Mittwoch, 30. September 2009

Irland wählt - wir wählen mit

Zwei Tage noch – und Irland spielt zum vierten Mal in zehn Jahren "Zünglein an der Waage" für ganz Europa. Am 2. Oktober lässt die Regierung auf der Insel das Wahlvolk nach dem "Nein" vom Juni 2008 zum zweiten Mal an den Urnen antreten und verlangt eindringlich ein "Ja" zu den EU-Reformverträgen von Lissabon. Wir werden sehen, ob Dauerabstimmen auch dieses Mal zum gewünschten Ergebnis führt – bei der Volksabstimmung zu den EU-Verträgen von Nizza in den Jahren 2001 und 2002 jedenfalls hat der Doppelpack funktioniert. Auch wenn manche Nein-Propagandisten das Plebiszit gerne zur General-Abstimmung gegen Europa stilisieren: Das ist es natürlich nicht. Es geht schlicht und einfach darum, ob sich das politische System Europa - mit dem Segen Irlands – reorganisieren, reformieren und für die Aufgaben der Zukunft einrichten kann.

Während nur spärliche Informationen für den Fall verfügbar sind, was im Falle eines erneuten "Nein" von der Insel mit Irland im speziellen und mit dem Reformprozess für die EU im allgemeinen geschehen würde, fragen sich auch in Irland lebende deutsche Auswanderer, wie sie denn am Freitag abstimmen sollen. Ja, ganz richtig: Es gibt eine ganze Reihe deutscher Bürger in Irland, die – ganz ohne doppelte Staatsbürgerschaft und ohne den Erwerb der irischen Staatsbürgerschaft – regelmäßig bei Volksentscheidungen und nationalen Parlamentswahlen wählen dürfen.

Es erscheint völlig legitim in einem Europa mit Niederlassung- und Berufsfreiheit, dass nicht-irische Bürger mit festem Wohnsitz auf der Insel auch volle politische Partizpationsrechte genießen – legal nach irischem Recht (wie auch nach deutschem oder französischen) ist es freilich nicht. Denn die staatlichen Ansprüche an das nationale passive Wahlrecht ihrer Bürger sind noch immer dem alten und überkommenen nationalstaatlichen Erbe verpflichtet.

Wie kommt es also, dass Deutsche in Irland am Freitag munter wählen gehen, obwohl das nur legitim und nicht legal ist? Genaues weiß man nicht, soviel aber schon: Bis vor wenigen Jahren hat man es in Irland mit dem Wähler-Register nicht sehr genau genommen, ein Einwohnermelderegister gibt es nicht, und so fiel manchem ausländischen Residenten, ja sogar manchem Teilzeitresidenten mit irischem Ferienhaus, das Wahlrecht einfach in den Schoß – nur weil er hier war und bei Briefträger, Pfarrer und Wirt persönlich bekannt war. Wen wundert das in einem Land, in dem der Zugang zur Wahlurne bis vor kurzem unkonventionell geebnet wurde, wenn der Wirt des örtlichen Pubs die regelmäßige Anwesenheit des Wahlbürgers formlos bestätigte?

Da mag man als bürokratie-gedrillter und voll-verwalteter Deutschbürger schmunzeln, lachen oder sich gar ärgern – bei allen Vergleichen des politischen Systems Irlands mit anderen EU-Staaten wird indessen gerne vergessen: Irland ist ein junger Staat, seit der Unabhängigkeit im Jahr 1922 gerade einmal drei Generationen alt. Eindeutig eine Republik wurde Irland erst 1949, als die letzten staatsrechtlichen Bindungen zu Großbritannien gekappt wurden, und eine eigene freie Währung gab es erst ab 1979 ( – und dies bis 2002).

PS: Dem Wanderer bleibt der Zugang zur Wahlurne am Freitag leider versperrt. Er kann zwar das Lokalparlament des County Cork und das Europaparlament mitwählen. Nicht aber das Parlament Irlands – und eine Stimme bei irischen Volksentscheiden hat er auch nicht. Noch nicht.

20.000 Besuche – Vielen Dank

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs "Irland - Berichte von der Insel". Darf ich heute zwischendurch einfach einmal Danke sagen. Seit November letzten Jahres hatte die Irland-Website bis heute mittag genau 20.000 Besuche. Aktuell freuen wir uns über 4.000 Besuche im Monat. Wir starteten klein und wir bleiben bescheiden. Und dennoch bauen wir das Angebot für Irland-Freunde – seien es nun Besucher oder Bewohner der Insel – nach unseren Kräften Stück für Stück aus. Also: Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren.

Dienstag, 29. September 2009

Von Hecken-Schützen und von
Hecken, die schützen

Die irische Hecke ist bei Botanikern und Urlaubern beliebt – vor allem, wenn sie mit knallroten Farbtupfern (Fuchsien) oder blütenweißen Ornamenten (Weißdorn und Schwarzdorn) die Ränder der Straßen in Irland ziert.

Die Hecke, eigentlich ein lebender Zaun, der aus einer Reihe ineinandergewachsener Büsche und Bäume besteht, hat auch in Irland die beste Zeit hinter sich. Das Pflanzen von Hecken, vornehmlich aus stacheligen Gesellen wie Weißdorn, Schwarzdorn, Ilex, Brombeere und Ginster, sowie aus Fuchsien und kleineren Bäumen galt auf dem irischen Land Jahrhunderte lang als kunstvolles Handwerk – boten die Hecken doch allen Landnutzern Schutz, Abgrenzung, Eingrenzung für die Tiere und sichtbare Eigentums-Struktur.

Die Erfindung des Stacheldrahts im Jahr 1873 in den USA machte nicht nur den Cowboys langsam den Garaus, sondern löste auch die lebenden Zäune mehr und mehr ab. Stacheldraht ist preiswert, muss nicht geschnitten werden, und braucht nicht Jahre, bis er gewachsen ist: Den Nachteil hat die Hecke, denn sie benötigt nun eigentlich keiner mehr. Keiner?

Dass die Hecke in Irland heute allenfalls von Touristen, Ökologen und Pflanzennarren geschätzt wird, zeigt schon das schwere Gerät (Foto) an, mit dem die öffentlichen und privaten Straßenwarte alle Jahre wieder die herrlichen Straßen-Begrenzungen kurz und klein schneiden, abschlagen und abhauen. Nur ganz allmählich verbreitet sich das Wissen, dass die Hecken wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen sind und dass sie als Verkehrswege für Vögel, Fledermäuse und Kleingetier durch den Dschungel der menschlichen Zivilisation dienen.

Das Phänomen des Hecken-Schützen hat mit der Pflanzen-Hecke übrigens gar nichts zu tun. Der Begriff leitet sich vom Verb "hecken" ab. Der Hecken-Schütze ist jemand, der etwas aus-heckt, der aus dem Verborgenen, aus dem Hinterhalt schießt und der dies heimlich und nicht legitimiert tut. Dass er dabei hinter einer Hecke lauert, kann sein, ist aber nicht notwendigerweise der Fall. Moderne Hecken-Schützen, wie man sie auch aus Internet-Diskussionsforen zur Genüge kennt, verbergen sich beispielsweise lieber hinter Computern, Avataren und virtuellen Masken.

