Montag, 18. Mai 2009

Was Deutsche an Irland am meisten hassen

Es sind nicht die hohen Bierpreise, nicht die schlampigen Behörden, auch nicht das opportunistische Nein zum EU-Vertrag von Lissabon. Nein. Wenn deutsche Urlauber an der Insel wirklich etwas ganz besonders hassen, dann sind es die kleinen, kaum sichtbaren Stechmücken, die den Menschen in der warmen Jahreszeit im Freien martern. Das ergab unsere kleine, völlig unrepräsentative Umfrage unter deutschen Irland-Urlaubern in der vergangenen Woche.
"Midges" (Midschies) heißen die nur Milimeter großen Tierchen auf der Insel, und die kleinen Feinde des Wanderers sind als ständiges Gesprächsthema fast so geeignet wie das Wetter. Eigentlich sind die Stechmücken der Familie Ceratopogonidae als schwärmender Alptraum der schottischen Highlands berühmt und berüchtigt, doch sie quälen die Bewohner der Nachbarinsel genauso leidenschaftlich; und es nützt wenig, den ökologischen Nutzen der kleinen Plagegeister hervozuheben.

Hier deshalb ein paar Worte des Trostes und ein paar Tipps zur Bekämpfung von Culicoides Impunctatus, die man im Deutschen als Gnitzen oder Gelsen kennt: Stechen tun nur schwangere Mückenweibchen, die Männer sind vollkommen friedlich. Stechmücken lieben feuchtes Klima, bei Wind und hellem Sonnenschein suchen sie (unfreiwillig) Schutz und das Weite. Bevorzugt gehen die Midges ihrer stechenden Tätigkeit am Morgen und in den Abendstunden nach, wenn das Licht sanfter ist.

Wie hält man die kleinen Plagegeister am besten von sich fern? Ganz ehrliche Antwort: All die chemischen und biochemischen Mittelchen von Autan bis Ecoguard wirken im Marketing besser als in der Wirklichkeit. Auch ätherische Öle wie Citronella , Zeder und Patchouli, auch der Geheimtipp Vitamin B oder die berühmte Knoblauch-Wolke mögen wirken, bieten aber keinen vollkommen zuverlässigen Schutz. Die alten Iren schwören auf den Saft aus den zerriebenen Blättern des Gagelstrauchs (Heidegagel), der überall im Bog wächst und kostenlos zu haben ist. Auch ein Feuer mit viel Rauch kann helfen oder der Zigaretten rauchende Nachbar, der sich für sein stigmatisierendes Laster endlich einmal geliebt fühlen darf.

Am meisten hilft wahrscheinlich eine Mischung aus dem bevorzugten Mittelchen und einer guten Portion Gelassenheit. Wer nicht gerade stark allergisch auf die Stiche wirkt, kann einzelne kleine roten Pünktchen, die ein paar Minuten lang jucken, eigentlich ganz gut ertragen; und immerhin sind die irischen Plagegeister bislang nicht wie andere Stechmücken als Überträger von Krankheiten bekannt – auch wenn man sie neuerdings mit der Blauzungenkrankheit, die Widerkäuer befällt, in Verbindung bringt.

In diesem Sinne: Lasst jucken!

Mücken-Sketch: Eliane Zimmermann

Kommentare:

  1. Gudrun Motzny (Lichtgestalt) sagt dazu:

    Diese Meinung kann ich nur unterstreichen!Irland ohne "Midges"wäre schön, aber würde dann nicht auch etwas fehlen?

    Ich kann nur zustimmen, dass die Stiche dieser kleinen Blutsauger sehr jucken. Aber es ist auch eine gute Übung um Gelassenheit zu lernen. Ich versuche es jeden Tag, denn nach der Woche bei Euch sind diese Reize noch immr meine ständigen Begleiter. Die Betonung liegt auf Versuchen....

    In Irland wurden es täglich mehr und die Hoffnung stirbt bekanntlich zu letzt, diese kleinen roten Beulen verschwinden ja auch wieder, bei dem Einen schneller und bei dem Anderen eben etwas langsamer.
    Also in diesem Sinne toll sind sie nicht aber jeder hat das Recht auf Leben!

    Übrigens unser Niederrhein ist auch für seine Mückenschwärme bekannt, wegen der feuchten Wiesen, aber in so großer Zahl und auf einen Haufen, das gibt es nur in Irland.

    Ach gerade ist mir auch etwas positives zu ihnen eingefallen..
    "Sie surren nicht" !!
    Stimmts oder habe ich Recht?
    Wer kennt nicht diesen Nervtötenden durchdringenden Ton besonders in der Nacht??
    Darum Fingernägel kürzen und die Stellen nur leicht beklopfen , dann entzünden sich die Stiche wenigstens nicht!!

    Bis bald!
    Klopf, Klpopf..

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  2. Grasmilben Markus ! Du hast die f***** Grasmilben vergessen.

    Sla von der Farm,
    Wolfi

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