Sonntag, 28. Februar 2010

Die Geschichte einer irischen Meerjungfrau


Demnächst kommen Irlandfans in den Kinos der Welt auf ihre Kosten: In wenigen Tagen startet Neil Jordans neuer Spielfilm "Ondine" – zunächst in den irischen Kinos. Das Fantasy-Märchen erzählt die Geschichte des irischen Fischers Syracuse, dessen Leben eine dramatische Wendung nimmt, als ihm ein schönes und geheimnisvolles Wesen ins Netz geht. Syracuses Tochter Annie glaubt, dass die Frau ein magisches Wesen, eine Meerjungfrau ist, während Syracuse sich hoffnungslos in Ondine verliebt. Ondine jedenfalls verändert das Leben der Menschen an der irischen Südwestküste.


Der Film des irischen Regisseurs wurde auf der Beara Peninsula im Südwesten Irlands abgedreht. Dort hat Neil Jordan ein Ferienhaus, dort lässt er sich immer mal wieder im Pub oder auf Volksfesten blicken. Vor zwei Jahren, während der Dreharbeiten, tauchte Jordan zum Entzücken der Frauen von Beara mit Colin Farrell auf einem Festival in Castletownbere auf. Frauenschwarm Farrell spielt den Fischer Syracuse und erliegt (nicht nur im Film) der Verwandten der germanischen Wassernymphe Undine. Ondine wird von der entzückenden Alicja Bachleda gespielt.

Die Beara Peninsula hat es dem international renommierten Regisseur Neil Jordan (The Crying Game, Breakfast on Pluto) seit Jahren angetan. Nun verewigt er die einzigartige Landschaft im äußersten Westen von West Cork in einem 111 Minuten langen Spielfilm. Die Leute von Beara dürfen Ondine übrigens als erste ansehen - nach den Gästen der Premiere in Dublin. In einem mobilen Kino, das einmal im Monat im Lastwagen ins ansonsten kino-freie Castletown rollt und vor der Gemeindehalle zum Hundertsitzer ausgeklappt wird, werden in der ersten Märzwoche vier mal 100 Einheimische das Fantasy-Epos vorab sehen können. Der aus Sligo stammende Jordan will auch kommen.

Danach startet Ondine in den Kinos der Insel. Der Filmstart in Deutschland ist noch nicht bekannt, Ondine wird aber mit Sicherheit in den kommenden Monaten auch auf dem Kontinent zu sehen sein.

Samstag, 27. Februar 2010

Das Irlandforum: Von guten Anwälten und "schlechten Menschen"


Das Irlandforum ist eigentlich eine gute Sache: eine Diskussions-Plattform im Internet, auf der sich Menschen über Irland, die Iren und irische Themen austauschen können, ein Forum für Alle, die sich aus irgendwelchen Gründen für Irland interessieren. Die einen wollen unbedingt hin – manche das erste, manche das zweite und einige das 30. Mal, manche sind gerade dort, weil sie dort leben, oder dort arbeiten, oder gar beides; und manche waren mal dort und sind nun wieder weg - manche mit guten und manche mit unschönen Erinnerungen.
Wer nun meint, dass ein gemeinsames Thema auch schon für Gemeinsamkeiten sorgt, der liegt mitunter daneben, und wer glaubt, das Irlandforum sei ein Ort der feinen Diskussionkultur, wo sich die Fans von Erin freudig über ihr Lieblingsthema unterhalten, der noch mehr. Vor allem in diesen Tagen. Seit zwei Wochen tobt im Irlandforum ein Krieg der Worte, der das Niveau nicht nur unter die Gürtellinie sondern auch über das rechtlich erträgliche Maß befördert hat. 

Worum geht es? Inhaltlich geht es um gar nichts. Zwar entzündete sich der Streit an der Frage, wie die Iren die Deutschen sehen, doch bald wurde die Diskussion von ein oder zwei anonymen Akteuren und einem öffentlich auftretenden Steigbügelhalter nur noch dazu benutzt zu beweisen, dass ein oder zwei böswillige Mitglieder im Schutz der Anonymität ein ganzes Internetforum gegen die Wand fahren können. Da wurde gepöbelt, beleidigt, gedroht und gemobbt, bis nicht nur die Grenzen des guten Geschmacks sondern auch die des Strafgesetzbuches überschritten waren. Und alles aus dem (vermeintlichen) Schutz der Anonymität heraus. 

Das erschreckte all die Mitglieder, die unterscheiden können, was richtig und was falsch, was gut und was schlecht ist – und die nicht verstanden, warum einige verhuschte Figuren mit massiven Ego-Problemen nicht besser zur Psychotherapie gehen anstatt interessante Forums-Diskussionen vorsätzlich zum Entgleisen zu bringen. Doch dIe Anonymität des Internets befördert leicht das Schlechteste in manchen Menschen zutage, weil diese sich zu sicher fühlen, dass ihre Identität unerkannt bleibt, weil sie glauben, dass sie für ihre verbalen Gewalttaten nicht zur Rechenschaft gezogen werden können, oder weil sie zu sicher sind, dass sie gegenüber öffentlich auftretenden Mitgliedern grob austeilen können, ohne selber einstecken zu müssen.

Nun allerdings ist der Fall eingetreten, dass Irlandforum-Betreiber Thorsten Blum die Reißleine zog. Die Beleldigungen, Drohungen und Pöbeleien waren offensichtlich gravierend genug, dass der ansonsten liberale und trotz seiner geschäftlichen Interessen Vieles tolerierende Blum handeln musste: Er löschte mehrere juristisch relevante Diskussionen und schließlich auch das Nutzerkonto des Verbal-Schlägers "Lierum O'Reilly". Der Ausschluss ermunterte den anonymen Feigling nur dazu, noch einen draufzulegen, einen eigenen - widerum anonymen - Blog zu starten und in diesem erneut Forums-Betreiber Thorsten Blum zu beleidigen, zu attackieren, zu bedrohen und lächerlich zu machen. Der Steigbügelhalter von "Lierum O'Reilly", ein im Westen der Insel wohnender Deutscher, der sich in Irland nach eigenen Angaben äußerst unwohl fühlt, sekundierte abermals fleißig und attackierte Thorsten Blum ebenfalls via Blog.

Und nun, plöpp, findet die Story ganz peppig im wirklichen Leben ihre Fortsetzung: Die vermeintliche Spielerei im Internet hat ein un-virtuelles Nachspiel. Thorsten Blum wehrt sich und teilt mit: "...die Angelegenheit wird von unserem Anwalt bereits weiter verfolgt". Sagen wir es mit Charles Dickens positiv: "Ohne schlechte Menschen gäbe es keine guten Anwälte".

Charles Dickens letzte Worte waren übrigens: "Ja, auf den Boden." Wünschen wir den (oder dem?) anonymen Hasspredigern des Irlandforums, dass sie dorthin zurück kommen, ja, auf den Boden der gemeinsamen Werte. Auch von unten gibt es einen Weg zurück dort hin. Und hoffen wir, dass das Irlandforum sich schnell wieder seiner eigentlichen Aufgabe widmen kann; denn eigentlich ist es eine gute Sache.


