Dienstag, 12. Januar 2010

Irland kämpft mit Wassermangel und mit Wassermassen zugleich


Die nächsten wetterbedingten Probleme ziehen auf: Es klingt paradox – und doch ist es harte Realität: Während viele Menschen in Irland wegen eingefrorener oder geplatzter Leitungen mit eklatantem Wassermangel kämpfen, rüsten sich andere in County Cork bereits zum Kampf gegen neue Überschwemmungen.

Im Süden des Landes setzte gestern als erstes das Tauwetter ein – und in der Nacht auf heute brachte ein Sturmtief Wind und viel Regen aus Südosten. Die Folgen: Das Wasser kann auf dem noch gefrorenen Böden nicht versickern und sammelt sich schnell an der Oberfläche: Teile der Stadt Cork sind bereits überflutet, in Bandon und Skibberreen in West Cork bereiten sich Armee und Bürger auf das drohende Hochwasser vor, das am Freitag den Scheitelpunkt erreichen soll.

Derweil herrscht im Großraum Dublin sowie in den Counties Wexford, Clare, Cork, Sligo, Leitrim, Tipperary und Galway extreme Wasserknappheit: Experten sprechen von massiven Wasserverlusten in den vergangenen Wochen, weil aus zerstörten Wasserleitungen viel Wasser versickert ist. Zudem ließen viele Haushalte nachts die Wasserhähne auf, um das Einfrieren der Leitungen zu verhindern. Dies führte dazu, dass der Druck in den Leitungen vielerorts stark gesunken ist, dass Wasservorräte zur Neige gehen, dass viele Reservoirs so leer sind wie nach wochenlangem Hochsommerwetter und dass viele Haushalte bereits gestern unversorgt blieben: Man dreht den Wasserhahn auf – und es kommt nichts.

Die Regierung hat die Bevölkerung aufgefordert, Wasser zu sparen, kein Wasser zu verschwenden – und sich darauf einzustellen, dass die Wasserversorgung vorübergehend ausfallen kann.

Die Anforderungen an die Menschen und Behörden auf der Insel, sich vorausschauend, verantwortungsvoll, vorsorgend und planvoll zu verhalten, sind in den vergangenen Monaten extrem gestiegen. Gerecht werden diesen Anforderungen allerdings längst nicht alle Insulaner. Der laxe Umgang mit dem Wasser zeugt genauso davon wie die allzu große Bereitschaft, die Schulen mal eben für eine Woche zu schließen, oder "wegen des Wetters" nicht zu arbeiten.

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