Dienstag, 15. Dezember 2009

Irlands wirklich gefährliche Orte: Die Krankenhäuser


Für Gesunde existiert diese Schattenwelt nicht, im Alltag wird diese Realität gerne ausgeblendet – bis man selber Hilfe braucht oder einen Angehörigen oder Freund besuchen muss. Die Rede ist von den Krankenhäusern Irlands. Sie zählen zu den gefährlichsten Orten auf der Insel, und der nette Begriff "Hospital", in dem das Wort "Gastlichkeit" mitschwingt, sollte nicht darüber hinwegtäuschen: Irlands Krankenhäuser sind die ungastlichsten Orte schlechthin.

Es zählt zu den großen Tragödien dieses Landes, dass es in den Jahren des vorübergehenden Reichtums - bekannt als the Celtic Tiger Years – keinen politischen Willen gab, das Gesundheitssystem auf ein akzeptables Niveau zu bringen, das mit dem eines Viertwelt-Landes nicht verwechselt werden könnte. Jetzt sind die öffentlichen Kassen leer, und die Lage der Krankenhäuser wird sich in den kommenden Jahren nicht zum Guten verändern.

Unangenehm sind die Krankenhäuser, weil sie zumeist überbelegt, unterversorgt, schlecht ausgestattet und schlecht verwaltet werden. Gefährlich sind sie, weil es oft schon an der Einhaltung der einfachsten Hygienestandards mangelt. Der Bericht über das Krankenhaus von Limerick, der es vor wenigen Tagen in die TV-Hauptnachrichten schaffte, ähnelt dem aus anderen Heilsinstituten und ist deshalb typisch: Die Gastfreundschaft im Hospital von Limerick gilt vor allem Staub, Schmutz und Bakterien.

Wer in Irland wegen einer minder schweren Erkrankung ins "Kranke Haus" geht, muss mit dem Schlimmsten rechnen: Der ältere Herr, der seine chronische Bronchitis stationär behandeln lassen wollte und dann am allgegenwärtigen Krankenhaus-Superbazillus MRSA starb, ist einer von zahlreichen "Kollateralschäden" des irischen Gesundheitssystems.

In dieser Woche wurde bekannt, dass das irische Krankenhaus auch der Ort ist, wo man sich leicht die Schweinegrippe holt. 20 Patienten haben sich bislang nachweislich im Hospital infiziert, einer starb an der schweinischen Krankenhausgrippe.

Foto: University Hospital Cork

Kommentare:

  1. Sehr geehrter Wanderer
    Sicherlich ist in Irland nicht alles zum Besten, genauso wenig, wie es in Ihrem Heimatland, als auch im meinem ist. Als Ausländer permanent auf den Schwachpunkten des Gastlandes herumzutrampeln, finde ich nicht die feine Art. Was wollen Sie damit erreichen? Andere vor dem Auswandern abhalten? Dann bitte haben Sie aber auch den Mut dazu und schreiben dies eindeutig, ohne sich hinter den Negativberichten zu verstecken!
    Gerade im Falle des Gesundheitswesens verschweigen Sie leider, dass mit dem Health Information and Quality Authority Board (www.hiqua.ie) eine Organisation geschaffen wurde, die sich genau dieser Thematik annimmt. Ich möchte nicht darauf eingehen, ob und welche Fortschritte dort bereits erzielt wurden. Ich kenne aber in dieser Organisation Mitarbeiter, die sich ehrlich bemühen und unter den gegeben Rahmenbedingugen einen guten Job machen. Vielleicht recherchieren Sie auch einmal in diese Richtung und machen sich die Mühe, Positives zu finden. Auffallend für mich ist, dass Ihre Blog-Beiträge in der letzten Zeit viel Negativ-Beiträge sind und im Niveau stark abgefallen sind. Damit heben Sie sich leider zum Nachbar-Blog www.irlandinside.blogspot.com nicht mehr ab. Wenn es Ihnen in Irland nicht mehr gefällt, warum gehen Sie dann nicht zurück in Ihre alte Heimat?
    Gerne möchte ich dies als vorweihnachtliche konstruktive Kritik verstanden wissen und wünsche Ihnen schöne Festtage.
    Mit freundlichen Grüssen
    Wilfried Mähr

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  2. Lieber Herr Mähr,

    erst einmal hoffe ich, dass es sie gibt, und dass ihr Nomen nicht ein Omen ist. Darf ich Sie deshalb bitten, mir eine Email zu senden, damit wir auf gleichem Niveau diskutieren können.

    Danke für Ihre konstruktive Kritik. Es isr mir selber schon aufgefallen, dass sich die kritischen Berichte in letzter Zeit vermehrt haben. Es mag daran liegen, dass sich die Probleme im Land in den letzten Monaten massiv zugespitzt haben. Sie irren sich aber, wenn Sie glauben, ich wolle andere davon abhalten hierher zu ziehen oder das Land zu besuchen. Das Gegenteil ist der Fall.

    Wir betreiben mit Wanderlust einen kleinen Wanderveranstalter und freuen uns über jeden Gast, der zu uns kommt. Dennoch wollen wir nicht verschweigen, was hier nicht funktioniert und was im Land selber diskutiert wird. Wir haben im übrigen die gleichen Rechte wie die Einheimischen und müssen uns nicht verstecken. Wenn sie Irinnen und Iren über die Verhältnisse in den Krankenhäusern befragen, werden sie genau dieselben Antworten bekommen.

    Bei allem bemühe ich mich, die Wirklichkeit in Irland sachlich zu beschreiben, also genau nicht "auf den Schwachpunkten des Gastlandes rumzutrampeln".

    Im Übrigen empfinde ich es weiterhin als wunderbares Privileg, in einem so schönen Land leben zu können. Wir leben hier gerne und wird werden hier lange bleiben. Ich werde mich bemühen, dem künftig mehr Ausdruck zu verleihen.

    Danke also noch einmal für die Kritik. Das einzig Verletzende daran ist, dass Sie unseren Blog mit dem Stänkerer-Blog aus Cavan in einen Topf werfen. Das tut verdammt weeeeeehhhh.

    Wanderer

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