Montag, 22. März 2010

Ein Knigge für irische Strände – na und?

Ja ist denn schon Sommer? Hat die Strand- und Picknickzeit schon begonnen? Während oben in den Bergen der letzte Schnee schmolz, traf der Wanderer im Sand von Derrymore Beach bei Tralee kürzlich die ersten Steak bratenden Sonnenanbeter – dick eingemummelt, samt Babies und Lumpis. Es sollte sich herausstellen, dass die wenig irisch anmutende Strandsause von einer Gruppe polnischer Freunde veranstaltet wurde. Wenig irisch? Klar doch. Ein Ire zieht beim ersten Sonnenstrahl und Temperaturen über 5 Grad plus ein kurzärmliges Hemd an, um aller Welt zu zeigen, wie warm es ist.

Beim Anblick der Strandidylle fragte sich der Wanderer, ob die irische Strandpolizei eine solche Demonstration der Lebensfreude künftig überhaupt noch dulden kann. Das Cork County Council zumindest hat für die Strände des Südwestens gerade einen ober-ernsten Gesetzesentwurf vorgelegt: Die "Beach Bye-Laws" beschwören in einer regulatorischen Dichte, wie wir sie bislang nur für schwäbische Kehrwochen kennen, das richtige Verhalten des guten Bürgers am Strand.

Die Strandgesetze regeln genau, was Lumpi, Fury, der Land Cruiser und alle ihre Besitzer nun an den Stränden nicht mehr tun dürfen. Demnach ist Schluss mit Bogenschießen, Golfen, sogar lautem Ballspielen am Strand, Schluss mit Joggen und Lieben in den Dünen. Selbst das äußerst beliebte "Entsorgen" von Müll am Strand kann nun teuer werden. 75 bis 1500 Euro soll Fehlverhalten an Corks Stränden künftig wert sein.


Während Corks schwäbische Strandgesetze in diesen Tagen die letzte Hürde im County-Parlament nehmen müssen, rechnet der Wanderer schon einmal hoch, wieviele Strandsünder die Behörden in den kommenden fünf Jahren wohl dingfest machen werden: Keinen, gar keinen, oder einen Exemplarischen vielleicht? Das Papier, auf das derlei Gesetze in Irland gedruckt werden, ist nämlich besonders geduldig, und meist fehlt der politische Wille, die Einhaltung der formulierten Regeln auch zu kontrollieren. Die bestehenden Gesetze zum Schutz des Wassers und der Küste vor Umweltverschmutzern sind beispielsweise klar und eindeutig. Wer allerdings einmal am Strand entlang spaziert . . . Doch das ist ein anderes Thema.

PS: Heute ist Internationaler Tag des Wassers. Statistisch ist in Irland jeder dritte Liter Trinkwasser für den Konsum nicht geeignet. Gesetze?

1 Kommentar:

  1. Diese Angewohnheit, mit dem Auto bis in die Brandungszone fahren zu müssen (siehe Foto), finde ich schon sehr nervig. Das stört optisch massiv und versaut durch evtl tropfendes Öl das Wasser. Die meisten Strandbesucher können doch wohl mal hundert Meter sich selbst und ihre Utensilien selber tragen???
    Manchmal findet man morgens auch Spuren im Sand, wo offenbar im Schutz der Dunkelheit einfach nur aus Jux tiefe Schleifen und Kurven in den Boden gefahren wurden. Absolut überflüssig und ohne jedes Gespür für die empfindliche Fauna und Flora. Muss man überall einen Wachmenschen hinsetzen (unbezahlbar), oder könnte zB frühzeitige Aufklärung in den Schulen etwas Mitdenken bewirken???

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