Montag, 3. August 2009

Irland feiert August Bank Holiday


August Bank Holiday ist, . . . wenn ganz Irland auf den Beinen und Rädern ist, wenn die kollektiv konsumierten Promille auf Jahreshöchststand klettern, wenn es auf den Straßen gefährlicher als sonst zugeht und überall im Land Feste, Feiern und Events stattfinden. Heute ist August Bank Holiday, der erste Montag im August, ein gesetzlicher Feiertag – genauso wie der erste Montag im Mai und im Juni, sowie der letzte Montag im Oktober. Diese vier wochenendverlängernden Montage bilden zusammen mit Ostermontag, dem Neujahrstag, den zwei Weihnachtsfeiertagen und dem Patrick´s Day am 17. März, das Grundgerüst für irische Ferien und Freizeit. Und was hat das alles mit den Banken zu tun?

:: Eigentlich nichts. Bank Holidays sind heute einfach gesetzliche Feiertage, auf die fast alle Arbeitnehmer einen Anspruch haben - auch die Bankangestellten.

:: Historisch Einiges: In England schrieb der "Bank Holiday Act" von 1871 die ersten Montage im Mai und im August in den Feiertagskalender. Die Gesetzesvorlage stammte von Sir John Lubbock, einem fanatischen Cricket-Fan, und er begründete die Feiertagstermine unter anderem damit, dass auch die Bankanagestellten Zeit haben sollten, die traditionellen Cricket-Spiele zu verfolgen. Die Engländer bescherten den Iren neben einigem anderen auch die Feiertagsregelung.

:: Historisch noch mehr: In den USA führte Präsident Franklin D. Roosevelt 1933 währendc der Großen Depression per Gesetz die "Bank Holidays" ein. An diesen Tagen blieben die Banken tatsächlich geschlossen – Die Zangsfeiertage wurden dazu genutzt, insolvente Banken vor dem Kundenzugriff zu schützen und sie zu reorganisieren, um sie vor dem endgültigen Zusammenbruch zu bewahren.

:: Und eigentlich dann doch etwas: Die Irish Times gibt den irischen Bank Holidays an diesem Wochenende eine aktuelle politische Bedeutung: "Wo jeder Tag ein Bank Holiday ist" überschreibt die Zeitung ihre Titel-Karikatur (oben), die einen Finanzminister Lenihan zeigt, wie er seinen Schirm über die Banken hält – während die Bevölkerung im Regen steht. Der Schirm symbolisiert die NAMA, die Bad Bank der Regierung, die im Herbst geschätzte 90 Milliarden Euro an faulen Krediten von den Banken übernehmen soll, um diese zu retten. Wie in den letzten Tagen bekannt wurde, ist die Regierung bereit, im Gegenzug für die Entschuldung die "Sicherheiten" in Form von Grundstücken, Immobilien und Baustellen zu deutlich überhöhten Preisen zu übernehmen. Begründet wird dies mit euphorischen Annahmen über die Marktentwicklung, die Ökonomen weltweit in Hohngelächter ausbrechen ließen. Nur die Steuerzahler lachen nicht. Sie bezahlen die Zeche für die immer währenden Bank Holidays.

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