Freitag, 14. August 2009

Neues von Irlands Internet-Cowboys

Irland am Nachmittag. Kleiner Nachtrag zum Morgen-Post: Das grüne Licht am Satellitenmodem flackert wieder. Wir sind zurück im Online-Leben und dürfen uns mit Euch gemeinsam wundern, wie auf der Insel das Geschäft läuft. Besagter Broadband (DSL)-Provider, der zahlreichen Kunden gestern nacht den Saft abdrehte, war tatsächlich heute morgen nach langen Versuchen ereichbar: Die Firma lebt - nach zwei Pleiten zuvor immerhin eine Leistung - und John O´B. nannte uns sogar den Grund, warum man uns und Andere gestern einfach mal vom Netz nahm.

John´s Firma - sie heißt ABB Telecom und vertreibt das Satelliten-Breitband von SES Astra - hat es in knapp drei Monaten nicht auf die Reihe bekommen, ein funktionierendes Inkasso-Verfahren aufzusetzen. Zwar hatte man sich Einzugsermächtigungen erteilen lassen und diese auch bekommen, doch das Abbuchen funktionierte letztlich nicht. Manch andere Firma, in einer anderen Branche, oder andernorts, hätte sich für ihr Versagen bei den Kunden entschuldigt und die Umstände – leicht geschönt – erklärt. Im irischen Telekom-Geschäft kennt man solche Feinheiten jedoch nicht. Hier herrschen die rauhen Sitten der Internet-Cowboys.

Als die Luft bei ABB Telekom dünn und dünner wurde, zog man einfach die Notbremse, schaltete den Kunden das Internet ab und wartete, bis sie sich beschweren. Dann setzte man ihnen die geladene Pistole auf die Brust und zeigte ihnen die Optionen auf: Entweder die Kreditkartennummer jetzt und sofort, langsam und zum Mitschreiben, oder Du bleibst ausgesperrt, OFFLINE. Das Verfahren, wir wissen es seit heute aus eigener Erfahrung, funktioniert. (Mehr zum Thema gibt es übrigens hier.)

So also läuft das Internet-Business im wilden Westen Europas. Was vielerorts ein Fall für die Anwälte wäre, ist auf der Insel immerhin für eine Randnotiz im Blog gut.

PS für John O´B: Falls Du diesen Blog liest, nimm´s nicht persönlich, alter Cowboy. In der nächsten Firma klappts bestimmt.

1 Kommentar:

  1. Da können wir uns wohl glücklich schätzen, dass wir für einen Providerwechsel zwar ein ganzes Jahr und zig Telefonanrufe gebraucht haben, und der neue Provider beim Wechsel prompt irgendwas verbuxelt hat. Das war zwar lästig, aber wenigstens hatten wir immer Online-Zugang - und der neue Provider war wirklich sehr serviceorientiert und freundlich. Sehr interessant, wenn du vom Alltagsleben in Irland berichtest. Da merkt man mal, dass wir hier in Deutschland oft auf hohem Niveau jammern. Wobei es sicherlich auch bei uns ähnlich fragwürdiges Geschäftsgebaren gibt - glücklicherweise sind wir davon bisher verschont geblieben.

    Viele Grüße aus dem brutzelwarmen Bayern

    Tanja

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