Freitag, 17. Juli 2009

Kugeln, saure Äpfel und bittere Pillen:
Tausende zittern um ihre Jobs


Entlassen, Dichtmachen, Zusammenlegen und Abspecken: Tausende Lehrer, Ärzte, Krankenschwestern, Sekretärinnen, Mitarbeiter der Regierung, der Ministerien und der lokalen Behörden in Irland müssen ab sofort um ihre Jobs zittern: Die von der Regierung eingesetzte Expertengruppe zur Identifizierung von Sparpotentialen hat ihren Bericht vorgelegt. Der Weg aus der Schuldenfalle – Irland leiht sich derzeit 400 Millionen Euro pro Woche, um den Staatsbankrott zu vermeiden – soll über Einsparungen im Staatshaushalt in Höhe von über 5 Milliarden Euro innerhalb eines Jahres führen.

"An Board Snip", die Experten mit den Rotstiften, schlagen für das kommende Jahr vor: Abbau von 17.000 Stellen im öffentlichen Dienst, Schließung kleiner Landschulen, Entlassung von mindestens 3000 Lehrern, Kürzung der Sozialhilfeleistungen in Höhe von 850 Millionen Euro, Kürzung des Kindergelds, Kürzungen im Gesundheitssystem: 1,2 Millarden Euro, unter anderem durch die Entlassung von 6000 Angestellten bei gleichzeitiger Erhöhung der Arzt- und Rezept-Gebühren.

Weitere Vorschläge: Schließung von Botschaften und Konsulaten; Zusammenlegung von lokalen Verwaltungsbehörden , wie dem Cork City und dem Cork County Council, Zusammenlegung von Ministerien, Erhöhung der Schulbuspreise auf 500 Euro pro Jahr, Gehaltskürzungen für Richter, Justizangestellte und Polizisten; Kürzung der Zuschüsse für die Landwirschaft und für den Tourismusektor, und, und, und. Die gesamte Liste der Vorschläge gibt es hier.

Ministerpräsident Brian Cowen sagte übrigens, dass Irland keine Wahl habe und nun in die "Gewehrkugel", also in den sauren Apfel beißen oder die bittere Pille schlucken muss: "The country has to bite the bullet". Die Rosskur zur Gesundung der völlig desolaten Staatsfinanzen wird schmerzhaft werden und keiner weiß, ob sie wirklich gelingt, oder ob das Land nicht in wenigen Monaten schon doch vom Internationalen Währungsfond "gerettet" werden muss.

Das Glück im Unglück: Die Regierung ist endlich gezwungen, den aufgeblähten, ineffizienten und korrupten Selbstbedienungsladen des öffentlichen Dienstes aufzuräumen. Natürlich waren die Gewerkschaften der Staatsbediensteten wieder die ersten, die gestern laut aufjaulten. Da Papier geduldig und irisches Papier noch geduldiger ist, schauen wir gespannt und genau hin, ob der Staat sich wirklich reorganisieren wird – oder ob er am Ende nur Padraig, Mary und uns bis zum Grünwerden abkassiert.

Kommentare:

  1. Nun, ich denke, da werden die Ideen geboren, die dann nach der September-Wahl in Deutschland auch auf die Tagesordnung der "neuen"? Regierung kommen werden! Haben diese "Entscheider" oder auch Politiker genannt, schon mal was vom "Man kann sich auch zu Tode sparen!" gehört?!??!? Denn, wo bleiben die Ideen-Impulse für Motivation, Konsumbelebung etc.? Oder kommt alles gar ganz anders, als wir alle zur Zeit denken, glauben oder gar glauben zu wissen? Ich schließe mich mit ein.
    Gruß
    Werner(li)

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  2. Wie sagte der "Kaiser": Schaumermal.

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