Montag, 28. September 2009

Tipps zum Wandern in Irland (9):
Über Zäune klettern und politisch werden!

Wandern in Irland ist eine wunderbare Sache – gerade im Südwesten der Insel, wo Berge und Meer, gepflegte Schafweiden, nette Dörfer und romantische Inselchen ein idyllisches Gesamtbild abgeben. Herrliche Landschaften, reine Luft, tolle Ausblicke – wenn dann das Wetter noch mitspielt, wird die Wanderwoche zum unvergesslichen Erlebnis.

Alles in Butter also? Immerhin schlagen auch die Tourismusvermarkter von Fáilte Ireland und Tourism Ireland wieder verstärkt die Trommel für Wander- und Natur-Erlebnisurlaub auf der Insel, nachdem sich der maulkranke Keltische Tiger erst einmal an seine Zahnprothesen gewöhnen muss.

Alles in Butter also, auf den Wiesen und Weiden von Kerry? Alles im Lot in den Bergen von Cork? Leider nicht. Zurück von zahlreichen Touren stellt der Wanderer fest, dass die Voraussetzungen für wandernde Urlauber trotz aller Werbemaßnahmen nicht besser geworden sind. Irland leidet – und das nicht nur im Südwesten und Westen – unter gravierenden Zugangsproblemen. Die Landschaft wird vielerorts abgesperrt und verrammelt mit Zäunen, verschlossenen Toren, Stacheldraht. Wanderer werden von sperrigen Bauern abgeweisen, zur Umkehr gezwungen. Sehenswürdigkeiten werden von abschreckenden Rinderherden "bewacht" und "gepflegt". Es gibt in Irland bis heute vielerorts nur ein rudimentäres öffentliches Wanderwegenetz, und der freie Zugang zu den Bergen, das in England anerkannte "Right to Roam" oder "Right to Ramble", ist auf der Grünen Insel bis heute ein Fremdwort.


Einige Beispiele, wie es Wanderern schwer gemacht wird, sich ohne ortskundige Führung zurecht zu finden und die Touren in einem von den natürlichen Resourcen her besten Wanderländer Europas wirklich voll zu genießen:

Beispiel Beara Way bei Glengarriff: Ein einzelner Querulant, dessen Rechte dazu noch strittig sind, hat im vergangenen Jahr mehrfach Wanderern den Weg auf der alten Straße nach Adrigole versperrt und sie zum Umkehren gezwungen. Der Teilabschnitt des Weges wurde darauf hin offiziell gesperrt; im Winter wurde mit viel gutem Willen ein nördlicher Umleitungsweg gebaut. Statt der reizvollen Südroute hoch über der Bucht sollen Wanderer nun den äußerst beschwerlichen Nordweg nehmen. Immerhin haben sie eine Alternative.

Beispiel Sheeps Head Way: Der gerade mit einem wichtigen Europäischen Preis zelebrierte Fernwanderweg auf der Sheep´s Head Peninsula macht gerade viele positive Schlagzeilen. Dass der Weg im Abschnitt des vermeintlich romantischen "Poet´s Way" fast unbegehbar ist, weil der dort ansässige Farmer die Kuhherde ganze Arbeit hat verrichten lassen, merken weder die Preisrichter noch die Leser großer Elogen auf den sheeps Head Way. Nur wer poetengleich im Schlamm versinkt, wird eine abweichende Meinung kultivieren. Damit kein falscher Verdacht aufkommt: Der Wanderer hält den Sheep´s Head Way insgesamt für einen der spektakulärsten Wanderwege Irlands.

Beispiel The Paps, Kerry: Die beiden busenförmigen Berge zwischen Ballyvourney und Killarney gelten als leicht zu besteigende Gipfel mit herrlichen Aussichten. Zu recht. In 690 Metern Höhe genießt man den weiten Blick auf die Seen von Killarney und auf die McGillycuddies. Vor den Blick haben Farmer und Forstleute allerdings beträchtliche Hürden gestellt. Bis man sich ins freie Weidegelände vorgekämpft hat, abolviert man einen Hindernislauf über Parcours von Zäunen, Stacheldrahtverhau und Toren.

Beispiel "Steinkreis von Kealkil": Dieses hervorragend erhaltene und exponiert gelegene Jahrtausende alte Steinmonument am Beara-Breifne-Weg soll seit diesem Jahr von Wanderern eigentlich nicht mehr besucht werden : Am Eingangstor prangt ein neues Warnschild "Gefahr: Vorsicht vor dem Bullen". Am Ende sind es nur harmlose Kühe, die sich genüsslich die Rücken an den Steinen reiben und das Umfeld der Anlage in einen großen Sumpf verwandeln. Die Abschreckung durch die Steinkreiswächter auf vier Beinen funktioniert dennoch prima.


Beispiel "Alte Festungsanlage auf Whiddy Island": Tatsächlich und unvermittelt einem massiven furchteinflößenden Bullen und etwa 50 Milchkühen, Kälbern und einem Esel begegnet, wer den Eingang zum Festungshügel sucht. Ein zweifelhaftes Vergnügen an einem eigentlich hochinteressanten und faszinierenden Ort, der nach Besuchern vom Festland förmlich lechzt.


Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, der Wanderer wählte bewußt Beispiele, die er gerade selber wieder erlebt hat; zu zitieren wären genauso gut hunderte andere Orte und Fälle, wo wandernde Urlauber schnell an ihre eigenen Grenzen stoßen, wenn sie auf eigene Faust unterwegs sind. Auch wenn der Wanderer gerne einräumt, dass es zu seinen Beschäftigungen gehört, Ortsfremde sicher und unterhaltsam ans Ziel zu führen und dass dies mit Ortskenntnis und guten Kontakten gut gelingt, so meint er doch, dass die vielen Negativerfahrungen von Wandersleuten dem Bild vom Wanderland Irland ganz und gar nicht gut tun.

Der zuständige Minister, Éamon Ó Cuív, hat zwar vor einigen Monaten großspurig angekündigt, dass er die Zugangsprobleme innerhalb eines Jahres zu 90 Prozent lösen will. Der Bürgerinitiative "Keep Ireland Open", Verfechter eines offenen Zugangs für Wanderer, ist allerdings verborgen geblieben, wie Ó Cuiv dies schaffen will. Der Regierungspolitiker setzt auf die freiwillige Kooperation der Grundeigentümer, also der Bauern. Dass er diese Unterstüzung bekommen wird, ist jedoch völlig zweifelhaft: Die großen Bauernverbände halten von den Plänen des Ministers wenig. Derweil zitiert "Keep Ireland Open" eine aktuelle Studie, derzufolge die irischen Zugangsprobleme längst die gravierendsten in ganz Europa sind.

Die Regierung muss wohl die fortschreitende Verbarrikadierung und Abriegelung des ländlichen Irlands und das ungehemmte Primat von Privateigentümer-Interessen mit klaren Gesetzen in die Schranken weisen und den offenen Zugang für Wanderer und Spaziergänger gesetzlich regeln. Ansonsten bliebe nicht nur Alles beim Alten; denn die Lage spitzt sich – mit Ausnahme auf den wenigen staatlich geförderten Wanderwegen – Jahr für Jahr mehr zu.