*

PS: Der Wanderer hat seine Versuche, im Irlandforum mit den Anonymen zu diskutieren nach den letzten Erfahrungen eingestellt. In einer assymetrischen Beziehung wird die Anonymität letztendlich zu oft als Waffe genutzt, die eine faire Diskussion zerstört.

Freitag, 26. Februar 2010

Müssen Wanderer für die Berge in Irland Eintritt bezahlen?

Ein Farmer in Süd-Kerry im Südwesten Irlands sorgt derzeit für Negativ-Schlagzeilen: Der Mann in Cummeengeera auf der nördlichen Beara Peninsula verlangt offensichtlich vier Euro von jedem Wanderer, der sein Land betritt, um in die Berge der Caha Mountains zu gelangen. Dan Healy besitzt Land am Fuß der Cahas und kassiert der Organisation "Keep Ireland Open" (KIO)  zufolge Bergwanderer systematisch ab, die die Berge Eskatarriff (Foto: KIO), Bireca oder Lackaban besteigen wollen.

Während der Farmer sich darauf beruft, lediglich Parkgebühren für einen von ihm zur Vergügung gestellten Parkplatz zu erheben, zitiert die  Bürgerinitiaitve KIO, die sich für den freien Zugang zu den irischen Bergen stark macht, ein vom neuen Abgabezwang betroffenes Mitglied: Dieser will selber erlebt haben, dass Farmer Healy für ein Fahrzeug mit fünf Personen 20 Euro verlangt hat – und damit eindeutig Eintritt für den Zugang zu den Bergen beanspruche. Auch habe er Geld von Wanderern verlangt, die nicht auf seinem Hof geparkt haben. Keep Ireland Open ruft deshalb Wanderer dazu auf, standhaft zu bleiben und für den Zugang zu den Bergen kein Eintrittsgeld zu bezahlen.

Der neuerliche Konflikt auf der Beara Peninsula rührt an einen wunden Punkt: Der Zugang zu Bergen, Stränden und Sehenswürdigkeiten ist in Irland nur unzureichend geregelt. Die meisten Orte gehören Privatleuten, diese wiederum werden vom Staat oft finanziell allein gelassen und sehen deshalb nicht ein, weshalb sie ihr Land für Wanderer, Spaziergänger und Touristen öffnen sollen. Generell gilt: Zugang gegen Geld ist auch bei den Landbesitzern eher verpönt, für Dienstleistungen wie Parkgelegenheiten, Wegzehrung oder Führungen dagegen darf Geld genommen werden.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Mein Leben in Irland (7):
Madeleine Calaido Weber, Fotografin

Auswandern, Ortswechsel, Neubeginn: Warum zieht es Deutsche (auch Schweizer und Österreicher) ausgerechnet nach Irland? Wie leben sie dort? Wurden ihre Erwartungen erfüllt, was gefällt ihnen, womit haben sie Probleme? Wir stellen Menschen vor, die den Sprung gewagt haben und auf der Insel leben.

Madeleine und ihr Zirkus-Hund "Juni"


Madeleine Calaido Weber lebt seit sieben Jahren in Cahersiveen, County Kerry. Madeleine ist gelernte Grafik-Designerin und mehrfach ausgezeichnete Natur-Fotografin und arbeitet als Freelancer auf der Insel.


Madeleine, warum lebst Du in Irland? Was hat Dich hierher geführt?
Der Regen ( :
Meine Fotografie-Design-Diplomarbeit hatte zum Ziel, die Schönheit von Regen zu manifestieren und die menschlichen Gefühle und Beziehung zu Wasser zu dokumentieren. Irland lag klar auf der Hand. Ich reiste 5 Wochen durch Irland, und Kerry hielt mich in Atem - ebenfalls die 4 Wochen anhaltene Hitze-Periode.


Ist Dein Aufenthalt zeitlich begrenzt?
Nein.


Eine kleine Auswahl von Madeleines Fotografien:








Haben sich die Erwartungen an das neue Leben erfüllt? Wie gefällt es Dir heute?
Ich war in tiefer Sehnsucht nach einem Leben mit und in der Natur. Ich brauche sie - sie ist das schönste Wesen, um das ich weiß.

Blick auf Cahersiveen von Valentia aus.  Photo: Madeleine Weber

Wie lebt es sich als Deutsche auf der Insel? Wie kommt Du mit der irischen Mentalität und mit den Menschen zurecht?
Nun, die Wertigkeit von Zeit und das Bedürfnis nach "Präzision" mußte ich anpassen. Ansonsten liebe ich den irischen Humor, die Neugier und die "Das-wird-schon" Gelassenheit vor Ort. Wann immer ich in Berlin bin, vermisse ich den Zeigefinger-Faher-Gruß oder das genuschelte "How are you" des Vorbeigehenden und gebe nach dem zehnten nicht erwiderten Gruß hoffnungslos auf. Aber dieses ist sicherlich ein Phänomen von Kerry und den irischen Dorfgemeinschaften - ich mag es sehr.
Ich halte mich von politischen Vergangenheitsdiskussionen fern und habe bereits 130 mal die Geschichte des Mauerfalls erzählt (erzählen müssen) und weiß um jeden Deutschen in der Blutlinie meiner Kleinstadt (unfreiwillig). Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Iren sehr sympatisch finde. Am meisten mag ich jedoch die uralten Knollnasen-Iren, die noch all die mystischen Geschichten kennen. Keiner kann so erzählen wie sie und keiner ist mehr so verbunden mit dem Naturgeist wie diese.

Hast Du irische Freunde, einen Freundeskreis, gute Bekannte?
Weniger. Ich finde es schwierig, mich mit Gleichaltrigen hier vor Ort zu verbinden. Mein Freundeskreis besteht hauptsächlich aus anderen Einwanderern anderer Nationalität. Ich stehe allerdings in freundlicher Verbindung mit meiner Stadt und war immer willkommen vom ersten Tag an. Die tiefsten Beziehungen habe ich zu anderen Künstlern vor Ort, weil uns das Gleiche anzog oder hierher verschlagen hat.

Was magst Du besonders an Irland?
Das Wetter (ja wirklich) und das Meisterstück Natur.
Irischen Humor und Gelassenheit.

Es lebe die Bauernschlauheit.



Was magst Du nicht an Irland?

Die irische Küche.

Die Alkoholobsession und den Inselzuschlag auf alles.


  
Was aus der „alten“ Heimat vermisst Du hier?

Nichts!


Hat sich Dein Blick auf Irland in der Zeit, in der Du hier lebst, stark verändert? 

Ja. Ich bin als Tourist hier gelandet, mit Geld und Sicherheit im Gepäck, einem immer vollgetankten brandneuen Mietwagen und dem Luxus, alle Aufmerksamkeit der Schönheit der Inselnatur zu widmen. Es ist eine ganz andere Geschichte, wenn man auf die Insel zieht und überleben muss. Arbeiten 7 Tage die Woche, den Strand vor der Tür und keine Zeit, die wahre Attraktion von Irland zu genießen. 

