Donnerstag, 11. November 2010

Ein Knast-Skandal der schlüpfrigen Art

Das Mountjoy-Gefängnis in Dublin
In Irlands Gefängnissen geht es schlimmer zu als in einem russischen Gulag – das zumindest behaupten Insider, die Orte wie Mountjoy, Arbour Hill oder St. Patricks Institution von innen kennen. Morde, Selbstmorde, Drogenexzesse, Revolten, Vergewaltigungen – die Geschichten, die aus dem irischen Knast nach außen dringen, sind haarsträubend – und mitunter sind es die Gefängnis-Direktoren selber, die aus lauter Verzweiflung die mittelalterlichen Verhältnisse im Knast anprangern oder deretwegen gar zurücktreten.

Am vergangenen Sonntag nun sorgte das Frauengefängnis von Mountjoy in Dublin, das Dóchas Centre, für gefälligere Schlagzeilen: Die Boulvardzeitung "Sunday World" bildete Insassinen des Knasts in Reizwäsche und sexuell provozierenden Posen ab. Irland lachte, und die Gefängnisleitung sah sich bis auf die Knochen blamiert. Wie konnte das passieren? Das will die Knast-Direktion von Mountjoy nun auch wissen und ließ gestern in einer beispiellosen Aktion das gesamte Frauengefängnis komplett auf den Kopf stellen und jeden Winkel ausleuchten. Gesucht wurde allerdings nicht nur nach Photo-Handys, auch Drogen und Waffen wurden eingesammelt. Die 150 Bewohnerinen von Dóchas mussten vorübergehend ausziehen und in einer Turnhalle untergebracht werden.

Der Gefängnis-Skandal der schlüpfrigen Art hatte auch erste Konsequenzen: Die beiden Knast-Evas, die ihre nackte Haut an vorderster Front in der Sunday Times präsentierten, wurden in das Gefängnis von Limerick verlegt. Und Irland diskutiert wieder einmal über seine unmenschlichen Gefängnisse: Im Dóchas in Dublin, dem einizgen Frauengefängnis des Landes, drängen sich 150 Frauen auf engstem Raum – der Frauentrakt wurde ursprünglich für maximal 85 Bewohnerinnen gebaut.

1 Kommentar:

  1. Haben sie bei der Aktion dann wenigstens irgendetwas gefunden oder war die Hauruck-Aktion ein Schuss in den Ofen?

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