Um ein positives Signal zu setzen, dass wir Wanderer eine klare landschafts-öffnende Politik der Regierung unterstützen, können wir die Bürgerinitiative "Keep Ireland Open" anschreiben und per E-mail unsere Meinung kund tun: Please open up the Irish Countryside. Danke fürs Mitmachen.

Sonntag, 27. September 2009

Endspiel für den Ampelmann



Es gibt Berufe, die nur eine einzige Qualifikation erfordern: Geduld. Die Fähigkeit, endlose Lange-Weile zu ertragen und das Nichts-Tun zu kultivieren. Zu ihnen zählt der irische Ampelmann. Noch trifft man ihn auf Straßenbaustellen im ländlichen Irland, wo er mit einem großen Holzschild den einspurigen Verkehr regelt. Er tritt gerne im Doppelpack auf und erinnert uns an den Witz, wie fünf Ostfriesen, Kerrymänner oder andere belächelte Ethnien eine Glühbirne auswechseln (Einer stellt sich auf den Stuhl, vier andere drehen den Stuhl im Uhrzeigersinn).

Der Ampelmann ist gleichzeitig Symbol der Goldenen Zeiten der Vollbeschäftigung und der "guten", alten Zeit vor Erfindung des elektrischen Lichts. Automatische Ampelanlagen bedrohen seine Existenz und werden ihn früher oder später verschwinden lassen. Nur die Preise für mobile Ampelanlagen halten ihn noch eine Zeit lang im Spiel.

Die Kinder hinten im Auto singen: "Ich wünscht, ich wär ein Ampelmann und hätte keine Not. Ich drehte einfach dann und wann mein Schild von Grün auf Rot." Die Kinder wissen noch nicht, wie schwer es ist, sich acht Stunden am Tag gepflegt zu langweilen.

Samstag, 26. September 2009

Die MS Deutschland ankert vor Irland – und wo ist Christoph Ransmayr?



Der Wanderer ist kein Seebär. Er nimmt aber zur Kenntnis: Vor seiner Haustür liegt gerade die MS Deutschland, das "Traumschiff". Deutschlands bekanntestes Kreuzfahrtschiff ankert einen Tag lang am Gun Point in Glengarriff Harbour, bevor es am späten Samstagabend zu einer Viertagesreise nach Neufundland und Kanada ansetzt. An Bord auch schauspielerndes ZDF-Serien-Personal wie der kränkelnde Ex-Doktor Dressler aus der Lindenstraße oder der immer flirtbereite Jungschauspieler, der im Dorf verzweifelt und doch erfolglos nach Öko-Tabak ("Gesünder Sterben") Ausschau hält.


Die Touristen auf dem Traumschiff zeigen sich hoch zufrieden: Sie bekommen für ihr Geld etwas geboten. Auch die Reederei Deilmann und die angeschlossenen Veranstalter leiden in der Wirtschaftskrise. "Zwei für Einen" oder "Halber Preis für die Begleitperson" sind nun an der Tagesordnung. Wer Geld hat, sollte jetzt reisen und kann gute Deals machen.

Derweil geht die Kreuzfahrtsaison in Irland für dieses Jahr langsam zu Ende. Noch zwei, drei Schiffe und die Winterpause beginnt. Die geschnittenen Eindrücke vom Dreh auf dem "Traumschiff" werden in ein, zwei Jahren auf dem deutschen Seniorensender ZDF als Folge "Indian Summer" zu sehen sein.

PS: Eine Dame von der MS-Deutschland fragt uns nach Christoph Ransmayr, der doch "in West Cork wohnte und nun nach Brasilien ausgewandert ist – ein Jahr, nachdem er in Wien geheiratet hat". Soweit der Originaltext, der neugierig macht. Ja, der aus Österreich stammende Schriftsteller Christoph Ransmayr lebte einige Jahre in der Gegend von Skibberreen, West Cork. Wo er abgeblieben ist? Fragen wir Harald, den belesenen Österreicher in Irland – und hoffen wir auf eine aufschlussreiche Antwort.

Freitag, 25. September 2009

Das ist Irland: Algenalarm, EU-Referendum, Cork-Swansea-Fähre, Trinkgelage


Algenalarm an Irlands Stränden. Eine wuchernde Grünalge macht den Küstenbewohnern im Süden Irlands zunehmend zu schaffen: Der Meersalat (Ulva lactuca)* überzieht die Strände zwischen Clonakilty und Cork mit einem glitschigen grünen Teppich, der schließlich abstirbt und schwer erträgliche Geruchswolken freisetzt. Badegäste und Bootsbesitzer klagten in diesem Jahr ganz besonders über das offensichtlich rapide zunehmende Problem mit dem Meeres-Salat. Der essbare grüne Schmodder kann bis zu einem Meter tief wachsen, überzieht mittlerweile ganze Küstenabschnitte, lässt Sandstrände verschwinden und legt Motorboote lahm. Nun haben sich in Clonakilty, wo man auf die lokalen Sandstrände immer ganz besonders stolz war, 100 Betroffene versammelt und die Behörden aufgefordert, die grüne Pest schnellstmöglich zurückzudrängen. Das Cork County Council zeigte sich willig, aber mittelos. Man weiß einfach nicht, wie der Kampf gegen die Algen Erfolg haben kann. Ein Zusammenhang mit landwirtschaftlicher Überdüngung und mit der Einleitung von ungeklärten Abwässern mangels Kläranlagen darf vermutet werden.

* Meersalat (Ulva lactuca), auch Meerlattich genannt, ist eine mehrzellige Grünalge. Meersalat enthält besonders viel Magnesium, Kalzium sowie Vitamin A, Vitamin B12 und Vitamin C. An fast allen Meeresküsten wurde oder wird er auch gegessen; roh als Salat oder zermahlen im Brot, um dieses länger feucht zu halten. Der Meersalat kann getrocknet in Biogasanlagen zur Abwasserreinigung verwendet werden (Quelle: Wikipedia).

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Guinness feiert die berühmteste Droge Irlands. Pünktlich zum Münchner Oktoberfest, was manche als den größten Drogenumschlagsplatz der Welt bezeichnen, hat der Getränke-Gigant Diageo seine Marketingmaschine zum 250. Geburtstag der Guinness Brauerei angeworfen und gestern den frisch erfundenen "Arthur´s Day" zu Ehren des Gründervaters mit Events in Dublin, New York, Lagos und Kuala Lumpur ("Selbst der Muselmann stößt mit Onkel Arthur an") exerziert. Die weltweiten Drink-ins mit Irlands berühmter brauner Sauce dürften den Absatz des im Heimatland zuletzt schwächelnden Dunkelbieres weltweit auf neue Rekordhöhen treiben. 50 Millionen Mittrinkern will Diageo gestern auf dem gesamten Globus einen eingeschenkt haben. Wir stoßen mit einem Glas "Bulmers" auf "Arthur and the Stout" an.