Let's face it - es ist Luxus, den alten Kelten nachzujagen, an Klippen den Sonnenuntergang zu genießen und sich abends im Pub unters Volk zu schmeißen. Das Essen und die Miete müssen genauso bezahlt werden wie in Deutschland. Obwohl ich die Iren als sehr freundlich und offen gegenüber Ausländern empfinde, werden sie doch für einen Flyer lieber den vierzigsten Cousin mit der selbstständigen Agentur fragen als einen Zuwanderer. 


Madeleine bei der Arbeit 

Wie konntest Du Dich beruflich integrieren und behaupten?

Ich wurde ein Jahr lang beobachtet und meine Arbeitsqualität wurde getestet. Als ich den Test bestand, wurde ich wahrhaft mit offenen Armen empfangen und habe das Glück, viele Aufträge zu erhalten, basierend auf meinen etablierten sehr guten Ruf und der Kundenzufriedenheit, die sich schnell herumspricht. Als ich 2005 mit meiner Fotografie "peace" den renommierten AIB Bank Calender Contest gewann, half dies ebenfalls, Integrität zu finden. 


"Peace" - Killarney Lakes mit Ruderboot. Photo: Madeleine Weber

 Mein XXL Panorama Kalender für 2010 "Die Grüne Küste Irlands" war in wenigen Tagen ausverkauft. Es besteht eine große Nachfrage und Sehnsucht nach Magie – und die irische Natur ist deren Verkörperung. Mein Photoblog ist sehr gut besucht und ich bekomme Druckanfrangen und berührende Nachrichten aus der ganzen Welt. Ich gebe auch Einzelunterricht für Amateure und Semi-Professional Fotografen, die ihre eigenen Fotokünste verbessern wollen.


Old Barracks Cahersiveen mit Sonnenaufgang.  Photo: Madeleine Weber

Was gefällt Dir an Deiner Arbeit am meisten?

Ich habe das Glück, dass Naturfotografie ein Teil meines Jobs ist. Mittlerweile kann ich es gut ausbalancieren und bin jeden Tag im irischen Busch unterwegs - ein Segen, so wie ich das betrachte. Man sieht mich selten in der Stadt, man findet mich auf Bergen, an den Klippen und im Wald - Tag und Nacht - mit der freudigen Beschäftigung Irlands Magie zu erkennen, einzufangen und zu teilen.


Würdest Du den Schritt noch einmal tun?

Immer wieder.



Madeleine publiziert den Photo-Blog  www.calaido.blogspot.com 
Ihre Website: www.calaido.com
Mobile: +353 (0)85 7803273

Mittwoch, 24. Februar 2010

Comeback der Swansea-Cork-Fähre:
Leinen los für die „MS Julia“

35 Tage vor Ostern feiert der 2010 die Fährverbindung zwischen Cork und Swansea wieder aufnehmen und damit eine Transportlücke schließen, von der auch Irlandreisende vom Kontinent profitieren. Die zehnstündige Fahrt mit der Autofähre vom Swansea in Wales durch die Keltische See in die zweitgrößte Stadt der Republik Irland spart Besuchern von Irlands Süden einige hundert Kilometer Fahrt auf der Straße.

Am 1. März, einem Montag, wird die Julia abends um 21 Uhr erstmals vom Fährhafen von Ringaskiddy bei Cork ablegen und das Comeback der Fährverbindung auf der Südroute zwischen Irland und Großbritannien einläuten. Die 153 Meter lange Autofähre wird danach dreimal pro Woche nach Irland (mittwochs, freitags und sonntags) und dreimal nach Wales (dienstags, donnerstags und samstags) verkehren. In der Hochsaison ab dem 11. Juli bis Ende August wird die Frequenz auf jeweils vier Überfahrten erhöht. Die von vier Pielstick-Dieselmotoren angetriebene Autofähre kann übrigens 20 Knoten schnell fahren – das sind etwa 37 Kilometer pro Stunde.

Auf zehn Decks darf die Julia bis zu 1860 Passagiere, 440 Autos und 40 Lastwagen transportieren. Das gut ausgestattete Fährschiff, das vor drei Jahren komplett saniert wurde, verfügt über Restaurants, Bars, mehrere Shops, über ein Kino und einen Spielbereich für Kinder. Vor allem aber befinden sich an Bord über 300 Kabinen – und die machen den Unterschied zu einer üblichen Autofähre aus. Die Route zwischen Swansea und Cork ist nämlich die längste der zehn bestehenden Verbindungen zwischen einem Hafen auf britischer und einem auf irischer Seite – dies ist zugleich ihr Vorteil. Für die zehnstündige Überfahrt auf der Fastnet Line, die jeweils um 21 Uhr abends beginnt, werden Schlafkabinen bereitsgestellt. Die Reise ist lang genug, um gut auszuschlafen und erholt morgens um sieben Uhr am Ziel anzukommen.

Im Vorfeld des Neustarts wurde wiederholt die Frage aufgeworfen, ob Irland diese neue, alte Fähre wirklich benötigt - zusätzlich zu den drei Direktverbindungen aus Frankreich nach Cork und Rosslare und zu den zehn Services durch die Irische See nach Rosslare, Dun Laoghaire und Dublin, sowie in den Norden nach Belfast und Larne. Die Antwort der Marktforscher war ein klares „Ja": Sie identifizierten zwei entscheidende Vorteile für die Swansea-Cork-Fähre: Zum einen die Nachtverbindung mit Übernachtungsmöglichkeit; zum anderen sparen Reisende viele Kilometer Fahrt auf den Straßen. Wer aus dem Großraum London über die Autobahn M4 nach Westen fährt, erhält mit der Fastnet Line die direkte Verbindung nach Cork, in Irlands Haupstadt des Südens, und weiter ins County Cork, nach Kerry und Clare.
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Der Wanderer – per Email-Posting
Die ausführliche Story über das Comeback der Autofähre ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Irland Edition nachzulesen. Erhältlich bei www.irland-edition.de oder am gut sortierten Kiosk.

Heute morgen ist Blog-Pause: Technische Probleme bei Google

Die von diesem Blog genutzte Applikation von Google wird gerade erweitert. Künftig kann man bis zu zehn Seiten parallel publizieren. Die Zeiten des mageren Einseiten-Postings gehen damit zu Ende. Das Aufspielen der neuen Funktionen bereitet Google allerdings offensichtliche Probleme. Heute morgen funktioniert der Editor nicht. Neue Nachrichten aus Irland gibt es, sobald Google das System im Griff hat. Danke für die Geduld. Mittwoch 10:29 Uhr. Der Wanderer via E-Mail.



Dienstag, 23. Februar 2010

Hilfe erwünscht:
Welches ist das lustigste Irland-Foto?



Auf diesem Blog suchten wir in den vergangenen Wochen "Das lustigste Irland-Foto". Wir haben 20 Einsendungen erhalten und stellen diese nun in dieser Dia-Schau vor. Wer Lust hat, kann gerne seinen persönlichen Favoriten benennen, und damit die "einköpfige Jury", die alleine aus dem Wanderer besteht, ordentlich beeinflussen. Immerhin geht es auch darum, wer eine Einladung zur Wanderlust Wanderwoche vom 1. bis 8. Mai in Südwest-Irland gewinnt. Also: Unterstützung ist erwünscht.

Der Gewinner / die Gewinnerin wird am kommenden Wochenende ermittelt, informiert und eingeladen.

