Sonntag, 12. Dezember 2010

Diese Woche in Irland: Sparen und Frieren

 Das Wichtigste auf einen Blick: Was in der vergangenen Woche in Irland geschah, steht heute in unserem Wochenrückblick. Irland Blog-Autor Dirk Huck berichtet aus Dublin über die wichtigsten Ereignisse auf der Insel.





Regierung stellt Haushaltsplan 2011 vor
Am Dienstag stellte die Regierung ihren Haushaltsplan für 2011 vor, dem ersten Sparpaket von mehreren, mit denen Irland bis 2015 sein Defizit unter Kontrolle bringen will. Mittels Steuererhöhungen und drastischer Kürzungen bei Sozialleistungen sollen 2011 insgesamt sechs Milliarden Euro eingespart werden.
Die drakonischen Sparmaßnahmen lösten heftige Debatten im Parlament aus. Die Labour-Abgeordnete Joan Burton bezeichnete den Haushaltsplan als "last sting of the Fianna Fáil wasp". Enda Kenny von der Oppositionspartei Fine Gael kündigte bereits an, gleich nach den Neuwahlen Anfang nächsten Jahres einen neuen Haushaltsentwurf vorzulegen - allgemein wird davon ausgegangen, dass die Regierungspartei Fianna Fáil die Neuwahlen nicht übersteht.

Irland weiter herabgestuft
Die Finanzmärkte zeigten sich von Irlands selbst auferlegten Sparmaßnahmen wenig beeindruckt. Die Ratingagentur Fitch stufte Irlands Kreditwürdigkeit weiter herab auf ein unrühmliches BBB+. Damit rangiert Irland nun auf einer Stufe mit Staaten wie Libyen und Südafrika, aber noch vor Griechenland. Wer weiß, wie lange noch.

"The Big Freeze" hält an
Die große Kälte "The Big Freeze" setzte Irland auch diese Woche wieder kräftig zu. Schnee und Eis sorgten erneut in weiten Teilen des Landes für Behinderungen auf den Straßen. Krankenhäuser vermeldeten einen 50-prozentigen Anstieg bei Behandlungen von Knochenbrüchen aufgrund von Stürzen. Zum Ende der Woche stiegen die Temperaturen leicht an und Tauwetter setzte ein. Doch die Meteorologen sehen die nächste Kältefront bereits im Anmarsch...

"Singender Priester" verurteilt
In einem weiteren Fall im Rahmen der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen durch Priester wurde der ehemalige Priester Tony Walsh zu sechzehn Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte in den späten 1970-er und frühen 80-er Jahren drei junge Messdiener wiederholt missbraucht und vergewaltigt. Der heute 57-jährige Walsh war damals bekannt für seine Elvis-Imitation, mit der er mehrfach in der All-Priests-Show auftrat.

Arbeitlosenzahl weiterhin Anlass zur Sorge
Das Central Statistics Office meldet für den Monat November 425.000 Arbeitslose, oder 13.5 Prozent. Im dritten Monat in Folge wurde ein leichter Rückgang bei der Zahl der Neuzugänge verzeichnet. Allerdings sind 47 Prozent der Arbeitslosen mehr als zwölf Monate ohne Beschäftigung.

Unerwarteter Geldsegen
Ein Fehler im Computersystem der Bank of Ireland sorgte am Dienstag dafür, dass Kunden an Geldautomaten unverhofft einen großzügigen Überziehungskredit eingeräumt bekamen - auch wenn ihr Konto kein Guthaben aufwies. Prompt bildeten sich vor einigen Automaten lange Schlangen. Ob auch Finanzminister Brian Lenihan unter ihnen war, ist nicht bekannt. Es hätte ihm aber eh nicht viel genutzt. Denn zum Pech für die vermeintlich Glücklichen will die Bank nicht nur das Geld zurück haben, sondern auch die Zinsen für die Überziehung - ganz wie der Internationale Währungsfonds . . .









Der Autor: Dirk Huck. Wer mehr von Dirk lesen will:
Hier schreibt er seinen Blog.


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