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Der Kampf um Europa tobt. Eine Woche vor dem erneuten EU-Referendum auf der Insel wird der Wahlampf um den EU-Reformvertrag von Lissabon mit allen Mitteln geführt (Foto oben). Vor allem die katholischen und linken Fundamentalisten machen mit millionenschweren Desinformations-Kampagnen Stimmung für eine Ablehnung des Vertrags, mit der die Europäische Union neu strukturiert und organisiert werden soll. Interessante Behauptungen der Treaty-Gegner: "Soll Irland wieder eine Provinz werden?" "Woll Ihr noch viel mehr Einwanderung?", "EUthanasie droht" oder "Der EU-Vertrag untergräbt Irlands wirtschaftliche Zukunft". Die irische Regierung stemmt sich nach Kräften gegen die Nein-Kampagnen, und das scheint Teil des Problems. Sie ist bei der Bevölkerung derart unten durch, dass offensichtlich viele Iren ein Nein zum EU-Vertrag mit einem Nein zur Fianna Fáil-Grünen-Regierung verwechseln.

Laut aktueller Irish-Times-Umfrage hat sich die Zustimmung zum Vertrag dennoch auf 48 Prozent (plus 2) stabilisiert, die Reformgegner legten um vier Prozent auf 33 Prozent zu, während die Zahl der Unentschiedenen um 6 auf 19 Prozent sank.

Der Wanderer hält das Referendum vom 2. Oktober aus dreierlei Gründen für eine fragwürdige Veranstaltung:

1. Hier wedelt der Schwanz mit dem Hund. Vier Millionen Iren (und davon nur die Wahlberechtigten) bestimmen am kommenden Freitag wesentlich über die Existenz von einer halben Milliarde Menschen in Europa, wenn sie abermals über eine EU-Verfassung, die nicht so genannt werden darf, abstimmen. Die Aufmerksamkeit, die unserer kleinen Insel an der Peripherie Europas durch die erneute Volksbefragung zuteil wird, erscheint unangemessen.

2. Demokratische Entscheidungsfindung wird ad absurdum geführt, wenn man das Volk solange abstimmen lässt, bis das Ergebnis passt. Das irische Wahlvolk hatte den EU-Vertrag im vergangenen Jahr bereits abgelehnt.

3. Die EU ist bis heute eine elitäre, volksferne Veranstaltung, die sich bei den Bürgern nur unzureichend legitimieren konnte. Umso gravierender, dass ein kleiner Teil der EU-Bevölkerung vergleichsweise große Partizipationsrechte in Form eines Referendums genießt,während diese der großen Mehrheit bislang vorenthalten wurden. Man hätte als deutscher Wähler hier und da auch mal gerne direkt "Ja" oder "Nein" gesagt. Das schafft Verdruss, wo eigentlich zunächst viel Sympathie für das Projekt Europa vorhanden war.

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Comeback der Cork-Swansea-Ferry im März 2010. Heute wird die Julia ihre Reise von Finnland nach Irland beenden und in Cork anlegen. Das 27 Jahre alte Fährschiff gehört jetzt einer Kooperative aus West Cork, der Kaufpreis betrug 7,8 Millionen Euro. Mit der Übernahme des Schiffs, das auf zehn Decks 1860 Passagiere, 440 Autos und 30 Frachtfahrzeuge aufnehmen kann, gilt der Neustart der Fähre zwischen Irland und Wales als gesichert. Die Julia soll den Dienst auf der "Fastnet Line" zwischen Swansea und Cork im März kommenden Jahres wieder aufnehmen. Der Betrieb war im Jahr 2006 eingestellt worden – ob die Wiederbelebung mitten in einer schweren Rezession klappt, muss sich zeigen. Die Fastnet-Kooperative, eine Tochter von West Cork Tourism, muss jedenfalls in den kommenden Monaten weitere 2,5 Millionen Euro an Spendengeldern für den Betrieb auftreiben, nachdem im vergangenen Jahr in West Cork und Cork bereits 2,5 Millionen Euro von Tourismusbetrieben und Unterstützern über Anteilsscheine eingesammelt worden waren.

Donnerstag, 24. September 2009

Beängstigende Aussichten für Dingle

Dieser Beitrag über die Arbeitslosigkeit in Dingle stammt von Gastautorin Nicola.

Als bekennender Dingle-Fan halte mich natürlich auf dem Laufenden, was so auf der Pensinsula passiert. Auf der Website www.dinglenews.com kann man die aktuellen Arbeitslosen-Zahlen für das County Kerry vom August 2009 lesen: Allein in der Dingle Area sind jetzt 664 Leute beschäftigungslos gemeldet, im County insgesamt sollen es 75 Prozent mehr als im August 2008 sein.


Im Jahr 2006 hatte Dingle laut Volkszählung 1.920 Einwohner. Die gezählte Bevölkerung teilt sich auf in Kinder, Rentner, Studenten, "Familienbeschäftigte", Arbeitsunfähige, sowie 977 Menschen über 15 Jahren in Arbeitsverhältnissen und 78 Arbeitslose (Quelle: CSO). Das macht insgesamt 1.055 im Außenverhältnis Arbeitsfähige und Arbeitswillige. Damit sind grob zwei Drittel dieser Menschen auf Dingle heute arbeitslos.

"Eine beängstigende Aussicht angesichts des kommenden Winters", schreibt Dingle News und fügt hinzu: "... das mag nur die Spitze des Eisbergs sein". Es wird mutmaßlich in den kommenden Monaten noch schlimmer.


Ich bin bestürzt, angesichts solcher Zahlen wird der Begriff "Wirtschaftskrise" für mich erst so richtig greifbar. Das ist schon eine Katastrophe, da geht es dem deutschen Arbeitsmarkt bisher ja vergleichsweise super, Opel hin oder her. Im August 2009 betrug die Arbeitslosen-Quote in Deutschland 8,3 Prozent.

Man fragt sich nun: Gibt es ein Rettungsprogramm für die Wirtschaft in West Kerry und anderswo? Dazu Dingle News: "Stimmen fordern die Regierung auf, das bestehende Gewerbe zu unterstützen. "Udaras na Gaeltachta und andere Regierungsbehörden unterstützen zwar Geschäfts-Neuansiedlungen in der West Kerry Gaeltacht, aber es wird wenig getan, um der alteingesessenen Wirtschaft zu helfen. Das sollte überprüft werden", meinte ein ortsansässiger Geschäftsmensch." Und das ganz hurtig, würde ich sagen!



Das Foto stammt aus der Zeit der Großen Depression in den USA in den frühen 30er Jahren und zeigt arbeitslose Menschen vor der Arbeitsbehörde.

Begegnungen mit Fiona, Goldy und einer Göttin in Cork City

Auf einem seiner Spaziergänge in der City von Cork, der heimlichen Hauptstadt Irlands, begenete der Wanderer drei interessanten Persönlichkeiten und zwei überirdischen Wesen. Die Fünf sind allesamt sehr geduldig und warten immer an denselben Orten auf interessierte Besucher. Wer kennt die Orte, wer die Namen dieser stummen Bewohner der Stadt?

