Samstag, 3. Oktober 2009

Das Ergebnis der Wahl in Irland: Ja, ja, ja.

Seit heute morgen wird in Irland gezählt: Nach dem gestrigen EU-Referendum über den Reformvertrag von Lissabon schaut heute die Welt auf unsere kleine Insel am westlichen Rand Europas. Gegen 16 Uhr soll das Ergebnis am heutigen Samstag fest stehen. Bereits gestern nacht hat die Oppositionpartei Fine Gael das Ergebnis einer Wählerumfrage bekanntgegeben, die vor den Wahllokalen durchgeführt worden war. Demnach sollen die Befürworter der EU-Reform auf komfortable 60 Prozent kommen. Die Wahlbeteiligung lag offensichtlich um die 50 Prozent und ist damit nicht wie befürchtet massiv zurückgegangen.

Im Laufe dieses Samstags werden zunächst die Ergebnisse mehrerer Trends und Hochrechnungen bekannt gegeben. Kurz nach 11 Uhr irischer Zeit haben führende Lissabon-Gegner wie Declan Ganley bereits ihre Niederlage eingeräumt, nachdem erste Ergebnisse aus den Stimmkreisen bekannt geworden sind.

Kommentare:

  1. So, ich bin dann mal foh, dass es doch recht eindeutig ein "Ja" der meisten Iren gab! Die Regierung zum jetzigen Zeitpunkt abzustrafen, waere der falsche Weg gewesen. Nun wird das folgende Jahr interessant...Ich bin davon ueberzeugt, das Irland die Stabilitaet Europas braucht um wieder Fuss fassen zu koennen und denke, der Tag war wichtig fuer das weitere Leben der Menschen in Europa! Jetzt geht der Blick Richtung Polen und Tschechien, die den Vertrag noch Ratifizieren muessen.

    Waere es heute zu einem "Nein" gekommen, haette es evtl. dazu fuehren koennen, das Deutschland und andere "starke" Nationen (Einwohnerzahl und Einfluss im Europaeischem Parlament) sich abgesondert haetten und "ihr Ding" vorangetrieben haetten. Es ist aber in meinen Augen wichtig, das jedes Land Mitspracherecht hat (von dem Nutzen in einem grossem Europa heutzutage mal abgesehen).

    Wir freuen uns heute auch aus ganz persoenlichen Gruenden.

    Gruss

    Claudia

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  2. Es ist zwar nachvollziehbar, dass man nach jedem Strohhalm greift, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht (das haben die Deutschen 1933 auch so gehalten), trotzdem bleibt es ein Witz, wenn man ein Volk so lange zur Wahl bittet, bis das Ergebnis der politischen Klasse passt. Nachgerade eine demokratische Bankrotterklärung ist es jedoch, wenn alle anderen EU-Staaten aus Furcht vor ihrer Bevölkerung diese gar nicht erst zu einem Referendum einladen. Mag sich über ein solches fragwürdig legitimierte Europa freuen wer will - ich nicht.

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  3. Die Iren werden den Preis zahlen müssen. In den nächsten Jahren wird sich Irland eines regen Zustroms moslemischer Migranten aus dem Balkan, der Türkei und Arabien erfreuen, der auch just ab dem Moment, in dem die skandinavischen Länder sich der EU anschlossen, in eben diese Länder begann. Die Wirtschaft ist vorerst gerettet (worunter auch zu verstehen ist, dass die EU keine Handelshemmnisse aufbaut), die Grenzen werden dafür weit geöffnet...

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  4. Was soll daran schlimm sein, Anonym, so Dein Szenario eintreffen sollte?

