Mittwoch, 31. März 2010

"Moderne Wikinger" greifen nach der Küste Irlands


Sie heißen "Marine Harvest" und "Cermaq". Sie sind gefürchtet als die modernen Raubritter der Weltmeere: Die mächtigen Lachszucht-Konzerne Norwegens. Schottlands Loughs, Chiles Fjorde, British Columbias Buchten: Diese Konzerne überziehen die schönsten und saubersten Gewässer der Welt mit Lachszucht-Anlagen, sie ziehen die Profite des Multi-Milliardengeschäfts in die Taschen ihrer Aktionäre ab und sie hinterlassen vor Ort nicht viel mehr als Schmutz, Krankheiten und Zerstörung.  


Seit einigen Monaten sondiert "Marine Harvest" die Südwest-Küste Irlands, um neue Standorte für ihre riesigen Zuchtanlagen zu finden. Erst wurde bekannt, dass das Tochterunternehmen Silver King Seafoods in der Dunmanus Bay, einer der schönsten und ursprünglichsten Buchten Irland, eine Lachszuchtanlage aufbauen will. Nun wird allmählich klar: Die Dunmanus Bay ist nur einer von zahlreichen neuen Standorten, den der Fischereikonzern im Auge hat: Auch in den benachbarten Buchten, in der Kenmare und der Bantry Bay, glaubt Marine Harvest sich festsetzen zu können. 


Während sich andernorts auf der Welt - beispielsweise in Kanda - massiver Widerstand organisiert hat, um die norwegischen "Neo-Wikinger" zum Rückzug zu zwingen, muss der Kampf in Irland erst noch geführt werden. Gute Argumente haben die Gegner der Lachszucht-Industrie viele: Die Zuchtanlagen verschmutzen das Wasser, die Küsten, den Meeresboden. Schlimmer noch: Von den Zuchttieren gehen tödliche Krankheiten für die Wildlachs-Bestände aus. Und für ein Kilo Zuchtlachs wandern bis zu fünf Kilo Fischmehl in die riesigen Wimmelbecken. Dass der oft mit Medikamenten vollgepumpte Farm-Lachs am Ende, wenn er auf den Teller kommt, nicht zu den reinsten und besten Lebensmitteln zählt, hat viele Köche dazu veranlasst,  Zuchtlachs auf die schwarze Liste zu setzen.   



Aus der Dunmanus Bay hat Marine Harvest bislang rund 200 ablehnende Stellungnahmen von Fischern, Anwohnern, Unternehmen und Organisationen erhalten. Die Bevölkerung auf dem Sheep's Head und dem nördlichen Mizen Head rechnen sich von der am Dooneen Point (Foto oben) geplanten 300.000 Quadratmeter großen Anlage keinerlei Vorteile und viele Nachteile aus. Ob der örtliche Widerstand groß genug sein wird, um die in Umweltbelangen eher unsensible irische Regierung für sich zu gewinnen, muss sich zeigen. Der Kampf jedenfalls hat begonnen.


Mit diesem Film informiert die Umweltinitiative "Pure Salmon" über das Thema der globalen Zuchtlachs-Industrie. Sehenswert!




Fotos: Wikipedia ; mab (oben)

Kommentare:

  1. Hallo Markus,
    wie so oft liegt der Fehler bei uns - die Loesung so einfach:

    Keinen Lachs kaufen - oder nur vom lokalen Fischer...

    Slan,und danke fuer den Beitrag
    Wolfi

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  2. Laut WWF und Greenpeace kann man Lachs mit MSC-Siegel oder aus zertifizierten Bio-Farmen noch kaufen. Ob der lokale Fischer sich an die Fangquote hält, weiß man ja auch nicht...

    Viel Erfolg bei eurem Anti-Lachsfarm-Kampf!

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