Samstag, 13. Juni 2009

Dunboy Castle fordert seine Opfer


Ab 535 Euro sollte die Übernachtung in der Nobelherberge "Capella Dunboy Hotel" auf der Beara Peninsula kosten. Im Frühjahr 2008 sollte Irlands erstes "Sechs" (! hoho!) Sterne-Hotel bei Castletownbere öffnen. Doch "Haus Größenwahn" bleibt (wie hier berichtet) angesichts des großen Immobilien-Crashs unvollendet und geschlossen.

50 Millionen Euro sind verbuddelt und eine der größten Bauruinen des Landes zieht nun am Projekt beteiligte Firmen in den Schuldenstrudel. Gerade wurde bekannt, dass die für "Dunboy Castle" zuständige Restaurationsfirma liquidiert werden muss. Das könnte den deutschen Modellbauer freuen, der seit 20 Jahren schon versucht, die Ruine des 1921 von der IRA angebrannten Puxley Mansion (Foto unten) im Maßstab 1:50 nachzubauen. Er kann sich die Pläne nun vielleicht preiswert aus der Liquidationsmasse sichern.



Einige Innenansichten vom einstmals ehrgeizigsten privaten Restaurationsprojekt in der Geschichte Irlands

Der historische Boden, auf dem O´ Sullivan Beres Dunboy Castle und Puxley Mansion stehen, fordert also weiter seine Opfer, wie schon seit über 400 Jahren. Ein an den Bauarbeiten Beteiligter stellte uns aus seiner Digital-Schatulle freundlicherweise einige Fotos zur Verfügung, die die seit 16 Monaten ruhende Großbaustelle aus ungewohnter Perspektive zeigen.

Puxley Mansion im 19. Jahrhundert, bevor es 1921 von der IRA im Unabhängigkeitskrieg als verhasste Ikone der englischen Landlords angezündet wurde

Das unvollendete 65 Millionen Projekt: 50 Millionen Euro sind vergraben und in Stein gemeißelt, doch das investierte Geld "arbeitet" nicht. Ob die Hotelruine fertig gestellt werden wird, wissen allenfalls die Investitionsmanager von CAP Partners in Dublin – und möglicherweise nicht eimal diese. Denn noch immer steht als bislang letztes Wort das von CAP-Chef Michael Humphreys am 11. Januar 2009 abgegebene Statement im öffentlichen Raum: "Wir planen vorläufig, das Hotel Mitte des Jahres zu öffnen". Michael, ein Spezialist für Cross-Border-Transaktionen und Steuersparmodelle, teilte nicht mit, in welchem Jahr.




Das Projekt "Größenwahn":

Bauherr: CAP Partners, Dublin
Architect: RKD Architects
General-Bauunternehmer: PJ Hegarty & Sons
Restauration: Christopher Southgate & Assoc.
Restauration Subunternehmer: Cornerstone Construction

Auszug aus der CapPartners Website:

Michael Humphreys: Michael is a Bachelor of Commerce graduate, a fellow of the Institute of Chartered Accountants in Ireland, and a qualified member of the Irish Taxation Institute and has over 15 years experience in banking, treasury, and taxation. Michael has held a number of senior positions with prominent Irish companies including that of tax manager with Andersen, funding manager with ESB, and structured finance manager with both Bank of Ireland and Investec Bank. Michael has been primarily responsible for advising, underwriting, and arranging large Irish and cross-border specialised finance transactions.


Kommentare:

  1. Das laesst mich hoffen, dass ich mir vielleicht doch noch in ein paar Jahren die Ruine anschauen kann (da bin ich bisher noch nicht zu gekommen)...! So schnell, wie in Irland Alles waechst, haben wir bereits in 20-30 Jahren ein efeuumranktes Denkmal, welches an den Groessenwahn und die Recession des fruehen 21.Jahrhunderts erinnert....
    Aber wer weiss, vielleicht findet sich ja doch noch ein reicher Araber oder Russe...?
    LG Claudia

    AntwortenLöschen
  2. War bisher 3 mal in Irland, letztmalig 2000. Lieblingsplatz und Anlaufstelle Nr.1 war immer schon Dunboy-Castle, einmal wild gezeltet, einmal mit Wohnmobil durch die enge Einfahrt bis zum Schiffswrack vor dem Schloss gefahren und 2 Nächte wild gecampt. Ich hab mich damals schon immer gefragt warum diese kleine Kostbarkeit mit seinem Marmor nicht restauriert wird. Hätte ich die Millionen gehabt, wäre dort ein kleines Schlosshotel mit Bootsanleger für die Mittelklasse entstanden.
    Daher bin ich über die Unvernunft der irischen Regierung oder weiß Gott wer da das Sagen hat ziemlich enttäuscht., denn ich habe mit meiner Frau das Land in der Zeit besuchen dürfen wo man fast überall den neuen Aufschwung dieses wundervollen Land spüren konnte. Von 94 bis 00 haben die Iren einen Quantensprung gemacht den Sie jetzt rückwärts vollführen. Ich finde den Blog super um jetzt wieder auf dem Laufenden zu sein. Danke.

    Benedikt Holzner

    AntwortenLöschen

Wir freuen uns über Deine / Ihre Meinung. Zur Meinung gehört, dass man und frau auch zu ihr stehen und zu erkennen geben, wer diese Meinung vertritt.

Kommentare werden derzeit moderiert.

Bitte benutze (n Sie) eine der angebotenen Identitäten, um sich auszuweisen. Danke. Der Wanderer

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.

IMPRESSUM

Dieser Blog wird geschrieben und editiert von: Good News Media Markus Bäuchle, Eliane Zimmermann, Starlight House, Ardaturrish Beg, IRL-Glengarriff, Co. Cork. mbaeuchle (at) mac.com Haftungsausschluss: Die Texte in diesem Blog wurden von den Verfassern nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrollen und regelmäßiger Aktualisierungen dieses Blogs übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sowie für die Inhalte von Kommentaren sind ausschließlich deren Betreiber/AutorInnen verantwortlich.