Diese leicht geschürzte Dame ist weltweit unter anderem als Petunia Dursley bekannt. Im wirklichen Leben heißt sie Fiona, wurde im Couty Cork geboren und im Jahr 2002 von Victoria Russel in Öl verewigt. Wo findet man sie?

Dieses himmlische Wesen ist in Cork als "Goldy Angel" bekannt. Es heißt, wenn man seine Trompeten hören kann, sei das Ende der Welt nah. Das hinderte unbekannte Diebe im Dezember 1998 nicht daran, die Instrumente zu stehlen. Sie wurden 48 Stunden später auf der anderen Seite der Stadt unbeschädigt wiedergefunden. Wo thront der goldene Engel?


Diese Dame mit verbundenen Augen, im Hauptberuf Göttin, logiert unweit von Goldy – sie ist ihm gewissermaßen nah, ohne ihn sehen zu können.

Bleiben die beiden bärtigen Poeten, die einem stets Gesellschaft zur Kaffee- oder Teestunde in einem bekannten Café der City leisten. Der Maler Ricky Lynch hat die beiden Künstler mit leichter Hand auf die Leinwand gepinselt. Wo trifft man sie?

Die Antworten stehen im Kommentarfeld.

Mittwoch, 23. September 2009

Cork und die viergesichtige Lügnerin

Doppelgesichtigkeit kennt man natürlich auch in Irland - bis hinauf ins County Cavan. Dass die Wahrheit aber gleich vier Gesichter zeigt, das gibt es wahrscheinlich nur in Cork. St Anne´s in Corks Stadtteil Shandon ist die wohl berühmteste Kirche der Stadt. Im Jahr 1722 gebaut am Ort, wo die mittelalterliche Kirche St Mary´s stand, wurde das Kirchenschiff im Jahr 1749 um den markanten Turm ergänzt, der bis heute hoch über der Stadt thront. Im Jahr 1847 schließlich - auf dem Höhepunkt der katastrophalen Hungersnot - baute der Uhrmacher James Mangan eine Kirchturmsuhr mit vier Zifferblättern ein – eins für jede Himmelsrichtung. Damit die armen uhr- und zeitlosen Bürger der Stadt endlich die Uhr lesen konnten.

Weil der Wind oft scharf um den exponierten Turm pfeift, verstellt er immer wieder die Zeiger der Uhr – je nachdem, aus welcher Richtung er bläst. Das führte immer schon dazu, dass die Turmuhr von Shandon unterschiedliche Uhrzeiten in die vier Himmelsrichtungen anzeigt, was ihr den Namen "The-Four-Faced-Liar" eingetragen hat – die viergesichtige Lügnerin.

Ein alter Cork-Witz thematisiert die Uneindeutigkeit der einzigen vier-seitigen Turmuhr der Stadt: Ein Amerikaner fragt einen Corkonian, warum die Shandon-Uhr vier verschiedene Uhrzeiten anzeigt. Er bekommt zur Antwort: "Wofür bräuchten wir vier Uhren an einem Turm, wenn sie alle dieselbe Zeit anzeigten."


Die Wetterfahne – ein rund vier Meter langer Fisch auf der Kirchturmspitze – hat in Cork den Namen "The Goldy Fish". Er grüßt hoch über die Stadt hinweg den "Goldy Angel" – mehr über ihn demnächst. Der Stadtteil Shandon ist übrigens immer einen Besuch wert – ein Sprung über den Nordarm des Lee hinauf nach Shandon gleicht einer Zeitreise in das "Pre-Celtic-Tiger-Cork".

Cork City - Liebe auf den 10. Blick


In diesen wohlig-milden Septembertagen erkennt der Wanderer einige grundlegende innere Veränderungen: Dass er nach fast zehn Jahren in Irland noch immer die deutschen Wahlkrämpfe und Wahlen verfolgt, versteht sich von selbst. Dass er erstmals vergessen hat, seine Briefwahlunterlagen für die Bundestagswahl zu beantragen, zeugt indessen von einer gewachsenen Distanz zum "Mutter-und-Vaterland" – und schockiert ihn selbst ein wenig.

Eigentlich konnte der Begriff "Nicht-Mögen" das antipathische Verhältnis des Wanderers zur Stadt Cork nicht hinreichend ausdrücken. Nun, nach einer Dekade der zwangs-läufigen Reisen in die 80 Kilometer entfernte City, beginnt er sich anzufreunden, beginnt, die lieblichen, die interessanten, die verborgenen Seiten der Stadt am River Lee zu beachten, zu schätzen, ja, zu mögen. Es ist wie Liebe auf den zehnten Blick – doch auch das gibt es. CORK IS GREAT! Leser des Irland Blogs seien vorgewarnt: In den kommenden Tagen gibt es einige Fotos aus Cork – aus möglicherweise ungewohnter Perspektive.

Dienstag, 22. September 2009

Skellig Michael – Stairway to Heaven

Skellig Michael, einer der schönsten Orte Irlands, sorgt erneut für Negativ-Schlagzeilen. Auf dem bizarren Klosterfelsen im Atlantik, zwölf Kilometer vor der Küste Kerrys, stürzte am Wochenende eine amerikanische Touristin in den Tod. Die 57-jährige Frau aus New York, die die Insel mit ihrem Mann besuchte, stürzte zehn Meter in die Tiefe und starb an Kopfverletzungen. Bereits im Mai war ein 77-jähriger Amerikaner auf Skellig Michael ums Leben gekommen. Nun ist die Aufregung groß, und die Regierung kündigte eine umfangreiche Untersuchung der Sicherheitsvorkehrungen auf Skellig Michael an.

Der Wanderer hatte das aus dem 7. Jahrhundert stammende Kloster auf der Spitze des Inselfelsens im vergangenen Jahr besucht. Der anstrengende Weg zu der einzigartigen "UNESCO World Heritage Site" führt hinauf auf steilen ungesicherten Steintreppen. Über 600 unregelmäßig in den Fels gehauene und platzierte Stufen sind zu bewältigen – auch im Wind, ohne jeglichen Halt. Bemerkenswerter noch der Weg zurück: Mit Blick in den Abgrund ist ausgeprägter Gleichgewichtssinn beim Abstieg gefragt.

Zurück auf dem kleinen Fährboot, das an jenem herrlichen Frühlingstag zwölf Besucher von Portmagee zu "Michaels Felsen" brachte, erkundigte sich ein erstaunter Wanderer beim Bootsmann über die Sicherheitsverhältnisse auf der Insel. Er bekam zur Antwort, dass alles komplett sicher sei – und dass auf der Insel nie etwas Schlimmes passiert sei. Später kaufte er sich einen Skellig-Führer und las all die gruseligen Geschichten von den vielen Leuchtturmwärten, deren Kindern und Besuchern, die im Lauf der Jahrhunderte auf dem heiligen Felsen zu Tode kamen.

Auf- und Abstieg: Eine große Herausforderung

Dem Wanderer war aufgefallen, dass die Zahl der täglichen Besucher zum Schutz der Insel zwar streng begrenzt ist und im Jahr die Zahl von 11.000 Besuchern kaum übersteigt, dass an den Gesundheitszustand und die Fitness der Besucher allerdings keinerlei Anforderungen gestellt werden. Der Auf- und Abstieg auf Skellig Michael ist äußerst anspruchsvoll, anstrengend und herausfordernd. Was also tut man übergewichtigen, gebrechlichen, kreislaufschwachen oder höhenängstlichen Menschen an, die man ohne Aufklärung auf die Insel befördert und sie dort sich selber überlässt.

