Samstag, 31. Oktober 2009

Halloween in Irland – Blut, Suff und Tränen


Geschäfte brennen, Wohnhäuser stehen in Flammen, in den Straßen fackeln Autos ab, Polizei und Feuerwehr kämpfen nicht nur gegen die Feuer, sie werden von Vermummten mit Steinen beworfen und attackiert; mehr Verletzte als an jedem anderen Tag des Jahres werden in Krankenhäuser eingeliefert. Berichte vom Hamburger Schanzenviertel oder aus Berlin-Kreuzberg in der Walpurgisnacht? Falsch garaten: So wird heute nach Einbruch der Dunkelheit in Irlands Städten Halloween "gefeiert". So zumindest war es in den vergangenen Jahren und so erwarten es die "Sicherheitskräfte" heute.

Die keltische Vorfahren der Iren haben den Halloween-Brauch in vorchristlicher Zeit als Ritual für den Totengott Samhain mutmaßlich erfunden: Irische Auswanderer schleppten den Brauch der Toten-Verehrung in den 3oer-Jahren des 19. Jahrhunderts in den USA ein, von wo er sich in den letzten 50 Jahren unter Marketing-Einfluss wie ein Schweinegrippe-Virus in der westlichen Welt ausbreitete und letztlich auch Kontinental-Europa infizierte.

In das vom Celtic Tiger beherrschte moderne Irland kehrte die alte Tradition als Farce in pervertierter und gewalttätiger Form zurück. Vergesst die Prügeleien von Football-Fans nach den All-Ireland-Finals, vergesst die blutigen Bank Holiday Weekends: Halloween ist in Irland nun die geschäftigste Nacht für Polizei, Ambulanzen, Krankenhäuser und Feuerwehr. Betrunkene Kinder und Jugendliche, Brandwunden, schwere Verbrennungen und Augenverletzungen durch Feuer und Feuerwerke, Millionenschäden: Das Wort "Spuk" hat eine neue Bedeutung.


Verwirrte Seelen lassen sich seit einer Woche schon jeden Abend im Industriegebiet von Tralee in "The NightmareRealm" für zwölf Euro ängstigen und erschrecken. Im "Haus der Angst", einer auf Halloween getrimmten Freak- und Fratzen-Show, haben Menschen ab 16 Jahren Eintritt. Asthmatiker und Leute mit Herzschrittmachern müssen draußen bleiben. "Ireland´s first Scream House". Gruselig.

Im ländlichen Irland ziehen Kinder derweil noch immer ihre friedlichen Runden auf dem Süßigkeiten-Parcour durch die Nachbarschaft: "Trick or Treat" – "Gebt uns Süßes, sonst gibt´s Saures" heißt es heute abend wieder an tausenden Türen, und wer seinen Hund liebt, nimmt ihn ins Haus, bis die kleinen Geister sich wieder verzogen haben.


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