Donnerstag, 12. März 2009

Paddys Day 2009: Trinken, bis das Kleeblatt blau wird

Saint Patrick ist nicht "Lumpazivagabundus" und damit auch nicht Schutzpatron der Trinker. Das Saint-Patricks-Wochenende gilt in Irland dennoch traditionell als das alkoholischste Wochenende im Jahreszyklus. 

An Patricks Day, dem 17. März, wird der Todestag des Nationalheiligen gefeiert, der Irland im 5. Jahrhundert (zusammen mit anderen Missionaren natürlich) das Christentum bescherte. Am Patricks Day Weekend feiern die Iren mit Parties und Paraden daheim und in aller Welt ihr Irischsein – und das heißt für viele Iren auch in diesem Jahr wieder grün zu sein, blau zu sein, das Kleeblatt im Alkohol zu ertränken.

Doch das Blatt scheint sich langsam zu wenden. Zumindest öffentliche Besäufnisse finden vier von fünf Erwachsenen mittlerweile eher unakzeptabel, und genauso viele meinen, dass Trunkenheit in der Öffentlichkeit eine Sexbremse ist und das andere Geschlecht eher abschreckt. 

Wer das alles herausgefunden hat? Es ist die Getränkeindustrie selbst, die das irische Volk vor dem großen Festwochenende mahnt, mäßig Guinness, Whiskey und Wodka zu trinken, dafür aber umso mehr Wasser. In seltener Eindeutigkgkeit mahnt die Branchen-Inititiative drinkaware.ie

"An diesem Wochenende fordern wir die Konsumenten auf, mit dem typisch irischen Stereotyp der exzesisven öffentlichen Trunkenheit zu brechen. Dies war viel zu lange geradezu ein Synonym für die Patricks-Day-Feiern und muss ein Ende haben."

Dass sich die Zeiten ändern, belegt auch, dass Betrunkensein in der Öffentlichkeit seit dem vergangenen Herbst unter Strafe steht. Wird ein Zecher auf der Straße von der Polizei erwischt, kostet ihn das auf der Stelle 100 Euro und er kauft sich damit immerhin von einer Gerichtsverhandlung frei. Wer sich auch noch daneben benimmt und etwa Nachbars Blumen gießt, zahlt 140 Euro. 

Nach aktuellen Zahlen der Getränkeindustrie ist der Kauf von Alkohol in der Republik Irland in den vergangenen Monaten drastisch gesunken. Am Alkoholkonsum hat sich allerdings nichts geändert, nur die Quellen sind andere geworden: Das preiswerte Englische Pfund, das rund ein Drittel seines Werts gegenüber dem Euro verloren hat, lässt Republik-Iren massenweise über die Grenze nach Nordirland pilgern, um dort billigen Alkohol zu horten. Im Norden hat der Absatz der irischen Droge Nummer eins deshalb dramatisch zugenommen. 

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