Das Boot brachte die Besucher zur Insel – bei schwerem Wellengang scheiterten einzelne Besucher fast schon am Aus- und Einsteigen am schwer zugänglichen Pier der Skellig. Das Boot kehrte nach dem Entladen um und wartete in ruhigerem Wasser auf die Rückkehr der Touristen. Diese waren nach der Landung völlig auf sich selbst gestellt. Weil es auf dem Felsen nur diesen einen Weg und nur dieses eine Ziel gibt, wollen die meisten Besucher dieses Ziel auch unbedingt erreichen – und gehen gerne bis an ihre Grenzen oder überschreiten diese gar.

Stairway to Heaven – im unteren Teil sogar mit Handlauf

In einem Land, wo man sich bisweilen schon für das unfallfreie Einnahmen einer Mahlzeit eine gelbe Signaljacke anlegen muss, wo Veranstalter launiger Sonntagsspaziergänge angehalten sind, den Teilnehmern "Health & Safety Briefings" zu erteilen, wo vielerorts groteske Warnhinweise auf das Selbstverständliche hinweisen – in demselben Land wird der Betrieb der großartigen Insel Skellig Michael völlig lässig, möglicherweise fahrlässig gehandhabt: Wer (ein Ticket kaufen) kann, der darf – und wer nicht kann, auch.

Keine Frage: Die Insel zeigt sich dem Besucher heute wie vor 1300 Jahren, und das macht ihren Reiz aus. Sie darf nicht mit Geländern, Aufzügen, gar Rolltreppen für reichlich genährte Fototouristen aus dem entfernten Westen – die gerne auch auf der Bahre zum Südpol reisen – verunstaltet werden. Eine sorgfältige Auswahl derer, die die Insel besuchen dürfen, sowie die Begleitung durch fach-, orts- und sachkundiges Führungspersonal sind jedoch unabdingbar.

Es mag ungerecht klingen, aber es rettet im Zweifelsfall Leben: Für viele Skellig-Besucher ist das Skellig Experience Center auf Valentia Island der einzig richtige und sichere Ort, um die Insel zu "erkunden".

Montag, 21. September 2009

Ein Land in der Notaufnahme

Sonntagmorgen. Ein Mann stürzt beim Astsägen vom Baum, fällt zwei Meter abwärts auf die Schubkarre, bricht sich den großen Zeh. Er wird ins örtliche Krankenhaus gefahren, nimmt vorsichtshalber eine Packung Schmerztabletten mit. Hier sein Bericht:

"Komme gerade nach sechs Stunden Wartezeit vom Krankenhaus. Der einzige Arzt dort ist seit Samstagmorgen ohne Unterbrechung aktiv – und hat noch Dienst bis Montag früh. Er konnte kaum noch die Augen öffnen. Aber immerhin wurde mein Fuß durchleuchtet, zwei mal ist die Großzehe gebrochen, eventuell sogar drei mal. So bekam ich einen Termin in der 80 Kilometer entfernten Universitätsklinik, in zwölf Tagen, am Freitag, dem 1. Oktober, da hier keiner wußte, was zu tun sei.

Aber ich lernte immerhin interessante Leute im Krankenhaus-Warteraum kennen, etwa einen bekannten Kunstmaler und seine Frau. Ein Patient aus einer benachbarten Stadt saß auch in der Notaufnahme, weil deren Krankenhaus dort keinen Arzt mehr habe. Ansonsten hätte er eine Stunde nach Norden zum nächsten Krankenhaus fahren müssen, doch dort würde man dann nicht nur Stunden sondern Tage warten, um eine Erstuntersuchung zu bekommen.
Gut, dass ich die Schmerztabletten mitgenommen habe. Neben mir sitzen Menschen, die das stundenlange Warten aufgrund ihrer Schmerzen kaum ertragen können. Ich gebe eine Runde "Pain Killers" aus und ernte Dankbarkeit. Ein freundlicher Mann sagt mir anschließend, dass er ein Buch schreibt und endlich den passenden Anfang gefunden hat: Er wird beschreiben, wie er in die Notaufnahme musste und dort Schmerztabletten bekam – allerdings nicht vom Krankenhaus, sondern von einem Co-Patienten."
Klartext: Unser Mann wartet sechs Stunden auf eine Röntgenaufnahme. Das Krankenhauspersonal sieht sich nicht in der Lage, den gebrochenen schief stehenden Zeh zu richten und vertröstet ihn mit einem Termin in zwölf Tagen in der Hauptstadt. In zehn Tagen, das wird dann sein, wenn der Zeh schief zusammengewachsen sein wird und erneut gebrochen werden muss, bevor man ihn richten kann. Nun unsere Preisfrage: Wo spielte sich diese Begebenheit am gestrigen Sonntag ab?

a) in Indien auf dem Land, 80 Kilometer östlich von Mumbay.

b) in der Mongolei, 80 Kilometer westlich von Ulan-Bator.

c) in einer Favela 80 Kilometer vom Zentrum von São Paulo, Brasilien.

Falsch, falsch, falsch. In Irland, dem einst wohlhabendsten Land Europas, 80 Kilometer westlich von Cork.

PS: Dies ist kein Einzelfall. Es ist eher der Normalfall. Und es gibt Schlimmeres als einen gebrochenen Zeh. Trotzdem: Kopf hoch, solange es geht.


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Sunday morning. A West Cork man fractures his big toe when working in the garden. He delivers himself to the Emergency Room at Bantry Hospital. He will wait for six hours to get an x-ray but no treatment. There is nobody who could help him. The doctor on duty has been working on his own since Saturday morning, He looks exhausted. Our man is told to consult the doctor at Cork Universitiy Hospital on October 1 – in twelve days time. Too late to treat the toe correctly. This happened yesterday – no, not in India, not in Mongolia and not in a Brazilian favela. It happened in Ireland, the once most wealthy country in Europe. And it happens here many times, every day.

Sonntag, 20. September 2009

Forty Shades of Greed

Kalifornien anfang der 60-er Jahre. Der noch immer junge Country- und Folk-Sänger John R. Cash probiert musikalisch Vieles. Zwei Jahre, bevor Johnny den "Ring of Fire" schreibt, singt John R. spanisch, deutsch, drückt seine Verbundenheit mit Irland in mehreren Liedern aus. Die bekannteste Irland-Ode des späteren "Man in Black" sollte "Forty Shades of Green" werden – und der Song-Titel machte Karriere als "ur-irischer" Begriff. Seidem sagt man, vermeintlich im Stile der alten Iren, die "Emerald Isle" habe "Forty Shades of Green", 40 Schattierungen der Farbe Grün.

