen Irland-Urlaub gebeten. Heute deshalb im Blog die ersten fünf unserer ganz subjektiven Top Ten Irland-Tipps.

1. Reformatiere die Erwartungen
Ueber Irland und die Iren ist viel Plattes, Klischeehaftes und Falsches geschrieben worden. Vergiss die heile Welt von Whiskey-Romantik, Kerry Gold, friedlich furzenden Schafen und den nettesten Menschen, die an jeder Strassenecke auf Dich warten und viel Zeit fuer ein Schwätzchen haben. Sind die Erwartungen erst einmal neu formatiert, laesst sich dieses uneuropäischste Land Mittel- und Westeuropas mit unverstelltem Blick geniessen. Irland im Jahr 2008 ist aufregend anregend.

2. Lies vorher ein (1!) Buch
Wenn Du zu den Lesenden gehoerst: Reisefuehrer sind langweilig und fuer viele langweilige Reisen direkt verantwortlich. Ein gutes GPS (um zurueck auf die Hauptstrasse zu finden) und „McCarthy‘ s Bar“, der virtuose Reisebericht des irischstaemmigen Englaenders Pete McCarthy, sollten Dich weiter bringen. Pete bereiste Irland mit Leidenschaft und wachen Augen. Sein oberstes Reisemotto: „Gehe nie an einer Kneipe vorbei, die Deinen Namen traegt“. (Tipp 2a: Nimm vor der Abreise den Beinamen „O‘ Sullivan“ an.)
3. Mache Deinen Frieden mit Ryanair (hasse M. O´L. wenn es hilft)
Ryanair-Chef Michael O‘ Leary ist einer der meist gehassten Iren der Welt. Seine rigiden Geschäftspraktiken, sein aggressiver Umgang mit Freund und Feind, vor allem aber die versteckt-fiese Tour, wie Ryanair seine Kunden abkassiert (sicher werden wir bald per Kilo Körpergewicht abgrechnet), haben ihn zum Watschenmann Nummer 1 gemacht. Beschliesse deshalb am besten kategorisch, Dich ueber Ryanair nicht aufzuregen und ausser einem guenstigen Endpreis und dem sicheren Transport nach Cork, Kerry oder Dublin nichts zu erwarten: kein freundliches Personal, kein Uebergepaeck, keine gemuetlichen Sitze, kein kostenloses Getraenk. Auch wenn die Preise nie so gut sind, wie sie zunaechst wirken: Sie sind meistens viel guenstiger als die der Konkurrenz und sie sind im Vergleich zu frueheren Jahren bezahlbar. Es lohnt sich im uebrigen schon deshalb, sich mit Ryanair zu arrangieren, weil die gute alte Aer Lingus entweder bald tot sein oder aber zu Ryanair gehoeren wird. Und weil die Autofahrt vom Kontinent nach Irland grauenhaft lang und teuer ist.

4. Verlasse Dich auf ein kleines Auto
Gut, es gibt Autobahnen in Irland und grosszuegig ausgebaute Strassen gibt es auch. Ich nehme aber an, dass niemand Irland bereist, um das Autobahnnetz zu erkunden oder das zu suchen, was er von daheim schon kennt. Weil wir das Andere suchen, wenn wir reisen, dürfte Euch Eure Irlandreise mit ziemlicher Sicherheit in den Südwesten, den Westen und den Nordwesten des Landes führen, dort vielleicht auf die vielen kleinen Küstenstrassen auf den herrlichen Halbinseln der atlantischen Westküste - und spaetestens dort, lernt man ein kleines Vehikel zu schätzen. Denn abseits der Städte und der Rennstrecken präsentieren sich viele Verkehrswege noch immer wie vor 50 Jahren : eng, kurvig, unausgebaut. Es macht viel Spass, auf diesen Straßen zu fahren, und es fällt (natürlich auch dem Geldbeutel) leichter mit einem kleinen Corsa, einem Fiesta oder einem Polo. Der Linksverkehr ist im übrigen schon nach 20 Minuten kein Thema mehr, die vielen Kreisel lassen Kreuzungs-Stress erst gar nicht aufkommen.

5. Vergiss Dublin
Das Los Angeles Europas, eine stinkende, vom Verkehr erstickte, Dutzende Kilometer nach Norden und Süden planlos wuchernde Grossstadt an einem stinkenden Fluss namens Liffey, bekannt für schlechte Luft und schlechtes Wasser. Das soll der Hit sein? Zugegeben: Es gibt auch das Dublin des James Joyce, es gibt Temple Bar, Stephen‘ s Green und viel Kultur in geschlossenen Räumen. Wer mindestens vier Wochen Zeit für Irland hat, sollte einen Tag in der Hauptstadt einplanen. Auch Soziologen und Stadtplaner mit einem Faible fuer gescheiterte Zivilisationsprojekte müssen unbedingt hin. Für alle anderen gilt: Vergiss Dublin. Es ist der meist überschätzte Ort auf der ganzen Insel. In unserer Negativhistliste Platz zwei hinter Limerick.

Noch fünf Irland-Tipps gibt es morgen. Hier. In diesem Blog.

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