Montag, 11. Mai 2009

Irlands Südwesten: Die offene Hintertür Europas

West Cork, das traditionelle Schmuggler-Terrain im Südwesten der Insel, gilt auch heute noch als die offene Hintertür Europas. Im 19. Jahrhundert machte der englische Landadel mit dem Schmuggel von Brandy am Rande Europas lukrative Geschäfte. Heute sind es Drogen- und Waffenschmuggler, die die oft stürmische See und die zerklüftete Küste für ihre Zwecke nutzen. Die unübersichtliche und wenig kontrollierte Atlantikküste gilt als ideal, um dunkle Geschäfte diskret abzuwickeln. Bedauerlicherweise finden auf dem Weg über die südwestlichen Hablinseln Irlands Unmengen von Drogen ihren Weg über das Meer in die Arme und Nasen europäischer Konsumenten. Eine der Transportrouten verläuft von Spanien über Irland nach Großbritannien. Die englischen Medien haben West Cork deshalb als "The Irish Cocaine Coast" bezeichnet.

Dass das sinistre Drogen-Business trotz traumhafter Renditen und riesiger Umsätze nicht für jeden Beschäftigten eine Arbeitsplatzgarantie geben kann, mussten zuletzt allerdings drei Engländer zur Kenntnis nehmen: Sie wurden im vergangenen November in irischen Hoheitsgewässern westlich des Mizen Head mit 1,5 Tonnen Kokain an Bord der Jacht "Dancing with Waves" geschnappt und in Handschellen nach Casteltown Berehaven gebracht. Die weiße Ware war für Großbritannien bestimmt und hatte einen Wert von 400 Millionen Euro. Richter Patrick Moran veruteilte die drei Männer vergangene Woche in Cork zu je zehn Jahren Gefängnis: "Dancing in the Dark".

Der bislang größte Fang der Geschichte gelang den irischen Drogenfahndern im Juli 2007, weil der Zufall es so wollte: Die 1,5 Tonnen Kokain im Wert von 440 Millionen Euro trieben am Mizen Head in Richtung Land. Ein Rettungsboot fand die 61 Pakete mit Kokain (Foto oben) abholbereit in der Dunlough Bay. Der fein ausgetüftelte Plan der Schmuggler war an einer Kleinigkeit gescheitert: Einer der drei Männer hatte Diesel in den Benzintank des Bootes gefüllt. Der kleine Fehler bescherte dem Trio insgesamt 85 Jahre Haft und den irischen Behörden einen unverhofften Fahndungserfolg.

1 Kommentar:

  1. Hi Wanderer!
    hab jetzt endlich mal wieder den Link von deiner Mail angeclickt und mir deine letzten posts durchgelesen.
    interesessant, was das schmuggeln betrifft, aber ganz ehrlich, erwartet man wirklich was anderes?

    und was den gemüsegarten betrifft: sehr gut! ist auch gesünder so! meine jungens wollten das auch machen, aber ich denke die arbeit kann sich doch nicht rentieren... wir asind eben keine gartenleute und bei uns wächst meist doch nichts...
    aber wer die zeit hat: ganz tolle idee und lasst bitte die Chemikalien weg!!!

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