Zur Technik: Die Diaschau kann angehalten und zum Anschauen einzelner Motive manuell bedient werden.Zum Anzeigen des Menüs einfach mit der Maus über das Foto fahren. Zum Vergrößern der Fotos bitte auf das Foto klicken, um zum öffentlichen Web-Album zu gelangen.

Montag, 22. Februar 2010

Die Grüne Partei auf der Grünen Insel ist keine wirklich grüne Partei

Eine Grüne Partei gibt es auch auf der Grünen Insel. Die Frage ist: Wie lange noch. Die "Green Party" sitzt seit dem Jahr 2007 als Junior-Partner der Machtmaschine Fianna Fail in der Regierung und gibt sich seitdem alle Mühe, den Nachweis der eigenen Überflüssigkeit zu erbringen. Wer jetzt denkt, in Irland gäbe es keine originär "grünen" Themen, der irrt sich gewaltig. Zahlreiche ökologische Probleme müssten von engagierten Streitern für eine intakte Umwelt gelöst werden. Die sechs Abgeordneten der Grünen im irischen Parlament und die Minister in der Regierung haben die Prioritäten allerdings anders gesetzt: Machterhaltung um jeden Preis statt grüner Programmatik, Realpolitik statt ethischer Prinzipien, Steigbügelhalterei für die Dauerregierenden von Fianna Fail statt klarer eigener Positionen.

Vergangene Woche etwa stimmten die Grünen in einem Misstrauensvortum gegen den oppportunistischen und politische Gegner verleumdenden Verteidigungsminister Willie O´Dea für dessen Verbleib im Amt. Sie wollten kein Fehlverhalten des FF-Politikers erkannt haben, und standen damit bald ziemlich alleine. Als der Parteivorsitzende der Grünen per Twitter nachträglich die Reißleine zog – und mit einem Rücktritts-Appell per Tweet für das erste prominente Online-Opfer der irischen Politik sorgte – wurde die grüne Malaise erst vollends offenbar. Immerhin: Der zunächst "gerettete" FF-Politiker O'Dea musste dann doch noch zurücktreten, und nun wartet man, wie lange es die Grünen und damit die gesamte Regierung noch machen werden.

Kennzeichnend für die desolate Lage der irischen Grünen ist die Terminierung ihres Parteitags: Die Live-Übertragung am 27. März im irischen Fernsehen fällt ausgerechnet in die Earth Hour - dieser einen Stunde im Jahr, für die Umweltgruppen die Menschen weltweit aufrufen, ihre Lichter und Elektrogeräte eine Stunde lang abzuschalten. Im vergangenen Jahr hatte der Umweltminister der Grünen, John Gormley, die Bevölkerung dazu aufgerufen, nicht nur die Lichter sondern auch die Elektrogeräte im Haushalt auszuschalten. Wer den "obersten Umweltschützer" des Landes ernst nimmt, wird deshalb am 27. März auf die TV-Berichterstattung vom Grünen-Parteitag verzichten müssen. Viele Iren meinen nun: "John, turn off the light and take Brian home with you".

Sonntag, 21. Februar 2010

Sag mir, wo die Euros sind, wo sind sie geblieben?

Das Musterland Irland ("einmal Armenhaus - Wohlstandsinsel und zurück") galt vor zwei Jahren noch als "reichstes" Land Europas und als eines der wohlhabendsten der Welt. Der Wanderer fragte sich in den Jahren des röhrenden Celtic Tigers manchmal, ob er an Realitätsverlust leidet. Zu krass der Unterschied zwischen den Jubelmeldungen der Medien und der eigenen Wahrnehmung. Obszön zur Schau getragener privater Reichtum war durchaus erkennbar, aber besuchte er in den Jahren des kollektiven Rausches ein Krankenhaus, eine Behörde, eine Schule oder ein öffentliches Schwimmbad, dann fühlte er sich – "no offence" - oft in einem Entwicklungsland zuhause. Wer in den fetten Jahren versuchte, diese Diskrepanz zu thematisieren, galt schnell als Nestbeschmutzer, Stänkerer oder gar Neidhammel.


Nun, da der Rausch verflogen und der Kater überwunden ist, kehrt auch in Irlands Selbstwahrnehmungs-Rituale der Realismus ein. Nicht nur, dass A- bis D-Promis heute gerne darüber Auskunft geben, wie "überheblich", "arrogant" und "verschwenderisch" oder "verdorben" die Celtic-Tiger-Society am Ende gewesen sei: Auch die großen kollektiven Lebenslügen der vergangenen Epoche werden allmählich entlarvt.


In einer bemerkenswert offenen Analyse hat Irlands größte Vermögensberatung, "Davy Stockbrokers", nun mit der Legende vom  "reichen Irland" aufgeräumt: Irland hat die hohen Einkommen der fetten Jahre vergeudet. Die Unternehmen haben die Milliarden falsch investiert. Davy-Ökonom Rossa White sagt: "Irland war nie ein reiches Land, weil die enormen Einkommen der vergangenen Jahre nicht richtig angelegt wurden". Denn im Vergleich mit ähnlich großen europäischen Ländern hat Irland bis heute eine schlecht entwickelte Infrastruktur. "Iren, die einmal Belgien oder Finnland besucht haben, würden nicht mehr behaupten, dass Irland wohlhabender sei", unkt Rossa White und weist auf den überlegenen sichtbaren Wohlstand dieser Länder hin, auf die gute Verkehrsinfrastruktur, auf die funktionierenden Telekommunikations-Netzwerke und auf die vergleichsweise hervorragenden öffentlichen Einrichtungen. 


 Sag mir, wo die Euros sind. Wo ist all das viele schöne Geld der Irinnen und Iren geblieben? Ganz einfach: Sie haben sich zu maßlos überhöhten Preisen gegenseitig ständig neue Grundstücke und Häuser verkauft, die nun, nach dem Platzen der Immobilien-Blase (die ein riesiger Ballon war), fast nichts mehr wert sind. Wie dramatisch die Wertberichtigung ist, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Athlone in County Westmeath: Ein Grundstück, das auf dem Höhepunkt des Spekulationsfiebers im Jahr 2006 mit 31 Millionen Euro bewertet wurde, würde heute gerade noch 0,6 Millionen Euro erlösen.  


Da hat die ganze spielfreudige Nation aufs falsche Pferd gesetzt, mächtig angetrieben und angeheizt von einem selbstsüchtigen Trainerstab, der Fianna Fail-Regierung. Ein Großteil des schönen Geldes ist nun weg, vernichtet. Anders als bei Sport und Spiel allerdings sitzen dieselben Trainer, die für das Debakel verantwortlich sind, noch immer auf der Bank und "tragen die Verantwortung" für das Land. Auch das ist Irland – das Land der Geduldigen, der politisch Apathischen, auch der Gleichgültigen. Die wütenden Griechen, die derzeit mit geballten Fäusten durch die Straßen ziehen und damit drohen, ihre Bankrotteurs-Regierung auf die Reservebank zu schicken, sie skandieren immer wieder: "Wir sind nicht Irland".  

