Mittwoch, 3. März 2010

Kein Platz für den König der Lüfte


Dem Steinadler droht in Irland innerhalb eines Jahrhunderts zum zweiten Mal die Ausrottung: An einem Berghang im County Sligo wurde vor einigen Tagen der zehn Monate alte Jungvogel Conall gefunden. Tot. Vergiftet. Es ist laut Irish Independent das zweite Adler-Giftopfer im irischen Norden innerhalb eines Jahres. In den vergangenen zweieinhalb Jahren wurden in Irland neun eingesetzte Raubvögel vergiftet: Steinadler, Seeadler und Milane.

Nun fürchtet der Golden Eagle Trust, der die Wiedereinführung des Steinadler im County Donegal seit dem Jahr 2000 leitet, dass das Projekt scheitern könnte. Immerhin dezimierte sich die Steinadler-Population in den letzten zwölf Monaten um zehn Prozent, und weitere Opfer sind zu befürchten, wenn die Regierung nicht handelt und den Einsatz der Gifte verbietet und Verstöße hart ahndet.

Die Adler-Freunde, die dem bis vor 100 Jahren in Irland heimischen König der Vögel wieder eine Heimat bieten wollen, machen Farmer für die Todesfälle verantwortlich. Ein kleiner Teil der irischen Bauern ist den Greifvögeln offensichtlich nicht wohl gesonnen und legt gezielt Giftköder aus, um die Raubvögel zu töten. Der Grund: Adler ernähren sich unter anderem von Lämmern.

Ein totes Lamm, dessen Fell mit der hochgiftigen Medikament Throdax (Wirkstoff: Nitroxynil) getränkt war, wurde dem Steinadler Conall im Norden zum Verhängnis. Throdax wird zur Behandlung von Leberegeln bei Schafen eingesetzt. Die Polizei in Sligo geht nach dem Fund von einer vorsärtzlichen Tat aus. Auch im County Kerry wurden in den vergangenen Jahren wiederholt eingesetzte Raubvögel vergiftet. Was Killanrneys Tourismuswerber gerne als Touristenmagnet bewerben, ist manchen Bauern ein Dorn im Auge: Sie vergifteten mehrere Seeadler.

Offensichtlich wählt der Golden Eagle Trust, der sich im vergangenen Jahr schon bei der Europäischen Union förmlich über die Untätigkeit der irischen Regierung beschwerte, nun eine härtere Gangart: Die Vogelschützer weisen gezielt auf die Möglichkeit hin, dass den in der Werbung hochgelobten Nahrungsprodukten aus Irland ein gravierender Imageverlust droht. Wohl war: Der Anspruch Qualitätsnahrung zu produzieren und der Einsatz von tödlichen Giften in der Landwirtschaft stehen in derbem Widerspruch zueinander.

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