Samstag, 1. August 2009

Das ist Irland: Blaumänner an jeder Ecke, billige Häuser und ein Rekord-Regen

Auch Kriminelle haben Rezession. Irland ächzt unter der Rezession, die Befürchtung, dass Not Diebe macht, hat sich bislang allerdings nicht bestätigt. Die Kriminalstatistik weist zum 30. Juni sogar einen Rückgang der Straftaten im Jahresvergleich um drei Prozent aus. Dennoch brüstet sich die irische Polizei ihrer steigenden Schlagkraft: Alle 20 Minuten, rund um die Uhr, wird derzeit auf der Insel jemand wegen Verdacht auf ein Drogendelikt verhaftet – die Drogenkriminalität hat statistisch um 15 Prozent zugenommen.

Die Polizei hat Konjunktur. Fast prahlerisch mutet auch die Schlagzeile an, dass das 1200 (!) Beamte starke Straßenverkehrs-Corps der irischen Polizei die Zahl der geschnappten Geschwindigkeitssünder innerhalb weniger Monate auf über 1000 pro Tag verdoppelt hat. Neuer Technik sei dank. Oberstes Ziel der Blaumänner ist es natürlich, die Zahl der Verkehrstoten – gerade an Bank Holiday Wochenenden wie diesem - zu senken. Manche Iren reden allerdings auch vom Weg in den Polizeistaat: Die Rechte der Gardai werden gerade wieder massiv ausgebaut, die bürgerlichen Freiheitsrechte dafür eingeschränkt. Blaumänner an jeder Straßenecke; die Gängelung der Menschen auf der Insel durch Polizeikontrollen, Gesetze, Verkehrsschilder nimmt zu – und nähert sich leider zunehmend kontinentaleuropäischem Standard an.

Es gibt sie wieder, die preiswerten Häuser. Im Nord-County Cavan werden an diesem Wochenende 35 Häuser des Ardkill Place Estates aus Liquidationsmasse verkauft. Die Preise haben sich laut Irish Times fast halbiert: Das "Five-Bedroom"-Haus kostet 185.000 Euro statt bislang 350.000. Kleinere Häuser mit drei Schlafzimmern gibt es bereits für 100.000 Euro. Ganz allmählich kehrt wohl Realismus in der Immobilienbranche ein.

Regen-Rekord. Nun ist es amtlich: Der Juli war an vielen Orten Irlands der nasseste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in den 30-er Jahren. Den Titel "Nassester Flecken Irlands" verdiente sich einmal mehr Valentia Island im County Kerry. Dort goss es im Juli 245 Millimeter. Der alte Rekord stand bei 233 Millimeter. Der Flughafen in Dublin brachte es auf 164 Millimeter, der von Cork auf 187. Üblich sind 50 Millimeter im Sommermonat Juli. Aber was ist schon noch üblich?

1 Kommentar:

  1. Na,dann hoffe ich mal, dass es sich langsam ausgeregnet hat, bis ich im September (zum ersten Mal) nach Irland komme.....

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