Montag, 15. März 2010

Karneval-Stimmung auf der Insel: Irland feiert sich und den Heiligen Patrick


In zwei Tagen feiert Irland ( und mittlerweile die halbe Welt) wieder den legendären Nationalheiligen Saint Patrick mit dem Patrick's Day und zahlreichen Patrick's Day Paraden. Wir haben kürzlich berichtet, dass es in Irland keinen Fasching gibt – die Umzüge am 17. März allerdings erinnern durchaus an Karnevalstreiben.

Der Gedenktag zu Ehren des Missionars Patrick, von dessen Leben im 5. Jahrhundert man bis heute erstaunlich wenig weiß, wird in Irland ganz in Grün, ganz laut, ausgelassen - und mit viel Alkohol –  gefeiert. Die immer weniger werdenden Gläubigen, die die Fastenzeit in Irland noch wirklich ernst nehmen, haben an diesem offiziellen Feiertag übrigens auch eine offizielle Ausnahmegenehmigung zum Prassen.


Einige Städte und Städtchen auf der Insel zelebrieren ihre Parade immer schon am Sonntag vor dem Patrick's Tag. Unsere aktuellen Fotos ( ein Dank an den Fotografen Bodo J. Baginski!) stammen aus Bantry in West Cork, wo gestern einige tausend Leute auf den Beinen waren. Der Umzug, der vor Jahren klein und bizarr als Parade der Müllabfuhr, der Feuerwehr und des Krankenwagens begann, wird mittlerweile mit militärischem Pomp, mit viel Live-Musik und mit vielen geschmückten und verkleideten Teilnehmern begangen. Zahlreiche Schulklassen der Region stellen auf der Parade ein Thema dar, das sie eigens dafür ausgesucht und vorbereitet haben – das kann sogar eine kleine Aktion für den Umweltschutz sein. Und weil gestern auch noch Muttertag war, gab es viele Blumen für die anwesenden Mütter.


Auch die Politik spielt bei der Parade immer mit: In Bantry wurde in diesem Jahr der örtliche Multi-Unternehmer Bob Murnane überschwänglich und ausgiebig geehrt. Der Bauunternehmer, Wind- und Muschelfarmer, Eigentümer von Gewerbeparks, von Hotels und einer Zementfabrik wurde inmitten einer tiefen Rezession für seine Leistungen als größter Arbeitgeber der Region geehrt. Fianna Fail-Großspender Bob Murnane gab in seinen besten Zeiten bis zu 1000 Menschen der Gegend Arbeit. Heute sind es gerade noch 100 – diese Zahl lässt erkennen, wie dramatisch die Wirtschaft im ländlichen Raum eingebrochen ist und wieviele Menschen ihre Arbeit verloren haben. Nur oberflächlich betrachtet ist alles wie immer.

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