Sonntag, 11. April 2010

Border Collie zurück in der "Comfort Zone"


Hunde sind auch nur Menschen. Hunden wird es leicht langweilig, wenn sie alleine sind –  besonders wenn es sich um arbeitsfreudige Border Collies handelt. Schäferhund Tommie machte seinem menschlichen Ersatz-Rudel gestern wieder einmal deutlich, was er davon hält, alleine daheim gelassen zu werden: Er machte sich mitsamt seiner 6 Meter langen Leine vom Acker (besser: vom Hof) und bereiste die duftenden Landschaften der Nachbarn. Dass diese Reise nicht als Rundreise enden würde, war der heimkehrenden Familie bald klar: Die Leine, sie würde sich früher oder später im Ginster, in den Felsen oder in einem Zaun verfangen . . .

Die Suche begann, und da die intelligenten Border Collies mit den Menschen gut kommunizieren, war sie am Ende erfolgreich. Der Hund in Not  beantwortete Pfiffe mit Bellen und ließ sich dadurch orten. Zwei Kilometer vom Wohnhaus und 800 Meter von der nächsten Straße entfernt, saß der Vierbeiner in einem schwer zugänglichen Bach-Tal, mitten in einem kaum durchdringbaren Ginster-Dschungel, der wiederum von einem fast schienbeintiefen - von Kühen getretenen - Morastgürtel umgeben war. Der Schäferhund hatte sich festgelaufen, die Leine war zwischen Grenzsteinen, Brombeeren und Stacheldraht verwickelt, Freund Tommie blieben noch etwa 30 Zentimeter Spielraum, um seinen Kopf zu bewegen.

Diese kleine Episode in der Samstagabend-Dämmerung brachte den Besitzern des Border Collies drei Erkenntnisse:

1. Man muss nicht weit gehen, um die "Comfort Zone" zu verlassen. Schon einige hundert Meter querfeldein reichen auch für Menschen aus, um sich im irischen Busch hoffnungslos zu verlaufen oder festzulaufen. Nur einige hundert Meter weiter kann das Leben ungemütlich und bedrohlich sein.

2. Die besten Navigatoren im Mikrokosmos der Wiesen und Felder, der aufgelassenen Flächen, der Mauern und der zugewachsenen Felder sind weder Kompass noch GPS, sondern die heimischen Farmer: Mit einem untrüglichen Sinn für Laute, Richtung und Distanz führte der hilfsbereite Farmer R. die Suchenden durch Zäune, Ginster, Morast und Brombeeren zielstrebig zum gesuchten Hund.

3. Alles hat ein Ende, nur die Schnur hat zwei. Der Hund war zwar am Halsband mit der langen Leine verbunden, das andere Ende der Leine aber war nicht fixiert worden. Wer will es dem Hund verdenken, dass er diesen Fauxpas prompt zum Anlass für einen Ausflug nahm? Hunde sind doch auch nur Menschen.

Kommentare:

  1. Guten Morgen,
    Euer Hund hat einfach Charakter! Streichelt ihn bitte mal tüchtig, was Tommie ja heute nicht mehr als Lob für seinen Ausflug deuten kann - oder?; ich will mich ja nicht in die Hundeerziehung einmischen!
    Euch allen einen schönen Sonntag und liebe Grüße aus Wien

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  2. Lieber Markus,
    wer ist wieder mal schuld an Tommies Misere? Ganz gewiss nicht der arme Unglücksrabe! Was für ein Glück, dass es Farmer R. gibt. Auch von mir ein paar Streichler an Tommie und ein Leckerle bitte! Das ist nicht gegen die Regeln, denn gestern war gestern und das ist schon lange vorbei.
    Unsere Deutsche Schäferhündin "Tiny" war während unserer Abwesenheit in einem Garten mit hoher Mauer, ausgestattet mit einer riesigen Hütte, untergebracht. Also Ausbüxen gottlob unmöglich und damit auch unerwünschter Nachwuchs, denn irische Hundemänner sind gewieft.

    Allerdings hat sie uns in ihren ersten Lebensmonaten anderweitig Kummer gemacht. Bei einem Spaziergang (ohne Leine) auf einem Berg in der Nähe von Sligo hat sie gemeint einen echten Schäfer(treib)hund spielen zu müssen und hat eine Schafherde von uns weg getrieben. Ich habe versucht ihr nachzulaufen, blieb aber im Morast im Hochmoor stecken. Ich habe tausend Möglichkeiten versucht aus meinem Kopf zu vertreiben; meine größte Angst war, dass Hund und Schafherde über die Klippen ins Meer stürzen!
    Gottlob ist nichts passiert und nach angemessener Zeit kam unser Hund als personifiziertes schlechtes Gewissen auf dem Bauch angekrochen. Wer aber war daran wieder mal schuld? Wir natürlich!! Wie ich heute weiß habe ich nicht richtig gehandelt, sondern habe tüchtig mir ihr geschimpft. Aber, oh Wunder, auch ein Deutscher Schäferhund ist sehr schlau - sie hat es NIE WIEDER GETAN!

    Zurück in Deutschland während unserer Zeit in Berchtesgaden konnte ich mit dem nicht angeleinten Hund durch den Wald gehen ohne dass sie je den Versuch gemacht hätte hinter irgendetwas nachzujagen. In strengen Wintern haben wir die Rehe vor dem Haus gefüttert (Futter in einer Raufe).Der Hund stand mit uns, in angemessenem Abstand, vor dem Haus und die Rehe haben sich ihr Futter schmecken lassen. Hunde sind also tatsächlich auch nur (wie) Menschen und äußerst liebenswert und schlau.Wir haben jetzt nur noch unseren schwarzen Kater Timmy, der nichts anstellt sondern uns einfach nur
    liebt, geliebt und beschmust werden möchte.

    In diesem Sinne herzliche Grüße von Tier zu Tier und Mensch zu Mensch, Elke Auler

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  3. Tja, da hat wohl die Natur ( Ginster & Co) dem Hund eine Grenze gesetzt, nach dem Motto.."bis hierher und nicht weiter"...jauuul

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