Dienstag, 3. Februar 2009

So wird das Wetter in Glengarriff, Irland

Das ist Stefan. Er setzte sich im Jahr 1986 in seinen Suzuki Allrad und ließ das Leben als  Zierpflanzengärtner in Frankfurt am Main hinter sich. Seit 22 Jahren wohnt Stefan nun schon in Derrycreigh, einem Townland von Glengarriff im Südwesten von Irland. Der Langener lebt mit Frau, Kind und Mutter direkt am Meer, er kultiviert einen großen Garten, hält Ziegen, lebt weitestgehend autonom und fährt noch immer seinen geliebten Suzuki Allrad . Zu seinen Hobbies zählt die Meteorologie. 

Als guter Nachbar versorgt uns Stefan immer wenn es wichtig wird mit der aktuellen lokalen Wetterprognose – zum Beispiel, wenn es zum Wandern in die Berge oder in die herrlichen Gärten der Bantry Bay geht. In 22 Jahren hat der Hobby-Metereologe gelernt, das Wetter in der Bucht zu lesen wie kaum ein anderer. Tag für Tag beobachtet er Himmel, Wasser und Bäume, misst die Sonnenscheinstunden, die Regenmenge, die Windstärke und überträgt seine Daten minutiös auf Millimeterpapier.  Wir staunen immer wieder, wie sehr seine Prognose und das tatsächliche lokale Wetter von der allgemeinen Wetterprognose für den Südwesten Irlands abweichen können.

Von Stefan haben wir es nun auch halb-amtlich: 2008 war ein recht scheußliches Jahr. Zwar lagen die Temperaturen (maximum: 26 Grad, Minimum -4 Grad) durchaus im Schnitt, doch die Sonne hatte sich 2008 deutlich weniger als in den Vorjahren blicken lassen. Stattdessen regnete es ein Fünftel mehr als in einem durchschnittlichen Jahr. Das erklärt vieles, denn wir erlebten 2008 als ein Jahr, dem der Sommer geklaut worden war. Wissenschaftlich ausgefuchste Klimamodelle wollen wissen, dass wir im Südwesten Irlands aufgrund der Erderwärmung sehr viel trockenere Sommer bekommen sollen, zumindest 2008 allerdings hielt sich Petrus nicht an die Prognosen. Hoffen wir also auf den Sommer 2009.

Der Januar in der Bantry Bay war übrigens laut Stefan der grimmigste seit 22 Jahren. Janeiro, Jänner, January, irisch: Eanáir kam extrem kalt und nass daher –  mit einigen Frostnächten und viel Regen. So kann´s gehen, im mildesten Land Mittel- und Westeuropas, das sich angesichts seiner aktuellen Staatsverschuldung und der drohenden Liquiditätsengpässe zumindest finanzwirtschaftlich  zum Club Méditerranée zählen lassen muss und in den Ratings für Staatanleihen nun in einem Atemzug mit Italien, Spanien und Griechenland genannt wird.   

Ein Blick auf das Wetter in der Bucht brachte gestern abend übrigens folgendes Ergebnis:
 

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