Mittwoch, 20. Oktober 2010

Auf der M50 kassiert der Staat mit Geisterhand ab

Mautstation auf Irlands M8 – nur auf der M50 wird die Maut wie von Geisterhand eingetrieben.
Schwupp, schon wieder ein Bußgeldbescheid: Wer Dublins Entlastungs-Autobahn M50 fährt, wird von keinem Mauthäuschen und keiner Schranke aufgehalten. Die Nummernschilder der Autos werden elektronisch erfasst, der Gebührenbescheid samt gebührenpflichtiger Verwarnung liegt schon vier Tage später im Briefkasten. Die M50, die sich in einem Halbkreis westlich um die Hauptstadt Dublin biegt, ist seit 2009 Irlands erste schrankenlose Maut-Autobahn – und wer sich nicht registriert hat, wird mit derlei Briefchen zur Anmeldung stimuliert. Drei Euro nimmt der Staat für eine Fahrt mit dem Pkw über den Westlink – zwei Euro nur, wenn man sich registriert.

Wenig gekümmert hat dies bislang die Automobilisten aus Nordirland. Sie nutzten die Straße, erhielten wohl auch die Briefchen vom Maut-Eintreiber "eFlow", reagierten darauf aber oft nicht und blieben dem Nachbarstaat im ersten Jahr des schrankenfreien Mautsystems schlappe 2,2 Millionen Euro schuldig. Dass sich Autofahrer aus Belfast, Derry oder Lurgan sich jenseits der Grenze durch das geteilte Inselland sicher fühlen dürfen, gehört nun allerdings der Vergangenheit an. Auf Drängen des klammen Republik-Regierung wurde ein Abkommen unterzeichnet, das die Verfolgung der Mautpreller aus dem Norden möglich macht.

Die Autobahnen sind im Zeichen der Wirtschaftskrise übrigens geschätzte Dukatenesel. Die Regierung kündigte gerade an, dass sie die Autofahrer auf den Motorways des Landes bald noch intensiver und lückenloser zur Kasse bitten will. So wird das Autofahren vor allem in Irlands Osten zu einem immer teureren Vergnügen.  Die Maut macht´s.

PS: Welche Erfahrungen habt Ihr eigentlich mit Mietwagen und Maut gemacht?

Kommentare:

  1. Ich habe zwar keine Erfahrung mit Mietwagen, aber immerhin als Autofahrerin aus dem Westen, die nur selten nach Dublin fährt.

    Bei Mietwagen ist es so, dass man vorher fragen sollte, ob die Maut bereits drin ist. Ich nehme an, eher nicht. Aber das wissen Touristen vermutlich besser.

    Für den Rest ist es einfach, wenn man weiß, wie. Und das gilt vermutlich auch für Mietwagenfahrer.
    Man muss sich nämlich keineswegs vorher bei eflow anmelden. Das ist bei seltenen Spontanfahrten ohnehin zu langwierig. eflow ist eher für die Pendler und Vielfahrer im Raum Dublin gedacht.

    Es gibt die Bezahlstationen "payzone" (www.payzone.ie). Das sind in Dublin und auf jeden Fall im weiteren Umfeld von Dublin viele, viele Zeitungs- und Lebensmittelläden oder andere Dienstleister, die ein rosa Schild mit weißer Aufschrift "payzone" am Fenster angeklebt haben. Wenn nicht, wissen alle, wo es eine payzone-Station gibt.

    Da geht man dann rein, gibt seine Autonummer an, der Mensch an der Kasse hat ein Gerät dafür, und zahlt. Und fertig ist.

    Das ist zwar alles lästig, wenn man nur ein- oder zweimal über die M50 fährt und nach so einer Station suchen muss (gibt aber viele). Aber immer noch besser als über eflow langfristig planen zu müssen und Kontendetails angeben.

    Abgesehen davon sehe ich keinen signifikanten Zeitvorteil mit der "barrierefreien" M50. Ist alles, wie so Vieles in Irland, pseudomoderner Kokolores. Es gab ja schon vorher die Dauerkarte für Pendler, die durchfahren konnten. Einzelfahrer hatten auch nur einen Zeitverlust von vielleicht fünf Minuten. oder selbst wenn es 20 Minuten sind, das macht doch im Urlaub nichts aus, oder?

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  2. Hallo Markus, du fragst welche Erfahrung man mit einem Mietwagen hatte! Die eflow bezahlen, sonst belasten Sie dir deine Kreditkarte. So wurde es mir am Schalter erklärt. Ich haben bis heute noch nicht meine Kaution zurückbekommen! Die warten so lange bis sie sicher sind das da nichts kommt. Zur Not habe ich immer noch die Belege ( meine Empfehlung die gut aufbewahren )
    Lg vom See ans Meer
    Rainer

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  3. Lieber Markus,
    zum Thema Maut habe ich dieses Jahr beim Irlandurlaub gute Erfahrungen gemacht.
    Ich hatte bei "Dan Dooley" ein Auto gebucht. Bei meiner Ankunft wurde ich nach dem
    Ausfüllen der nötigen Formulare zum "Kiosk" am Dubliner Flughafen eskortiert.
    Zwar hätte ich den Kiosk auch alleine gefunden, aber der junge Mann (übrigens aus
    Prag) war sehr freundlich und fand es für nötig mich zu begleiten!
    Dort konnte ich die zu zahlende Gebühr von € 2,-- sofort bar bezahlen und war aller
    Sorgen enthoben (wo, wann und wie muss ich die fällige Maut denn nun bezahlen).
    Ich war angenehm überrascht, dass dies alles so reibungslos ablief.
    Dann hatte ich auch noch kurz vor Urlaubsende das Pech, dass mir Rollsplitt die Wind-
    schutzscheibe beschädigt hat. Ich habe mich dann telefonisch beim Auto-Vermieter
    in Cork gemeldet und man versprach mir rasche Hilfe.
    Am nächsten Vormittag brachte man mir ein neues Auto von L i m e r i c k nach Sligo,
    gleiche Marke, gleiche Farbe, 3000 km auf dem Tacho!
    Mein Cottage-Vermieter fungierte als Telefonstation und lotste den Fahrer zu meinem
    kleinen Häuschen, wofür ich ihm sehr, sehr dankbar war!
    Nebenbei bemerkt:
    Mein lieber Vermieter und seine Frau mit den Kindern sind wahre Schätzchen von der
    Art, wie mein Mann und ich die Iren von früher kennen!! Einfach liebenswert, immer
    hilfsbereit und freundlich; an meinem letzten Abend saßen wir bis 1 Uhr in der Nacht
    zusammen und quatschten über Gott und die Welt!!
    Obwohl Leo katholisch ist und Bullen aufzieht, versorgt e r Katze "Angie" liebevoll
    und zu ihrer vollen Zufriedenheit. Er verriet mir, dass sie besonders Lammfleisch liebt.
    Soviel nebenbei bemerkt über die "anderen" Iren.

    Wie immer, herzliche Grüße auf die Insel, Elke

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