Während die irischen Tourismusvermarkter Johnny Cash in alle Ewigkeit dankbar sein dürfen, fragen sich Generationen von Irlandurlaubern, ob das wirklich stimmt mit den 40 verschiedenen Grüns und wer sie eigentlich jemals gezählt hat. Ganz nüchtern betrachtet versammeln sich in Irland alle Grüns der Welt. Die Farbe Grün mischt sich aus den Farben Blau und Gelb – und dies in prinzipiell unendlich vielen Abstufungen. Der Mensch kann bis zu 20.000 Farbabstufungen unterscheiden. Der Schluss liegt also nahe, dass die Beschränkung auf nur 40 Grüns der literarischen Freiheit des Songpoeten Cash entsprang und es sich um eine glatte Untertreibung handelt.

Johnny Cash starb im September 2003 in Nashville. Er hat die schlimmsten Exzesse des irischen Wirtschafts-, Bau- und Konsum-Wahns nicht mehr erlebt. Ansonsten hätte er seinen berühmten Song in "Forty Shades of Greed" umgeschrieben – wobei auch hier zu fragen wäre, ob sich die Spielarten der Gier auf der Insel wirklich auf 40 beschränken lassen.

Grün, die Farbe der katholischen Kirche wie die des Islam, der Unerfahrenheit und der Passivität, der Erholung und der irischen Nationalisten, ist auch die Farbe des Neides. Den Neid widerum, hässlicher Bruder der Gier, kennt man in seiner irischen Ausprägung "Neid und Missgunst" als Begrudgery. Begrudgery gilt als die Irische Krankheit. Man spricht davon, dass jemand "grün vor Neid" ist, benutzt dafür aber den Begriff "envy": Green with envy.

Green with envy, green as ivy. Grün wie Efeu. Kehren wir zur beruhigenden Wirkung eines Spazierganges im schier unendlichen Kosmos des irischen Natur-Grüns zurück. Legen wir uns sechs Jahre und eine Woche nach Johnnys Tod in eine der noch immer grünen Wiesen, zählen wir die vielen wunderbaren Schattierungen im weiß-blauen Himmel und hören dazu aus Cash´s Alterswerk den Song "Nobody".

Forty Shades of Green

I close my eyes and picture the emerald of the sea;

From the fishing boats at Dingle to the shores of Dunadee.

I miss the River Shannon and the folks at Skipparee;

The moor lands and the mid lands,

with their forty shades of green.

But most of all I miss a girl in Tipperary town,

And most of all I miss her lips as soft as eiderdown.

Again I want to see and do the things we've done and seen,

Where the breeze is sweet as Shalimar,

And there's forty shades of green.

I wish that I could spend an hour at Dublin's churning surf;

I'd love to watch the farmers drain the bogs and spade the turf.

To see again the thatching of the straw the women glean;

I'd walk from Cork to Lairn to see their forty shades of green.

But most of all I miss a girl in Tipperary town,

And most of all I miss her lips as soft as eiderdown.

Again I want to see and do the things we've done and seen,

Where the breeze is sweet as Shalimar,

And there's forty shades of green.


PS: Dieser Beitrag ist Teil eins von "Blog mir was" . Er ist dem Leser mit dem vielsagenden Decknamen "Nobody" gewidmet.

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This short piece argues about the phrase of Ireland being the land of the "Forty shades of green". The phrase has actually been coined by singer songwriter Johnny Cash in 1961. Cash died in 2003. He missed the worst of the Irish boom-boom years, and might otherwhise have renamed his love song about Ireland into "Forty shades of greed".

Samstag, 19. September 2009

Heute ist schreib-frei:
"Mein irisches Lieblings-Pub"


Heute ist Samstag, der Wanderer nimmt schreib-frei, lehnt sich zurück und bittet Euch um Eure Gedanken. Das Wunsch-Thema für diesen 19. September: "Mein Lieblings-Pub in Irland ist . . ." Das Kommentarfeld weiter unten will beschrieben sein. Danke im Voraus. Wer noch nicht in Irland war, kann auch gerne von seinem bevorzugten Irish Pub sonstwo auf der Welt berichten.

Der Wanderer dankt im Übrigen allen "Schreib-frei"-Autoren, die über ihre irischen Lieblings-Songs erzählt und dabei tolle Tipps gegeben haben. Danke Nicola, Tanja, Helga und "Nobody". Hier geht es zu den Empfehlungen.


Wanderers Lieblings-Pub? Am liebsten erinnert er sich an Tigh Ruairi auf der Aran-Insel Inisheer, und O´Connors´s in Doolin, County Clare. Am häufigsten – oder am ehesten –besucht er Mac Carthy´s Bar oder Casey´s in Glengarriff, County Cork.

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The Wanderer is resting today. He asks contributors to this Blog: Which is your favourite pub in Ireland or Irish pub elsewhere?

Freitag, 18. September 2009

Wettstreit der Farben auf Irlands Straßen


Politisch ausgewogene Schankraum-Deko im "Highest Pub of Ireland", an der County-Grenze zwischen Kerry und Cork bei Kilgarvan

Irlandurlauber interpretieren die hundertausende rot-weißen und grün-gelben Fähnchen, Fahnen, Autowimpel und Hausdekorationen derzeit als freudigen und mannigfaltigen Willkommensgruß für ihresgleichen. Wäre ja wirklich nett. Tatsächlich hat der Farbentaumel in den Straßen, an den Tankstellen, den Geschäften und in den Pubs mit Willkommengesten rein gar nichts zu tun, er ist vielmehr Ausdruck kollektiver Selbstbeschäftigung.

Kenmare ganz in den Farben Kerrys

Irland dreht sich im eigenen jährlichen Ritual: Am kommenden Sonntag, dem 20. September, wird das Endspiel im Gaelic Football in Groke Park in Dublin ausgetragen. Wieder einmal werden die Nachbarn Cork und Kerry um die Krone des irischen Sports kämpfen. Die GAA-Fans auf der Insel, vor allem im Südwesten, tragen derweil verzückt den Wettstreit der Farben aus.

Ballyvourney in Corks Farben

Brot und Spiele. Man gewinnt in diesem Jahr leicht den Eindruck, dass die Fanartikelindustrie auf der Insel nie so geboomt hat wie heute. Alles, was irgendwie angemalt werden kann, leuchtet in den County-Farben. Im Wettbewerb der kleinen Geschmacklosigkeiten liegt die doppelte Auto-Fanfahne auf Plastikstandarte klar vorne – ein Abtrünninger, wer sich das Fantuch mit weiß-roten Karos in diesen Tagen nicht in den Türholm klemmt. Selbst die Mittelstreifen auf grenznahen Straßen haben dumpfe Lokalpatrioten in den County-Farben bemalt.

Rot-weiß tanken in Nord-Cork

Jetzt, wo die Wirtschaftswunderblase zerborsten ist, wo das Selbstwertgefühl still vor sich hin leidet, entfaltet sich das Spiel der Farben zu voller Pracht. Wir sind wir, wir sind Cork, wir sind Kerry; rot-weißer Football-Gott, gib uns Kraft und lass uns wieder wissen, wer wir sind. Cork, eine Herbstlegende. Kerry, einmal mehr das Kingdom of Gaelic Football. Kommt uns Sommermärchen-Darstellern das nicht irgendwie bekannt vor?

