Donnerstag, 23. Juli 2009

Windeln für Killarneys Kutschen-Pferde?

Das stinkt zum Himmel: In der vergangenen Woche eskalierte in Killarney der Streit zwischen der Nationalpark-Verwaltung und den Pferdekutschern, die zum Bild von Irlands Tourismus-Kapitale gehören wie der Petersdom zu Rom. Zankapfel sind die Pferdeäpfel, die jeden Tag zu Hunderten die Straßen und Wege Killarneys "zieren". Während manchen Landromantikern beim Anblick des Pferdedungs ganz warm ums Herz wird, stören sich vor allem amerikanische Touristen immer wieder gerne an den Ausscheidungen der Vierbeiner. Andererseits gehört gerade für klischeeverliebte Amis eine Kutschenfahrt an den Seen von Killarney oder am Muckross House zu den absoluten "Musts" eines Irlandaufenthalts.

Seit Jahren drängt der Amtsschimmel die Pferdekutscher deshalb, ihren Pferden sozusagen Windeln anzulegen und ihre Ausflugskutschen mit Kotfängern auszustatten. Die Kutscher weigerten sich bis heute hartnäckig und führen dafür tiermedizinische Argumente und Sicherheitsbedenken an: Die Kotfänger würden die Schwänze der Pferde einklemmen, die Tiere önnten sich deshalb nciht mehr gegen Fliegen und Bremsen wehren und würden ihre Nervosität möglicherweise damit kompensieren, dass sie scheuten. Ja, und dann kann es plumps machen, und der Tourist landet sonstwo.

Vergeblich haben die Nationalparkverwalter die Halter von insgesamt 66 lizenzierten Ausflugsdroschken bis heute darauf hingeweisen, dass auch die Pferde in New Yorks Central Park oder die in Wien mit ihren Pampers seit langem gut zurechtkommen. Auch das Argument, dass die mit Steuergeld bezahlten Arbeiter nicht dazu da seien, täglich den Mist privater Unternehmer, nämlich der Kutscher, zu entfernen, verfing überhaupt nicht.

Deshalb war am Dienstag vergangener Woche "Schluss mit Lustig": Die Nationalpark-Beamten fuhren, ausgestattet mit reichlich politischer Rückendeckung, die Poller hoch und sperrten die Kutschen kurzerhand aus dem Nationalpark aus. Die renitenten "Jarveys", wie sie in Irland genannt werden, ließen sich das jedoch nicht gefallen und erwirkten tatsächlich eine einstweilige Verfügung: Seit dem Wochenende ist die Zufahrt vorerst per Gerichtsbeschluss wieder geöffnet.

Die Fortsetzung des Pferdeapfeldramas folgt in wenigen Tagen.

Kommentare:

  1. Super, das Land, der Tourismus in der Krise und dann so was. Als wir damals in Killarney waren, haben wir das "Problem" gar nicht wahrgenommen.

    Alternativen ?
    Vielleicht umweltvertraeglichere, amerikanische Strasssenkreuzer ?
    Oder die Touristen selbst einspannen ?
    Rikschen ?

    Na da bin ich mal gespannt, wie das ausgeht!

    Sla,
    Wolfi

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  2. Als ich zu Fuß im Park von Muckross und Knockreer unterwegs war, hat mich im Laufe der Stunden der Pferdeäpfelduft ganz schön genervt. Er intensiviert sich auch so schön, wenn es drauf regnet... Ich wäre auch für Pferdewindeln.
    Sommerliche Grüße
    Nicola

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