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  5. Lieber Anonym,
    das Schöne an Clichés ist, dass man sich manchmal doch darauf verlassen kann: der südosteuropäisch-nordafrikanische Muselmane wird, wenn er denn die Wahl hat, keinesfalls in nasse und kühle Regionen migrieren. Schau Dir nur mal das eklatante Gefälle der maghrebinischen Durchrassung zwischen der Bretagne und der Provence an. Insofern wird auch Irland unter EU-Dominanz eine Insel des "weißen Mannes" bleiben. Ich denke, lieber Wanderer, dass das mittelfristig ein erheblicher Standortvorteil werden kann. Insofern würde ich das Ausbleiben des Horror-Szenarios unseres Anonymus durchaus als vorteilhaft einschätzen.

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  6. Ich glaube, da liegt ein Denkfehler vor. Wenn man mal von Calais aus Richtung Dover rueberfaehrt (oder einfach nur mal die Nachrichten sieht oder liest), da bekommt man schon sehr gut mit, wieviele Afrikaner alles moegliche tun, um nach Grossbritannien zu kommen. Am Wetter kann es also nicht liegen...

    Ich persoenlich wuerde es als Bereicherung des Lebens in Irland sehen, wenn nach wie vor Menschen aus aller Welt dort eine neue Heimat suchten - das Leben ist bunter geworden nachdem Afrikaner, Brasilianer, Chinesen, Letten, Polen, Russen u.a. deren Kultur mitgebracht haben. Natuerlich gibt es in Irland auch Fremdenfeindlichkeit, doch hoffe ich, das Vorurteile und Unwissenheit nicht in dem Masse, wie z.B. in Deutschland vieles Zerstoeren! Das liegt natuerlich an jedem Einzelnem...

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  7. Liebe Claudia,
    Great Britain ist nicht wirklich ein Gegenargument - aufgrund der kolonialen Vergangenheit gibt es dort große, ethnisch homogene Communities aus dem ehemaligen Empire, und das lässt auch einen Pakistani oder Kenianer Nässe und Kälte besser ertragen. Der vergleichsweise überschaubare Migrationsdruck auf z.B. Norwegen, Finnland, Island - und natürlich Irland spricht für meine Vermutung.

    Und - ach ja! - zu den multikulturellen "Bereicherungen": Wenn Du nah genug an oder in einem der türkisch-arabisch-osteuropäischen Ghettos einer deutschen (oder französischen) Metropole lebst, wird Dich die Realität eines Schlimmeren belehren, und dann wirst Du dankbar sein für ein Irland, das im Sinne einer europäischen Leitkultur "weiß" geblieben ist. Das meine ich mit "Standortvorteil" - und es ist kein Widerspruch dazu, wenn ich den netten Brasilianer, Afghanen oder Kongolesen von nebenan nett finde, solange seine Ethnie einen gewissen Prozentsatz an der Population nicht übersteigt. Klingt politisch nicht korrekt, ist aber so.

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  8. @Galahad: Mit der Benutzung des Begriffs "Durchrassung" stellst Du Dich selber in eine bedenklicje Geistestradition. War das Deine Absicht?

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  9. Lieber Galahad,

    dann haettest Du gleich mit der historisch/politischen Erklaerung begruenden koennen, wo ich Dir sicherlich nicht widersprechen moechte. Hinzufuegen moechte ich jedoch, dass Einwanderer ja nun oft dahin gehen, wo sie Verwandtschaft und Freunde vorfinden (vielleicht nicht in jedem Fall Deutsche, aber um die geht es ja hier grad nicht).
    Wer weiss, wie es in Irland in 20, 30 Jahren aussehen mag...? Das bleibt dann wohl geduldig abzuwarten - wenn sich das Klima in Afrika (und nicht nur dort) z.B. soweit aendert, das Laender, die einen noch nicht so hohen Emigrantenanteil aufweisen, dann auch interessant werden, weil die anderen dicht machen und keine Fluechtlinge und auslaendischen Arbeitskraefte mehr aufnehmen. Da waere Irland, nichtzuletzt dank des Wassers (das Erdoel der Zukunft, meiner Meinung nach) vielleicht eine Alternative...

    Gruesse Claudia

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