Samstag, 20. Februar 2010

Und täglich grüßt der Morgenfrost

 Morgens beim Aufwachen fühlt man sich in diesen Tagen in Irland ein wenig wie Bill Murray in "Und täglich grüßt das Murmeltier". Augen auf, nicht möglich, schon wieder: Die Berge weiß, die Wiesen weiß, der Teich zugefroren, die Wasserleitung dazu. Sind wir in einem Schachteltraum oder im immer gleichen Tag gefangen? Nein, es ist die coole Realität: Das ist Irland im Winter 2010.

Seit dem 15. Dezember hält ein ausgewachsener kontinentaleuropäischer Winter die üblicherweise von mildem Wetter verwöhnte Insel in seinem eisigen Bann. Diese Zahl spricht für sich: In Bantry Bay, West Cork, bringt ein durchschnittlicher irischer "Winter" durchschnittlich zwei, drei oder vier Frostnächste mit sich. Im Winter 2009/10 zählten wir bislang bereits 43. Unser Nachbar und Hobby-Meteorologe Stefan formuliert prägnant: "In diesem Winter hatten wir schon jetzt so viele Frostnächte wie in den vergangenen 20 Jahren zusammen" – und die Wetterprognostiker von Met Eireann prophezeien uns mindestens eine weitere eisige Woche mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.  So wachen wir auch in den kommenden Tagen mit dem Ohrwurm von Sonny & Cher auf: "They say we´re young and we don´t know.... I GOT YOU BABE."

Freitag, 19. Februar 2010

Irland wirbt verstärkt um deutsche Urlauber

Irlands Tourismuswerber wollen deutsche Urlauber mit neuen Methoden auf die Insel locken: Die Werbung für die Grüne Insel soll laut Tourism Ireland in Frankfurt jünger, prägnanter und klarer werden. Die Erfolge hingegen sollen künftig eher verklausuliert werden: 470.000 Deutsche haben im Jahr 2008 Eire besucht, die Zahlen für das Rezessionsjahr 2009 werden noch als Geheimnis gehütet, und die Prognosen für 2010 werden nur noch in Marktanteilen angegeben. Ob diese Vernebelungsaktion nun kluger Vorhersehung, fehlendem Mut oder einem allgemeinen Trend geschuldet sind, ist eigentlich egal. Es ist jedenfalls albern, wenn wir erfahren, dass die Destination Irland ihren Reisemarktanteil in Deutschland - gemessen am Gesamtmarkt "der zwölf stärksten Mitbewerber" – von 1,26 auf 1,3 Prozent steigern will.

Immerhin: In der Beliebtheit der Deutschen steht Irland als Urlaubsland derzeit auf Platz zehn. Das haben Marktforscher für die Tourismuswerber von der Insel herausgefunden – und das Ziel ist es nun, mit ebenso schlauer wie sparsamer Werbung am Ende dieses Jahres einen Platz gut zu machen. Das macht Sinn, denn umgekehrt sind die Deutschen nach den US-Amerikanern und den Briten die eifrigsten Irland-Besucher – und das schlummernde Potential neuer germanischer Irland-Fans erscheint riesig.


Im Frühjahr wird es eine neue Werbekampagne für Irland im deutschen Fernsehen geben. Im Kampf um Images, Sympathie und Marktanteile will Tourism Ireland die Aufmerksamkeit der Deutschen mit einer "klaren visuellen und inhatlichen Fokussierung" gewinnen und sich in der Werbung auf sogenannte "Icons" konzentrieren. Icons für Irland sind zum Beispiel der Rock of Cashel oder die Cliffs of Moher. Wenige prägnante Wahrzeichen der Insel sollen im Marketing immer wiederkehren und so das Bild von Irland in den Köpfen der Leute schärfer und zugleich stärker prägen (Der Marketingmensch nennt das "Penetrieren").

Und jünger soll die Werbung werden: Statt der Konzentration auf die Kernzielgruppe der über 50jährigen Irlandfans widmet sich die neue Marketingstrategie nun auch verstärkt Menschen ab 25 Jahren. Die kamen vor zwei, drei Jahren noch freiwillig ins hippe Dublin, das damals als das neue Metropolen-Mekka Europas gefeiert wurden. Doch die Zeiten sind vorbei, seit die tiefe Wirtschaftskrise den Lebens-Takt an der Liffey diktiert.

Die Tourismusbranche ist nach Auskunft von Tourism Ireland der zweitgrößte Wirtschaftsfaktor der Insel – und muss deshalb (nach dem Totalausfall der Bauwirtschaft) verstärkt in die Verantwortung. Doch auch das Geschäft mit dem Urlauber hat im vergangenen Jahr stark gelitten, die Verluste waren gravierend. Zeit also, die Besucherzahlen mit tollen Angeboten und guten Preisen wieder zu verbessern – oder zumindest die Marktanteile steigern.

Fotos: Tourism Ireland

Donnerstag, 18. Februar 2010

Was kaufen Iren eigentlich im "Head Shop"?

Ist das die irische Lösung für ein irisches Problem? Über 40 Jahre nach Ihrer Erfindung in "Flower Power San Francisco"  sorgen sogenannte "Head Shops" in Irland für eine Menge Rauch. In den vergangenen Tagen gingen in Dublin das "Nirvana" und das "Happy Hippy" in Flammen auf. Head Shops verkaufen vor allem synthetische und pflanzliche Drogen, die von Staats wegen nicht verboten sind – die deswegen aber noch lange nicht wirklungslos sind.

Die Polizei in der Hauptstadt hat starke Hinweise auf Brandstiftung – und auch darauf, dass Unbekannte ein Problem lösen wollen, das die irische Regierung toleriert. Denn Head Shops sind in Irland –  wie auch andernorts in Europa – nicht verboten. Nun wird spekuliert, ob "besorgte" Eltern, die Konkurrenz von der organisierten Drogenkriminalität oder gar para-politische Kreise zum Brandbeschleuniger griffen. Interessant auch der Aspekt, dass die Feuerwehr unter der Brandruine des Nirvana in Dublins Capel Street einen Safe mit einer halben Million Euro fand.

Die wahren Abenteuer sind immer noch im Kopf. Was macht die Head Shops im Jahr 2010 in Irland zum florierenden Geschäftmodell? Welche Produkte verkaufen die Drogen-Shops? Flapsig gesagt: Abenteuer für den Kopf. In den 60er Jahren, als die ersten Head Shops in San Franciscos Hippie-Viertel "Haight Ashbury" auftauchten, versorgten sie den Cannabis-Raucher mit allerlei Accessoires: Blättchen für die Joints, Wasserpfeifen, Pfeifen mit klangvollen Namen wie "Chillums" oder "Bongs" – und unter dem Ladentisch natürlich auch mit der eigentlichen Ware - mit Haschisch, Marihuana, auch LSD.

In Deutschland tauchten die Head Shops Ende der 70er-Jahre auf, als Irland sich noch überwiegend sonntagmorgens am Duft des Weihrauchs und danach am Stout berauschte. Doch die Zeiten haben sich auch auf der Insel geändert. Die irische Gesellschaft plagt ein veritables Drogenproblem. Der Konsum illegaler Drogen ist weit verbreitet – und wo es staatliche Verbote gibt, gibt es immer auch Hintertürchen. Eines davon ist der Head Shop, der "Legal Highs" verkauft, den ganz "legalen Rausch".

