Freitag, 20. Februar 2009

Die Woche in Irland - eine kurze Zusammenfassung

Jetzt auch noch BILD:  Das Irland-Image im Ausland leidet in den letzten Monaten gewaltig. Nach den Negativ-Kommentaren zum irischen Nein zu Lissabon und zum lauten Platzen der Immobilien-Blase verkünden die Medien in Europa nun seit Wochen den nahenden Bankrott derInsel. Das Irland-Bashing hat sich mittlerweile von den Wirtschaftsseiten auf den Boulevard ausgebreitet. Das Massenblatt "BILD" erklärte seinen Lesern gestern "den Aufstieg und Fall" Irlands unter der Headline "Vom Tiger zur Maus". Irland muss nun nicht nur die Ökonomie reparieren sondern auch hart am Image arbeiten. Wir empfehlen: Die Vorzüge der unvergleichlich schönen Natur, die vom wirtschaftlichen Niedergang am ehesten profitiert, wieder stärker herauszustellen (und die Natur als wichtiges Asset pfleglicher zu behandeln).   

Sie glauben, diese Meldung hier bereits gestern und doch anders gelesen zu haben? Sie haben recht: Man muss auch loslassen können. Gerade habe ich die Posts der letzten sieben Tage gelöscht. Unabsichtlich natürlich und ohne ein Backup gemacht zu haben. Ich sollte mich jetzt elend fühlen, habe aber beschlossen das nicht zu tun und den Verlust als interessante Erfahrung zu akzeptieren. 

Hier deshalb eine kleine Zusammenfassung der Meldungen dieser Woche:

Ein Ölteppich gefährdert die Küste von Wexford: Der aus 1000 Tonnen Treibstoff bestehende sechs auf sechs Kilometer große Ölteppich vor der irischen Südküste treibt langsam auf das County Wexford im Südosten der Insel (und auf Wales) zu. Die mutmaßlich von der russischen Marine verursachte Ölverschmutzung, nach Ansicht von Umweltschutz-Organisationen die schlimmste seit zehn Jahren,  wird auf hoher See kaum beseitigt werden können. Die flüchtigen Anteile des Öls verdunsten, an den Stränden werden in etwa zwei Wochen klebrige Ölbrocken angespült werden. Die irischen Behörden beobachten den sich ausbreitenden Ölteppich und erwägen den Aufbau von Ölbarrieren an den Hot Spots, während die russische Marine sich im Abstreiten der Verantwortung erschöpft.  Allerdings: Vorhandene Satellitenphotos sind ein fast sicheres Beweismittel, wenn es später darum geht, wer für die Kosten der Ölpest aufkommen muss.  

Interessante deutschsprachige Blogs über Irland: Es muss nicht Bernd Biege sein, der Irland und die Iren bevorzugt herablassend und schulmeisterlich beschreibt. Wir hatten ihn für seine besserwisserische iren-feindliche Kommentierung kritisiert, was den Caveman Cavan-Man vom Mount Nugent zu unflätigen, Fladen assoziierenden Bemerkungen hinriss – und zu einer bemerkenswerten Offenbarung. Er stellte die Kommentierfunktion für den Post ab, um Reaktionen zu vermeiden. So samma. (Fairerweise sei gesagt, dass Bernds Betrachtungen in dieser Woche milde, nett und bisweilen interessant daherkamen). Wir empfehlen als Alternative jedenfalls die fast tägliche Medienschau des Altmeisters Jürgen Kullmann, der als The Irelandman milde kommentierend eine Auswertung der wichtigsten irischen Zeitungen und RTE veröffentlicht. (Zur Zeit macht der Irelandman aus Dortmund eine Woche nachrichtenfreien Urlaub). Weitere Tipps zu interessanten Irland-Blogs folgen demnächst. 

Neue Hoffnung für die Cork-Swansea-Fähre: Die Tourismuswirtschaft von West Cork beschließt, die Finanzierungslücke von drei Millionen Euro innerhalb einer Woche zu schließen, um die Wiedereinführung der Fährverbindung im April nach zwei Jahren Pause wieder zu ermöglichen. Aktuelles Update: Die Aktion verläuft erfolgreich, bislang haben Firmen und Privatleute hier im Südwesten Irlands Anteilsscheine in Höhe von knapp 2,5 Millionen Euro unterschrieben. Ein starkes Stück Arbeit von Conor Buckley und seinem Team. Es könnte also doch noch klappen...

Kleine Typologie der Deutschen in Irland: Wir hatten verschiedene Existenzformen des Irland-Deutschen anhand von Beispielen skizziert.
1. Der "Ich bin der beste Ire, den es je gab" -Typ.
2. Der "Wir sind alle gute Europäer"-Typ.
3. Der "Ich bin Deutsch und das ist besser so"-Typ. 
Wir kommen darauf zurück, vor allem auf Typ 3. Ende der Zusammenfassung. 

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