Freitag, 20. November 2009

Die Überschwemmungen in Irland haben nun einen Namen: Die schlimmsten seit 1989.

Die schlimmsten Überflutungen seit 1989, an manchen Orten seit den 70er Jahren, halten Irland in Bann. Am schlimmsten betroffen ist die Westküste. Vor allem die Menschen in den Counties Sligo, Galway, Clare, Kerry und Cork kämpfen mit den Folgen von Regenfällen, die um das Vierfache über der durchschnittlichen Regenmenge eines ohnehin wasserreichen Novembers liegen. Häuser, Schulen, öffentliche Gebäude, auch Krankenhäuser mussten evakuiert werden.

Heute nun eitel Sonnenschein, als wäre nichts gewesen. Ein milder frühlingshafter Wintertag. Doch der scheint nur ein Intermezzo, die Ruhe vor dem nächsten Sturm: Für Samstag und Sonntag sind erneut Dauerregen und heftige Winde angesagt.

Das Wasserchaos fordert auch seinen Tribut in der virtuellen Welt, die uns längst eine so reale geworden ist: In vielen Teilen des Landes ist das Internet ausgefallen, die Networks kämpfen mit großen Problemen, viele Kunden von Eircom, BT und Three sind ohne Internet. Auch wir.

Dieser Post kommt über eine Notleitung zu Euch. Es kann sein, dass wir auf diesem Blog eine Zwangspause einlegen müssen. Wir werden sehen.

Kommentare:

  1. Mensch, ich hoffe, dass hat bald ein Ende mit dem Regen! Das ist ja unglaublich! Schlimmer noch finde ich, diese Unvorbereitetheit (gibt es das Wort ?) der irischen Behoerden und Politiker - wundert mich aber nicht wirklich...! Und was das kosten wird...! Aber die EU wird Irland schon in trockene Tuecher wickeln, nicht wahr...? Irgendwie erinnert mich diese Flut an das Elbe-Hochwasser vor einigen Jahren, aber einige Unterschiede gibt es da wohl schon...

    Euch wuensche ich, dass Ihr nicht mehr, als nur durch das Internet abgeschnitten von der Welt sein werdet! Alles, alles Gute!

    Viele Gruesse

    Claudia

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  2. Claudia,

    was haetten die denn machen sollen ? Einen Regenschirm ueber Irland spannen ? Den Ventilator ausstellen ?

    :-)

    Sla,
    Wolfi

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  3. Ich sitze perönlich grade mitten in Cork in meiner nassen Wohnung und bin mit der Arbeit der Rettungskräfte mehr als zufrieden. Die Ausmaße der Flut sind schockierend. Das schlimmste ist, dass das Trinkwasser knapp wird, da die Leitungen gekappt sind und in den Geschäften meist alles ausverkauft ist. Dennoch hat die untergegangene Stadt eine unheimliche Schönheit. Die Weihnachtsbeleuchtung spielgelt sich nun vielfach und soeben ist mir ein Vater mit seinen Kindern in einem Boot begegnet. Dennoch hoffe ich sehr, dass der Regen uns diese Nacht verschont. Vor lauter Wasser auffangen bin ich bisher kaum zum schlafen gekommen. God save Ireland :)

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  4. Wolfi, ich hatte gelesen, dass die Gullies (alternativ Gullys, such es Dir aus) z.B. vom Herbstlaub sehr verstopft waren/sind. So, wie ja dauernd von Fruehjahr bis Herbst Leute die Hecken stutzen, haetten sie mit beginnendem Herbst die verstopften Abfluesse regelmaessig saeubern koennen (das wird jetzt nachgeholt). Ueberhaupt gibt es sehr wenige Gullies und das Kanalisationssystem in Irland (auch in GB), na ja...das weisst Du ja selber. Ist schon klar, das selbst ein perfektes Abwassersystem diese Unmengen von Wasser nicht haette aufnehmen koennen, aber es gibt ja Loesungen, die unter Fachleuten nicht nur diskutiert, sondern auch in einigen Laendern eingesetzt werden (bei Sturmfluten und auch Hochwasser bei Fluessen, Bsp.Deiche). Ich wunder mich nur, warum die Inselmenschen sich nicht von Niederlaendern (oder Deutschen) z.B. beraten lassen (sind oder waren sie da beratungsresistent?). Nun sind die Kosten immens, nichts ist in der Kasse und die Wetterprognosen werden in der Zukunft nicht besser werden...abzusehen ist das doch schon seit Mitte der 90'er. Ich mag ja falsch liegen, aber man sollte doch in besseren Zeiten vorbauen, oder nicht? Sorry, ich finde jetzt grad nicht den Link, den ich suche, aber kuerzlich gab es in HH z.B. den "aqua alta"-Kongress (No 4), indem Vorgehensweisen bzgl. der Konsequenzen der Global Warming besprochen wurden, und auch Firmen ihre Techniken praesentiert haben (u.a.). Es ist doch schon laengst 5 nach 12, finde ich.

    (Sorry, bin etwas genervt grad, hat aber nichts mit Deinem post zu tun!)