Drogenkonsumenten, denen es nicht reicht, auf irischen Schafswiesen im Dung zu stochern, und psychoaktive Zauberpilze (psylocybin-haltige Magic Mushrooms) zu sammeln, oder in Mutters Ziergarten von der Datura zu naschen, kaufen im Head Shop gerne halluzinogen wirkende Rauchmischungen mit klangvollen Namen. Ein kleiner Blick ins Sortiment, das laut Shop-Management ausdrücklich "nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist" (sondern nur zum Inhalieren):

* Salvia: Der "Wahrsager-Salbei" Salvia Divinorum  – in Deutschland mittlerweile verboten – wurde in traditionellen Gesellschaften bei schamanischen Feier- und Heilritualen benutzt. Heute verspricht er entgleisenden Jugendlichen ein "High", das dem von LSD vergleichbar sei, nur eben legal.

* Smoke XXX:  Wie das inzwischen verbotene "Spice" wird diese Rauchmischung als Ersatz für Cannabis angeboten – mit dem zweifelahften Hinweis, dass es noch besser wirkt als das Original.

* Kratom: Eine psychoaktive Pflanzendroge aus Asien, die aus den Blättern des Kratom-Baumes gewonnen wird. Wird mit LSD assoziiert.

* Party-Pillen: Von "Craic" über "Doves" bis "Trip-E" sind wilde Mixturen aus Pflanzendrogen und synthetischen Drogen im Angebot, alle mit dem großen Versprechen: "Be one with the universe. Be in a state of bliss." Eins mit dem Universum, voll glücklich, Du.

Die Wahrheit ist am Ende banal, ernüchternd, oft schmutzig und schockierend. Head-Shop-Drogen mögen manchem Konsumenten ein wenig Licht in ein offensichtlich wenig berauschendes Leben "zaubern", in der Regel aber verschärfen sie die Probleme der meist auf schmalem Grat balancierenden jugendlichen "User"; und alle Eltern, deren Kinder noch nie einen Head Shop von innen gesehen haben, dürfen sich glücklich schätzen. Ob Halbwelt-Läden wie das Nirvana deshalb geschlossen oder in Selbstjustiz abgefackelt gehören – das ist eine ganz andere Frage.

Der Wanderer jedenfalls meint: Leute, geht an die frische Luft, bewegt Euch und holt Euch das "Natural High" beim Wandern in den herrlichen Bergen Irlands. Substanzfrei und umsonst.

Mittwoch, 17. Februar 2010

Heute gibts Asche und Verzicht:
Tschüss Fleisch, Guinness und Schokoriegel

Kein Karneval. Nirgends. Im katholischen Irland liefert sich der gute Christ der Fastenzeit aus, ohne zuvor noch einmal richtig auf die Pauke gehauen zu haben. Karneval, Fasching, Fasnacht. Fehlanzeige.*** Allenfalls am "Shrove Tuesday" (shrove, von shrive = beichten), auch bekannt als "Fat Tuesday" oder "Pancake Tuesday" kommt ein wenig Stimmung auf, wenn die irischen Kinder traditionell zum Pfannkuchen-Wettessen antreten. 


Im Übrigen darf man sagen: Es ist geschafft. Auch in Deutschland und anderen Hochburgen der Narretei. Der inszenierte Frohsinn hat wieder mal ein Ende. Heute ist Aschermittwoch. Auch im immer noch sehr katholischen Irland sind die Kirchen heute gut gefüllt, denn es gibt wieder Asche auf die Stirn. Die Pfarrer (und die Lehrer in den Schulen) segnen ihre Schäfchen mit den Überresten verbrannter Palmblätter und zeichnen ihnen ein schwarzes Kreuz auf die Stirn.  Was das bedeutet, erklärte uns Nicht-Mitgliedern des Clubs ein befreundeter Messdiener: 


Die Asche gilt als Zeichen der Vergänglichkeit: Der Mensch ist aus Staub geworden und er wird wieder zu Staub werden. Zum Zeichen der Demut, der Trauer und der Reue wird der Gläubige deshalb zu Beginn der 40tägigen Fastenzeit (die eigentlich 46 Tage dauert, aber am Sonntag muss sich der Katholik auch mal was gönnen dürfen) mit dem Aschekreuz gezeichnet. Wir sagen zum Beispiel "Asche auf mein Haupt", wenn wir einen Fehler zugeben oder Reue zeigen.

Besonders viel Asche wird es wohl in diesem Jahr auf die Häupter der katholischen Würdenträger, Pfarrer und Schafhirten selber geben, denn sie haben bekanntlich genügend Grund, Reue zu zeigen.


Heute also beginnt die Fastenzeit, in englisch "Lent" – was ursprünglich "lang" und "Frühjahr" bedeutete, also die Zeit, wenn die Tage länger werden. In vielen irischen Schulen verpflichten sich die Kinder und Jugendlichen heute zum Fasten. Dabei wird der Fasten-Begriff durchaus modern interpretiert: Die Menschen hier verzichten bis Karsamstag auf etwas, was sie im Übermaß genossen haben. Manche leiten deshalb am Aschermittwoch ein Fernseh-Lent ein, andere ein Playstation-Lent und ganz Radikale verordnen sich ein 40tägiges Medien-Fasten ohne Spielkonsole, Fernsehen, iPod und DVD-Payer. Wieder andere versuchen, sechs Wochen lang einen weiten Bogen um Süßigeiten, oder klassisch um Fleisch (Carnevale heißt bekanntlich "Tschüss Fleisch"!) oder um Alkohol zu machen. Auf was verzichten Sie? 

*** Bloggerfreund Sinnsucher merkte treffend an: "In Irland hingegen hat man mit Karneval weniger am Hut (hier regieren die Narren das ganze Jahr über).
Grafik: www.stuttgart.alt-katholisch.info

Dienstag, 16. Februar 2010

Wer erkennt die Orte?
So schön kann Fliegen über Irland sein

A propos Fliegen: Bei der Recherche nach neuen Irland-Videos stieß der Wanderer gestern zufällig wieder auf eines seiner Lieblingsfilmchen im Netz. Es stammt aus dem Jahr 2007, wird von Tourism Ireland verbreitet und wurde von Faoleann O'Bradaigh (kennt den jemand?) zusammengebastelt. Wer erkennt die meisten Orte? Der Soundtrack: "Green Groves of Erin".

Die Opfer eines bitteren Dauerkonflikts

Der bittere Dauerkonflikt zwischen Ryanair und der irischen Regierung hat erneut negative Konsequenzen für Fluggäste zwischen Deutschland und Irland. Das Management des Billigfliegers macht ernst und setzt seine Ankündigung um, 20 Prozent der Flugkapazitäten am Dublin Airport abzubauen. In diesen Tagen sickert langsam durch, auf welche Verbindungen in den kommenden Monaten verzichtet werden muss. Im Ryanair-Sommerflugplan gestrichen sind die Strecken von Lübeck nach Dublin und Friedrichshafen-Dublin. Auf den Strecken Hahn-Dublin und Memmingen-Dublin wurde die Frequenz reduziert. Für Bremen-Dublin oder Weeze-Dublin gibt es kein Comeback, und auch die für deutsche Urlauber interessanten Flüge ab Basel, Schweiz, und Billund, Dänemark, sind weg.


