Mittwoch, 25. August 2010

Mit Beten und Sparen dem Bankrott entgegen

Ob die alternativen Therapien "Schönreden" und "Gesundbeten" auch gegen drohende Staatsbankrotte helfen?  Kein Tag vergeht, ohne dass man in den Medien nicht von den vorbildlichen Iren, den neuen Musterknaben Europas, den umsichtigen Sparern von der Insel lesen muss. Irland gilt in manchen Wirtschaftskreisen als tapferster Patient auf der Intensivstation der europäischen Staaten, der die bitterste Medizin mit einem Lächeln schluckt: Die Regierung in Dublin spart seit zwei Jahren, was das Zeug hält, beziehungsweise, was die geduldigen Irinnen und Iren noch mitmachen, ohne auf die Barrikaden zu steigen.

Das Magazin "Newsweek" verstieg sich vor kurzem sogar dazu, den irischen Ministerpräsidenten Brian Cowen in den Kreis der zehn besten Staatenlenker der Welt aufzunehmen. Begündung: Dieselbe. Mustersparer. Steuern rauf, Löhne und Gehälter runter. Hoffen und Beten. Daheim auf der Insel gilt Brian Cowen allerdings als Lusche, als lahme Ente, die demnächst von der eigenen Partei ausgewechselt werden wird, bevor diese selber bei den nächsten Wahlen abgewählt wird. Gerade 18 Prozent der Iren halten noch zu ihrem Taoiseach Cowen, der die irische Wirtschaft als Finanzminister maßgeblich mit in den Sumpf gefahren hat. Vier von fünf Iren meinen: Der "fiskalische Zuchtmeister" muss weg. 14 Prozent Arbeitslosigkeit, Auswanderung wie zu schlimmsten Zeiten und vor allem: keine Ahnung, woraus die viel zitierte neue Smart Economy wachsen und Wachstum kreieren soll, das sind gute Gründe für einen Abgang.

Während die Schönredner und Gesundbeter in Europa wahrscheinlich nur auf Zeit spielen, um erst den Niedergang Griechenlands zu verdauen und dann etwas entspannter die Scherben in Irland aufzusammeln, dürfen sich Irlands Steuerbürger auf die nächste Sparrunde einrichten. Die Schönredner wollen derweil seit Monaten schon das Licht am Ende des irischen Krisentunnels erspäht haben, und erklären alle, die diese Anzeichen nicht erkennen, für Blinde. Die vermeintlich Blinden aber bestehen darauf, dass Irland für den sturen Kurs, mehr als 50 Milliarden Euro in die Rettung hoffnungslos maroder Banken zu stecken, einen bitteren Preis wird zahlen müssen: Den Staatsbankrott.

Die Rating-Agenturen haben vor einigen Stunden die Richtung erneut klar angezeigt: S&P stufte Irlands Kreditwürdigkeit von AA auf AA-. Geld leihen wird noch teurer, die Schuldenschere öffnet sich weiter. Die wirtschaftlichen Aussichten sind schlecht und sie bleiben schlecht.

Kommentare:

  1. Wer bitte schön soll denn auf den "Tieschock" Thron??? Ich sehe da keinen wirklichen Kandidaten, der es auch nur annähernd besser machen könnte und wolle.
    Und welcher Teil der Ökonomie soll den Irland aus dem Dreck ziehen? Viele Iren haben bis Heute noch nicht richtig verstanden was hier eigentlich los ist!
    800 Jahre haben sie unter der Knute gelebt, ihnen wurde gesagt wo es lang geht und nichts anderes erwarten sie von der EU.
    Sie selbst haben keine Ahnung wo sie eigentlich hin wollen. Außer natürlich, mit Millionen um sich werfen ohne sich zu interessieren wo die eigentlich her kommen.

    Lässt sich gut mit dem "Beziehungsartikel" verknüpfen, nur das Mutti hier von auch keine Ahnung hat also muss die Ersatzmutter (EU) her.
    Ewig den gehätschelten Jungen spielen und bloß keine Verantwortung übernehmen.

    Ich traue den Iren rein gar nichts zu, sie tun gerade soviel um privat nicht ganz unter die Räder zu kommen. Für wirkliche Innovationen fehlt ihnen die Bildung, Biss und der Mut.

    Kuno

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  2. Ach ja, zum Thema Beten wenn man nicht weiter weiß, fällt mir ein Bild von Gestern,aus Pakistan, ein.
    Während der int. Helfer auf Fehlersuche an der nagelneuen Wasserpumpe ist, steht der Rest des Dorfes da und betet zu Allah.... weil der ja die Pumpe gebaut hat.

    Ein wahrlich göttliches Bild!

    Kuno

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  3. Lieber Kuno, vielleicht beten die armen Menschen in Pakistan einfach nur ein Dankgebet,an wen auch immer, daß endlich Hilfe angekommen ist und ich denke, Du würdest auch dankbar für klares, sauberes Wasser sein, wenn Du in dieser Lage wärst.

    Helga

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  4. Nee nee Helga,
    für die eingetroffene Hilfe hatten sie sich schon bei ihrem Cheffe bedankt.
    Danach waren ein paar Bewohner und der Helfer unterwegs eine Pumpe und einen Generator zu kaufen. Wieder zurück wurde alles zusammen gebaut und in Gang gebracht. Nur, die Pumpe saugte kein Wasser sondern Luft.
    Also kauerte der Helfer sich über die Pumpe, die Kamera schwenkte aufwärts und zeigte ein paar Männer die hinter ihm standen, die Hände öffneten, und anfingen zu murmeln.

    Und genau so sieht es momentan in Eierland aus.
    Biffo und Konsorten stehen an vorderster Front und überlegen wie sie den Karren aus dem Dreck kriegen und der Rest verzieht sich zum Popen und meint er bekommt ne Direktverbindung zum Oberhäuptling, um ihn inständigst darum zu bitten den Frontleuten eine Eingebung in die Großhirnrinde zu implantieren.

    Natürlich muß man auch ein wenig Humor haben um über solche Bilder schmunzeln zu können.;-)

    Kuno

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