Dienstag, 2. Juni 2009

Irland genießt den Sommer – und stromfrei


It´s all peachy in Irland: Seit vier Tagen wärmt uns der Sommer – kein Wölkchen am Himmel und 26 Grad im Schatten, die sich wie 35 Grad anfühlen. Hitzefrei gibt es nicht - dafür haben wir heute stromfrei. Schnell also noch ein paar Zeilen, bevor die ESB Networks wieder einmal den Saft für den Rest des Arbeitstages abdrehen.

Stromausfall – mal spontan von Gewittern verursacht, mal von den Elektrizitätswerken geplant und angekündigt – das gehört im ländlichen Irland noch immer zum Alltag. Im Jahr 2007 zählten wir acht Tage ohne Strom, die überwiegende Ursache: Arbeiten zur Verbesserung der Netzstabilität. Immer wieder auch setzt es den berühmten einen Donnerschlag, der ein paar vergnügliche Stunden ohne Strom ankündigt.

Wie viel das tönende Celtic-Tiger-Gerede wirklich wert war, konnte man immer schon an der fragilen Infrastruktur im Lande ablesen. Das ehemals "reichste Land Europas", als das sich Irland ein paar berauschte Jahre lang feiern ließ, um bald selber an das Märchen zu glauben, leidet bis heute unter schwächelndem Kreislauf und einem anfälligen Nervensystem: Ob Krankenhäuser, Straßen, Schulen, schnelles Internet oder aber das Stromnetz: 15 Jahre allgemeiner Wohlstand reichten offensichtlich nicht aus, die Grundversorgung mit Strom, Gesundheitsdiensten und Transportwegen auf stabile Füße zu stellen (ja, liebe Leser in Dublin 4, wir wissen: in Dublin, zumal in den wohlhabenden Vierteln ist alles gut, gut, gut.)

So nehmen wir diesen Tag, wie die ESB ihn uns anbietet – als unfreiwillige Verlängerung des ohnedies langen Bank-Holiday-Wochenendes. Wir lassen den Strom-Generator im Schuppen, richten uns auf einen Gartentag ein und genießen den Sommer. All peachy!


PS: Groß im kommen auf dem irischen Energiemarkt sind kleine 5Kwh-Windräder für Privathaushalte, nachdem der Staat nun die Rückeinspeisung von Strom ins öffentliche Stromnetz mit 17 Cent pro Kilowattstunde belohnt. Experten gehen davon aus, dass die Kleineinspeiser das instabile öffentliche Stromnetz bald schon in die Knie zwingen werden – was es umso sinnvoller machen dürfte, kleine Windräder anzuschaffen...

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