Die Zeiten einer großzügigen Versorgung der Grünen Insel mit vielen Verbindungen und preiswerten Flugangeboten sind fürs Erste wohl vorbei. Ryanair wirft der irischen Regierung völlig zu Recht eine verfehlte Tourismuspolitik vor: Die Einführung einer Abflugsteuer von irischen Airports, Fehlinvestitionen in Überkapazitäten an den Airports Dublin und Cork, überhöhte Nutzungsgebühren an den irischen Flughäfen und die fehlende Bereitschaft, die Airline in ihrer Expansion zu unterstützen, führten zum drastischen Einbruch der Passagierzahlen nach Irland, lässt Ryanair gebetsmühlenartig verlauten. Und hat recht.


Seit Wochen tobt nun ein Konflikt um die Ansiedlung eines Ryanair-Wartungszentrums am Flughafen von Dublin. Der knochenharte Streit um Arbeitsplätze, günstige Ansiedlungsbedingungen und das Monopol der Flughafenverwaltung DAA wird von Ryanair-Chef Michael O'Leary wie zumeist öffentlich ausgetragen. Auch diesmal wohl, um der unglücklich agierenden Regierung am Ende die Schuld für das Platzen des Projekts öffentlichkeitswirksam zu überlassen? 


Nun, immerhin musste die überforderte Arbeits-Ministerin Mary Coughlan gestern nacht kleinlaut beigeben und sich mit zusammengebissenen Zähnen für ein Gespräch mit Michael O'Leary bereit erklären. Es soll heute um 19 Uhr stattfinden. Ob es was bringt? Die stellvertretende Regierungschefin Mary Coughlan jedenfalls soll Ryanair ein neues Angebot überbringen, um die 300 Arbeitsplätze zu sichern. Allerdings fordert Ryanair die Übernahme eines Hangars am Dublin Airport, den Aer Lingus langfristig angemietet hat. (Ryanair hält widerum eine Minderheitsbeteiligung am ehemaligen National Carrier Aer Lingus und wurde von der Regierung bis heute mit großem Aufwand daran gehindert, diesen komplett zu übernehmen).


Dass andere Fluggesellschaften die Lücken schließen, die Ryanair reißt, ist wohl nur ein frommer Wunsch. Auch sie müssen die hohen Betriebskosten, die der Staats-Monopolismus und ein aufgeblähter und überbezahlter "Beamten"-Apparat in Irland verursachen, erst wieder verdienen – und sind im Kostendrücken wesentlich schlechter als die rigide O'Leary-Truppe. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

Montag, 15. Februar 2010

Feuer, Feuer, Feuer: Kerry und Dingle im künstlichen Abendrot

Scarriff Island, vor Caherdaniel im County Kerry, in Flammen

Der Autor Bodo J. Baginski bereiste am Wochenende den Ring of Kerry und die Dingle Peninsula im Südwesten Irlands. Er sah riesige Rauchpilze, qualmende Inseln, das Land in Flammen, eine von Rauchwolken verhangene Sonne, und einen künstlichen Sonnenuntergang in den Farben des Feuers. Kerry und Dingle hatte gestern kollektiven Abfackeltag. Bodo stellte uns einige Fotos zur Verfügung, die wir hier zeigen. Was es mit den Feuern auf sich hat, lesen Sie hier.

Bergfeuer auf der Dingle Peninsula, gesehen vom Hafen in Dingle.

 
Vorgezogenes Abendrot in Kerry.

In Irland brennen jetzt wieder die Berge und Weiden


Viele trockene Spätwintertage an einem Stück, ein wenig Wind dazu – und man kann sicher sein: Das ländliche Irland steht in Flammen. Jetzt ist es wieder soweit: Überall auf dem Land brennen die Berge, die Weiden, und manchmal auch die Wälder und einzelne Häuser.  

Diese Flächenfeuer gehören auf der Insel zum Jahresritual wie Ostern und Weihnachten. Man nennt sie Hill Fire (Bergfeuer) Bog Fire (Moor-) oder Gorse Fire (Ginster-) und sie flackern während trockener Perioden zwischen Januar und April. Geredet wird darüber nur hinter vorgehaltener Hand. Meist sind es Farmer, die sich mit einem schönen windgetriebenen Großbrand die Arbeit sparen, ihre Schafweiden offenzuhalten, den Ginster, die Brombeeeren, den Gagelstrauch und die Pionierhölzer herauszuschneiden. Die Feuer verwandeln die Flächen in Grasland – und sie sind erstaunlicherweise im Winter bis zum letzten Februartag noch nicht einmal verboten. Erst ab dem 1. März und bis zum 31. August handeln die Feuerfarmer gemäß irischem "Wildlife Act" illegal – was allerdings kaum jemanden kümmert; und die Tatsache, dass die Grünen der irischen Regierung angehören, hat auch in dieser Beziehung leider keinerlei Spuren hinterlassen.

Ein erschöpfter Feuerwehrmann erzählte uns im Jahr 2008, dass die Feuer in West Cork dramatisch zugenommen hätten und dass dies vor allem mit der Lage der Landwirtschaft zu tun hat: Diese ist auf dem Rückzug, das Land wächst zu, und die Farmer betreiben ihre Landwirtschaft meist nur noch nebenbei. Deshalb ist es oft dass Leichteste, bei trockenem Ostwind einfach ein Streichholz ans dürre Gras zu halten. Andererseits hat das Abfackeln auch Tradition und ist deshalb schwer ausrottbar: Die Bauern glauben, dass das Land durch die Feuer fruchtbarer würde. Ein Irrglaube.
 Diese Feuer sind ökologisch katastrophal, sie zerstören einseitig einen Großteil der Vegetation, töten Dachse, Käfer und andere Insekten, zerstören Vogelnester und Gelege, geraten oft außer Kontrolle und bedrohen auch schon mal Wohnhäuser, Schulen, Ställe. Die Feuer bereiten allerdings auch die Wiesen bestens als Schafweiden vor: Im Winter abgebrannte Wiesen stehen im Frühjahr als erste in sattem Grün.

Ein besonnener und naturnaher Bauer erklärte uns, dass es diese Feuer in der Vergangenheit tatsächlich nicht in dieser Menge und Größe gegeben habe. Der Grund: In den "alten Zeiten" (die vor vielleicht zehn Jahren zu Ende gingen)  haben die Bauern ihr Vieh zweimal pro Jahr auf dieselbe Weide geschickt: Um die weniger schmackhaften Pflanzen wie Ginster und Gagel wegzubekommen, muss die Wiese auch im Winter beweidet werden, wenn das Nahrungsangebot eingeschränkt und das Vieh weniger wählerisch ist. Das allerdings passiert heute fast gar nicht mehr. Große Flächen liegen völlig brach, und so findet das Feuer reichlich Nahrung und kann sich rasend schnell und großflächig ausbreiten. 