    Viele Gruesse auf die Farm und Alles Gute fuer die kommende (oder aktuelle?) stuermische Zeit, Wolfi

    wuenscht Claudia ; )

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  5. Anonym, das freut mich natuerlich.
    Fuer Kinder (und bestimmt auch fuer manch Erwachsenen) ist sowas bestimmt auch recht abenteuerlich. Ich wuerde auch mal gerne mit dem Kanu einen Schaufensterbummel machen, aber ehrlich gesagt, waere das ein sehr kurzfristiges Vergnuegen, wenn man an all den Aerger denkt, den die Ladenbesitzer (teils die, bei denen ich mich beworben und die ich kennengelernt hatte)und Privatpersonen jetzt mit Saeubern und Trockenlegen haben! Und Du natuerlich auch! Also tauschen mag ich nicht mit Dir - das dauert doch ewig, bis die Feuchtigkeit raus ist...! Natuerlich kann die Widerspiegelung der Weihnachtsbeleuchtung einen gewissen Charme haben und auch Cork als Klein-Venedig hat sicherlich auch seinen Reiz, aber frag mal z.B. in Dreseden: ich glaube, die Leute haben auch keine Lust auf die Wiederholung ihrer Jahrhundertflut...und wuenschen moechte ich es Keinem!

    Aber, auch Dir Alles Gute! Und vor Allem, dass die Wasserversorgung einigermassen klappt!
    Schoen, das die Rettungskraefte Alles im Griff haben, wie Du sagst! Da, wo ich bin, bekommt man keine genauen Informationen, daher freut mich so eine positive Nachricht!!!

    Viele Gruesse Claudia

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  6. Claudia, das sollte keinesfalls den Eindruck erwecken als wären mir die Ausmaße dieser Katastrophe nicht bewusst. Wir werden noch lange mit den Folgen dieser sintflutartigen Regenfälle kämpfen müssen. Aber gerade aufgrund dieser schrecklichen Ereignisse ist es wichtig nicht den Kopf zu verlieren, besonders wenn man direkt betroffen ist. Die Helicopter in der Luft, der sonore Sound der Sirenen der Rettungskräfte und eine Sturmwarnung nach der anderen verbeiten bereits genug Panik unter den Bürgern hier. In einer solchen Notsituation finde ich es aber sehr wichtig nicht den Kopf zu verlieren. Also verweile ich manchmal im Augenblick, schaue mir diesen leuchtenden Baum und die lachenden Kinder im Kanu an und habe ein paar Minuten des Glücks. Das lenkt mich nur kurzfristig von der Wasserknappheit und meinem schwimmenden Schlafzimmer ab, aber so verfall ich nicht in Panik! Mit meinen 21 Jahren mag das vielleicht naiv erscheinen, aber für mich persönlich ist dies der beste Weg nicht durchzudrehen hier ;) Ich hoffe sehr, dass es euch da draußen einigermaßen gut geht. In welchem Teil befindest du dich denn??

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  7. Nein, sorry! Ich habe das gestern Abend in meinem ganz persoenlichem Chaos etwas in den falschen Hals bekommen und denke, ich verstehe Dich schon (auch, wenn ich mich nicht in Cork in einem schwimmendem Schlafzimmer befinde). Ich bewundere Dich fuer diese Ablenkungsstrategie, die auch recht sinnvoll ist, um nicht abzudrehen! Und naiv finde ich das ganz und gar nicht!!!
    Ich moechte durch meine Fragen auch keine Panik verbreiten, doch macht man sich auch so seine Gedanken und Sorgen, um Leute, die man kennt oder mit denen man befreundet ist und die man gerade in Cork waehnt!

    Ich hoffe, Du kommst bald in einigermassen trockenem und gesundem Zustand aus der Bruehe heraus!! Und behalte Dir die besonderen Momente, sowas haelt einen in diesen Situationen auf den Beinen!

    Alles Gute von einem trockenerem Ort

    wuenscht Claudia

    P.S. : Hast Du Leute, bei Denen Du unterkommen kannst oder bist Du ganz alleine...?

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  8. Hi Claudia,

    ein Abwassersystem wird mit 300 % Sicherheitsspanne berechnet - hab ich mal gelesen...rauschen dann 500 % durch...dann ist Wassertreten angesagt :-) Das hatten wir in den spaeten 90 ziger mal in Rheinhessen, bin wach geworden als meine Hand aus dem Bett fiel und im Wasser war :-)))

    Zu den Gullys kann ich nix sagen, wir haben hier gar keine...ehrlich!

    Mein Tipp: Eigenverantworlich denken, solange man kann und in Irland - mit den Trinkwasserproblemen - sollte man Filter im Hause haben, da kannst Du aus Pfuetzen Mineralwasser machen...

    Ich hoffe das Genervte sich gelegt hat - ist schlecht fuer die Gesundheit :-)

    Wolfi

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  9. @Wolfi: Du hast natuerlich Recht! Wobei ich bezweifel, dass jeder so ein Survival-Man ist, wie Du! Und wenn man jwd wohnt, wie Du, steht eine entsprechende Vorsorge sowieseo ausser Frage. Aber, so als Stadtmensch gewoehnt man sich doch recht schnell an Annehmlichkeiten (auch an die "irischen"). Und ich denke, es bedarf schon einer Menge Disziplin, Courage und Eigenverantwortung, um so zu leben, wie Du!

    Ansonsten bin ich froh, dass mir eine Wassererfahrung, wie Du sie schilderst bisher erspart geblieben ist!

    Tja, Gullies - wie gesagt, sehr viele habe ich in Irland auf dem Lande noch nicht gesichtet! Da scheint jedes INKA-System besser zu arbeiten...aber, bei den Wassermengen ist es wohl hoffnungslos (da muesste man mal die Experten fragen...).

    Sonst geht's besser, danke der Nachfrage.

    Alles Gute, Wolfi ; )

    Claudia

    P.S.: Der German Coast Guard - Spot ist klasse!

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