Montag, 1. Februar 2010

Ist der Ruf erst ruiniert, fliegt sich´s gänzlich ungeniert: Ryanair

Kennen Sie die irische Fluggesellschaft, die von ihren treuen Fans dafür gefeiert wird, dass ihr Geschäftsmodell teilweise auf Erpressung beruht, dass sie mit allen Mitteln um öffentliche Aufmerksamkeit heischt (was dann bewundernd "PR" genannt wird), und dass sie ihre Kunden im Grunde verachtet? Richtig, die Rede ist wieder einmal von Ryanair. Aber nur kurz. Auch wir müssen schließlich froh sein, dass Ryanair die Grüne Insel zuverlässig,sicher und pünktlich anfliegt und sie täglich vielfach mit dem europäischen Kontinent verbindet.


Covalance, die Genfer Agentur für Reputation Management, hat gerade das neue Ethik-Ranking für multinationale Unternehmen veröffentlicht, und siehe da, der persönliche Eindruck vieler Ryanair-Kunden wird bestätigt: Von den weltweit 581 untersuchten Firmen belegt Ryanair den sechst-schlechtesten Platz. Rang 575. Covalence untersuchte die Unternehmenspraxis der Multinationals anhand von 45 Kriterien, um herauszufinden wie gut, korrekt, umweltverträglich und sozialverantwortlich sie agieren. 


Hinter Ryanair finden sich nur noch einige Schurken-Firmen wie die Lügenbolde von Phillip Morris und der große Gen-Manipulator Monsanto. Das wird Ryanair -Chef Michael O´Leary wohl wieder nicht stören, handelt er doch gerne nach der Devise "Ist der Ruf erst ruiniert, fliegt sich´s gänzlich ungeniert." Was allerdings die Kunden auf Dauer zu dieser brachialen Art der Unternehmensführung sagen, ist ungewiss. Der Druck auf unethisch handelnde Firmen hat in den vergangenen Jahren beträchtlich zugenommen – und auch die Zahl der Fluggäste, die ihre Ansprüche an eine Firma auf "Billigst von A nach B" reduzieren, mag nicht grenzenlos sein. 


Wir werden sehen. Vielleicht geht ja auch ein unverbesserlicher Topmanager wie Michael O´Leary etwas besonnener oder gar geläutert aus der anhaltenden Wirtschaftskrise hervor. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Kommentare:

  1. Erpressung ist ein gutes Wort. Es ist die einzige Linie, die Flüge aus meiner Gegend nach Kerry Airport anbietet, und weil ich keine Lust habe, einen Tag für die Fahrt von Dublin in den Westen zu opfern und noch einen wieder zurück, wenn ich nur im Westen Urlaub machen will, und weil Geld sparen ja erstmal auch nicht schadet, buch ich eben Ryanair. Und obwohl bisher immer alles reibungslos geklappt hat und ich mich an Bord auch gut selbst versorgen kann - SPASS macht es bei denen irgendwie nicht, und WOHLFÜHLEN ist auch was anderes. Beim kniffligen Packen eines U-15kg-Koffers mit Souvenir-Reserve und beim Anblick der muffeligen Angestellten konzentriere mich ganz fest auf die beiden Pluspunkte, und dann geht's. Trotzdem frage ich mich hinterher immer wieder, wie ich mich da eigentlich behandle? Und wenn ich - wie als nächstes geplant - mal wieder die Ostküste heimsuche, werde ich zumindest einen Flug über Dublin nehmen und mich dann zeitig bei den Angeboten anderer Linien umschauen.

    AntwortenLöschen
  2. Dann sei doch konsequent Wandersmann, weigere Dich doch ganz einfach, Leute auf deine Wanderungen mitzunehmen, die mit Rayanair anreisen.


    Cosmo

    AntwortenLöschen
  3. Wir fliegen auch selber Ryanair, lieber Cosmo.. Und wir sind wirklich froh, dass es sie gibt (wie oben geschrieben). Dennoch wünschen wir uns Ryanair menschlicher, fairer, freundlicher. All das kostet ein Unternehmen übrigens keinen Cent mehr.

    AntwortenLöschen

Wir freuen uns über Deine / Ihre Meinung. Zur Meinung gehört, dass man und frau auch zu ihr stehen und zu erkennen geben, wer diese Meinung vertritt.

Kommentare werden derzeit moderiert.

Bitte benutze (n Sie) eine der angebotenen Identitäten, um sich auszuweisen. Danke. Der Wanderer

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.

IMPRESSUM

Dieser Blog wird geschrieben und editiert von: Good News Media Markus Bäuchle, Eliane Zimmermann, Starlight House, Ardaturrish Beg, IRL-Glengarriff, Co. Cork. mbaeuchle (at) mac.com Haftungsausschluss: Die Texte in diesem Blog wurden von den Verfassern nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrollen und regelmäßiger Aktualisierungen dieses Blogs übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sowie für die Inhalte von Kommentaren sind ausschließlich deren Betreiber/AutorInnen verantwortlich.