Sonntag, 27. Juni 2010

Der nette Bernard von nebenan hat 1,5 Milliarden € Schulden

Bernard McNamara ist das Gesicht der Immobilien-Katastrophe in Irland, die das Land wirtschaftlich in die Vergangenheit zurück katapultiert hat. Bernard McNamara, der stets bescheidene Immobilien-Tycoon aus dem County Clare zählte bis vor kurzem zur Top 5 der reichsten Iren. McNamara´s Milliarden-Projekte - Hotels, Geschäftshäuser, öffentliche Gebäude und Einkaufszentren – wurden von den seriösesten irischen Zeitungen in den höchsten Tönen gepriesen. Sein Reichtum - ein Palast in Dublin 4´s Diplomatenviertel und Häuser in Lahinch, Marbella, Manhattan – wurden bestaunt und beneidet. 


Nun ist Bernard McNamara pleite, fertig und am Ende: Er hat 1,5 Miiliarden Euro Schulden aufgehäuft, die Gläubiger sitzen ihm im Nacken und der Ex-Lokalpolitiker aus dem County Clare, der das kleine Bauunternehmen seines Vaters zur Milliardenmaschine ausbaute, haftet mit seinem Privatvermögen. In den vergangenen Tagen bekam Bernard McNamara laut Irish Independent Besuch von Brendan Walsh, dem Stadt-Sheriff von Dublin. Der Sheriff und seine Gehilfen betraten das Haus des gefallenen Tycoons in der Funktion des Gerichtsvollziehrs: Sie nahmen die Kunstsammlung von den Wänden, sammelten Wertgegenstände ein. Die Vermögenswerte sollen verkauft werden, um zumindest einige der Schulden McNamaras zu begleichen. Ein Tropfen auf den heißen Stein, gewiss, aber immerhin eine symbolische Handlung, um den Baulöwen auf der Insel klar zu machen: Das süße Leben ist vorbei.


Bernard Macnamara (im Foto links, mit Ex-Ministerpräsident Bertie Ahern) hat in den Jahren des irischen Immobilienwahns eines der größten Räder gedreht – und er merkte lange nicht, dass er auf Sand gebaut hatte: "Ich wurde unterwegs von dieser Sache getroffen, die niemand kommen sah", sagte Bernard vor kurzem. Er räumte bereitwillig ein, dass er bankrott und persönlich ruiniert sei, und er sprach Sätze wie: "Mein Kopf liegt auf dem silbernen Tablett", oder "Ich werde den Dingen ins Auge sehen, ich werde nicht abhauen. Alles, was ich nun noch tun kann ist, mich anständig zu verhalten." Bernard McNamara wurde von den Iren dafür geschätzt und bejubelt, dass er "bescheiden blieb", das er "einer der ihren blieb", weil er lokale Fußballfunktionäre im Hubschrauber nach Dublin flog, weil er "ein paar Biere im Pub einem Fünf-Gänge-Menü vorzog". 


Dass der Größenwahn, die Gier und die  Allmachtsphantasien der irischen Baulöwen maßgeblich zum Quasi-Bankrott Irlands beigetragen hat und dass die Bürger nun die Zeche für den Baurausch zahlen müssen, das wird mit jedem Haushaltplan der irischen Regierung klarer. Bernard McNamara scheint sich derweil im Mittleren Osten eine neue Existenz  aufzubauen. Seine Arabian McNamara Contracting ist laut Irish Independent in Quatar beim Ausbau des Flughafens von Doha schon wieder ganz dick im Geschäft.      

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