Donnerstag, 17. September 2009

Mit dem Boot rund um den Fastnet Rock

Auch nach zehn Jahren in Irland hat der Wanderer insel-touristische Träume. Teil eins eines unbescheidenen Doppelwunsches wurde gestern völlig unvorhergesehen wahr: Der alte Plan, den ikonischen Fastnet Rock, die südwestliche Spitze Irlands, einmal mit dem Boot zu umrunden.

Zu Gast auf Nic Slocum´s Katamaran "Voyager" suchten der Wanderer und elf weitere Passagiere in der Inselwelt der Roaring Thunder Bay nach Finnwalen, Tümmlern und Delfinen. Die Sichtungs-"Ausbeute" blieb an diesem Tag eher bescheiden (es freut, dass sich ein paar Dinge, wie das Auftauchen von Meeressäugern, vom Menschen nicht planen lassen). Dafür erlaubten das schöne Wetter und sanfter Wellengang eine selten ruhige Fahrt zum Leuchtturmfelsen sieben Kilometer südlich des Mizen Head und südwestlich von Cape Clear.

Den 105 Jahre alten und 50 Meter hohen, aus Cornwall-Granit gebauten Leuchtturm bei bestem Herbstwetter aus der Nähe zu betrachten, zählt zu den besten Erlebnissen, die man in Irland haben kann. Ein Dank an Nic Slocum, den unermüdlichen Meeresexperten, Tierschützer und Kapitän der Voyager.

PS_1: Dass die rund 15 Kilometer lange Bootsfahrt vom Festland auch bei ruhigstem Seegang zur magen-massierenden Schaukelfahrt wird, dokumentierten nicht nur die käsig-weißen Gesichter von zwei jungen Fahrgästen vom Kontinent. Es ist auch hier festgehalten :-)


PS_2: Bleibt der Traum vom Flug mit dem Helikopter, um den Fastnet-Felsen von oben zu bestaunen.

Rückkehr nach Baltimore Harbour – Sherkin Island im Abendlicht.

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An old dream came true yesterday. The Wanderer and a group of guests orbited Fastnet Rock, the most southerly point of Ireland in finest autumn weather, the sea as calm as could be. Is there any better experience? Many thanks to whale watching expert Nic Slocum, who took us out on his "Voyager" from Baltimore Harbour.

Mittwoch, 16. September 2009

Irland – wo die Welt "noch in Ordnung ist"


Der Wanderer lebt dort, wo "die Welt" – wie man leichtfertig sagt – " noch in Ordnung ist". Hier am westlichen Rand Europas steht die Trias aus Lehrer, Pfarrer und Doktor weiterhin hoch im Kurs, ihre Autorität bleibt nahezu unbestritten. Hier leben die Menschen weitgehend frei von Zweifeln, behütet von Glauben und Aberglauben. Hier spenden Müttergottes, die aus Baumstümpfen erscheinen, genauso Trost wie muschelverzehrende Naturgötter oder allwissende Doctores. Die Antwort auf die Frage, ob diese Welt wirklich in Ordnung ist, liegt im Auge des Betrachters. Reden wir davon unbeeindruckt über die Macht des Glaubens an die Fähigkeiten des menschlichen Heil-Personals.

Gestern nacht standen wir am Sarg des Heilpraktikers. Er hatte nach schwerer Krankheit seinen Frieden gefunden. Nach 67 Jahren Leben hatte der Mann – er stammte aus einer deutschen Familie, die zu Kaisers Zeiten nach Holland ins Exil ging – sich selber nicht mehr helfen können. Der Heilpraktiker war erst vor drei Jahren in die Gegend gezogen - zum Sterben, wie sich bald herausstellen sollte. Das hatte ihn nicht gehindert, bis zuletzt akribisch und fleißig zu arbeiten und sich im südwestlichen Irland in kurzer Zeit einen Ruf wie Donnerhall zu erwerben.

Der Heilpraktiker heilte Viele und Vieles. Er konnte nach eigener Auskunft sogar mehr – nämlich alles heilen. Vom Krebs über Paukenergüsse und chronische Bronchitis bis hin zu AIDS – der Meister mischte das Antidot. Seine Spezialität als Homöopath waren alle Varianten der bakteriellen Brucellosis-Erkrankung. Die Leute nannten ihn bald "The Doctor" und raunten bewundernd von den magischen Fähigkeiten des Heilers. Ebenso bald wurden zahlreiche Menschen der Gegend mit Brucellosis diagnostiziert und behandelt. Sein "Other Gate" wurde zur Zuflucht für die vielen Hoffnungslosen, die Aufgegebenen, die im biblischen Sinne Blinden und Lahmen.


Das wundervolle Vertrauen vieler Menschen in West Cork kennt kaum Grenzen. Am Sarg erfuhren wir gestern nacht von einer fünffachen Mutter, was das Vermächtnis des "Doktors" sein würde. Er würde ihrem Gatten die Haare zurückgeben. Der Ehemann hatte frühzeitig seine gesamten Kopfhaare verloren und trägt seit einigen Jahren widerwillig "Platte". In einigen Monaten schon soll sich das Andenken an den Heilpraktiker im wallenden Haarschopf des irischen Farmers materialisieren. Farewell, Doctor!

Der Abschied vom "Doctor" erinnerte an den Abschied von einem anderen Heiler in der Nachbarschaft: dem "Bone Doctor". Der deutsche Heilpraktiker starb in den 90er Jahren in der neuen Heimat an Krebs, noch heute sprechen die Menschen im Dorf bewundernd von ihm. Der "Bone Doctor" hatte Deutschland bei Nacht und Nebel in Richtung "Jerusalem" verlassen, um sich in Irland eine neue Existenz aufzubauen und den leidenden Bauern und Bauarbeitern mit Wunderhänden den Rücken einzurenken. Er erntete dafür Lohn, Anerkennung, lokalen Ruhm und ein Stück Unsterblichkeit. Der "Rückendoktor" – er war eigentlich im Filmgeschäft tätig – starb jung und unvollendet. Auch er konnte sich selber am wenigsten helfen. Doch die Legende lebt. Der Heilpraktiker, der die keuschen Landfrauen gerne bat, ihre Oberbekleidung zur Behandlung abzulegen, lebt im kollektiven Gedächtnis des Ortes als "Doctor Strip" weiter.

Dienstag, 15. September 2009

Im Dunkel der Schwitzhütte


Im Dunkel der Schwitzhütte in Glengarriff, Co. Cork, Irland.
Was finden wir in der Schwitzhütte?

Wann werden wir Steine sein?

Was sehen wir in der Dunkelheit?

Wo zieht der weiße Büffel? Wie schmeckt das Wasser von Gobnait?

Wandern, Schauen, Atmen - haben wir es jemals anders gemacht?

Liebe und Angst - die beiden Quellen, aus denen alle Gefühle schöpfen?

Was fanden wir in der Schwitzhütte? Was bleibt verborgen?

Uns? Uns alle? Unsere Ahnen und Nachkommen? Wahrheit?

Wandern wir ohne zu gehen. Sehen wir ohne Augen.

Die Schwitzhütten-Zeremonie. Mehr.

IMPRESSUM

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