Meist weiß übrigens die gesamte Gemeinde, wer das jeweils aktuelle Feuer gelegt hat. Es herrscht allerdings so etwas wie "Omerta", die Pflicht zu schweigen. Man sagt nix und man deckt die Zündler, regt sich künstlich über die Autofahrer auf, die wieder die berühmte "Zigarettenkippe aus dem Fenster geworfen haben". In unserer Gemeinde in der Bantry Bay wüten jedes Jahr vier, fünf große Weidefeuer – bis heute hörten wir von keinerlei Konsequenzen für die Verantwortlichen. (Allerdings riskiert absurderweise derjenige, der die Feuerwehr ruft, um ein Feuer zu melden, dass er die Einsatzkosten bezahlen muss.) 


Die Feuer werden übrigens nur im Winter gelegt. Wenn die Urlauber ab Mai nach Irland kommen, sehen sie nur die herrlichen saftig-grünen Wiesen und fragen nicht lange nach, wie das vermeintliche Idyll zustande kam.

Unsere Fotos entstanden in West Cork. Sie stammen aus den Jahren 2007 und 2008. Aktuelle Fotos vom Wochenende gibt es gleich von den Feuern in Kerry und auf der Dingle Peninsula.

Sonntag, 14. Februar 2010

Rugby in Irland: Was ist schon eine verlorene Schlacht?

Heute flattern die Flaggen in Irland auf Halbmast: Der Stolz der Nation, die Rugby-Nationalmannschaft, ist gestern in Paris gegen die Franzosen schwer unter die Räder gekommen. Die erste Niederlage nach 15 Monaten, abgehakt die Grand-Slam-Träume, angeknackst das Selbstbewusstein vieler Iren, die aus dem sensationellen Lauf der grünen Rugby-Recken in den vergangenen Monaten mächtig Honig gesogen hatten.

Den großen Run auf die neue Modesportart auf der Insel wird die "Klatsche von Paris" jedoch kaum bremsen. Der Erfolg habe viele Väter, heißt es oft. In diesem Fall kann man sagen: Der Erfolg hat viele Kinder. In Scharen und mit großen Eifer strömen Irlands Jungs mittlerweile Woche für Woche zum Rugby-Training. Der von vielen Iren so lange verabscheute englische Ballkampfsport ist beim Nachwuchs so beliebt, dass es manchem Gaelic Football-Funktionär angst und bange wird. Vorbei die Zeit, da die Iren quasi mit dem Hurling-Schläger auf die Welt kamen, da es keine Alternative zum Nationalsport "Gaelic" und zum GAA gab. Mittlerweile teilen sich Gaelic, Fußball und Rugby die Aufmerksamkeit. Eine weitere Institution des alten Irland ist ins Wanken geraten.

Samstag, 13. Februar 2010

Reinluft-Gebiet Irland:
"Was ist wichtiger als atmen . . ."

Axel fühlte sich von einem Tag auf den anderen anders. Hier in Irland waren seine Atembeschwerden wie weg geblasen. Er fühlte sich stärker, der Kreislauf funktionierte besser, das Herz machte kaum Probleme. Selbst als Axel seine Herzmedikamente weglässt  – sie sind ihm letztlich ausgegangen –  fühlt er sich gut. Zurück zu Hause melden sich die alt-bekannten Beschwerden schnell zurück. Axels Arzt erklärt den Unterschied: Es ist die Feinstaub-Konzentration in der Luft. Die mikroskopisch kleinen Partikel, verursacht von Autoabgasen, Reifenabrieb, industriellen Verbrennungsprozessen, auch von Zigarettenrauch. Feinstaub-Teilchen legen sich auf die Bronchien, die Lunge, sie dringen in die Lungenbläschen ein und gelangen schließlich ins Blut und in andere Organe. Die Folgen: Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Probleme, erhöhtes Krebs-Risiko. Wahre Geschichten wie diese erleben wir regelmäßig.

Deutsche Großstädte wie Frankfurt oder Stuttgart zählen zu den mit Feinstaub am höchsten belasteten Regionen in Europa, hier an der atlantischen Westküste Irland dagegen liegen die feinsten Reinluftgebiete des alten Kontinents. Die Großwetterlage über dem Atlantik sorgt stets für frischen Nachschub. Die Luft ist rein, unbelastet und gesund. Als einziges Land Europas hat Irland keine Probleme, die Feinstaubrichtlinie der EU einzuhalten, die vor kurzem nachträglich abgemildert wurde, nachdem viele Ballungsgebiete auf dem Kontinent die Obergrenzen nicht  einhalten können.


Ja, das Atmen. Wie leicht vergessen wir, was unsere wichtigste Aktivität im Leben ist? Wie wenig kümmern wir uns um das Existentiellste, das richtige Atmen? Wie nachlässig gehen wir mit unserem wichtigsten Gut um: der Atemluft? Warum eigentlich?

Freitag, 12. Februar 2010

Wehe, wenn der "Glimmer Man" klingelt

Die Energieversorger Irlands machen in diesem Winter die besten Geschäfte seit vielen Jahrzehnten, vielleicht sogar die besten aller Zeiten. Fast zwei Monate hält der frostige Eiswinter auf der Insel nun schon an - von kurzen Unterbrechungen abgesehen. Öl, Kerosin, Holz, Kohle, Torf und Gas sind die begehrten Produkte dieser "Mini-Eiszeit" – und die wetter-besessenen Iren haben Tag für Tag ein großes Diskussionsthema.


Niemand erinnert sich an einen vergleichbar strengen Winter auf der Insel, und die Erinnerungen der alten Leute fördern manche interessanten Geschichten aus kalten Zeiten in den Jahren des Zweiten Weltkriegs und der harten 50er Jahre zutage. Auch damals gab es kalte Tage und Nächte, allerdings fehlten oft auch die Mittel, um die Häuser zu heizen oder warmes Essen zuzubereiten. Die Jahre 1939 bis 1945 werden auf der Insel als "The Emergency" bezeichnet, als die Notstands-Jahre. Zahlreiche Güter wie Tee, Zucker, Kohle und Gas waren äußerst knapp und deshalb streng rationiert. 


In Dublin - wo zahlreiche Häuser mit Gas geheizt und beleuchtet wurden -  schränkte die Regierung die Gasnutzung ab 1942 mehr und mehr ein, von zunächst zehn auf später fünf Stunden pro Tag. Wenn die Gaswerke im täglichen Ritual die Versorgung abdrehten, blieb stets ein Rest Gas in den Leitungen verfügbar – und diesen zu nutzen, war verboten. Zwar sah die Regierung, die den Gasklau als "Verbechen" brandmarkte, am Ende davon ab, das Vergehen zu ahnden. Die Gaslieferanten allerdings schickten ihre Kontrolleure durch die Häuser.


Wer außerhalb der erlaubten Zeit beim Heizen oder Kochen erwischt wurde, riskierte, von der Gasversorgung komplett abgehängt zu werden. Der Gas-Kontrolleur wurde "Glimmer Man" genannt – nach damaligen Anzeigen, in denen die Bevölkerung ermahnt wurde, kein Gas zu verschwenden: "not to waste gas . . . not even a glimmer".


Heute streitet sich die Wissenschaft, ob die Glimmer-Männer systematisch Haus für Haus kontrollierten oder eher sporadisch auftauchten. Den schlechten Ruf als rohe Eindringlinge in die Privatsphäre haben sie allemal – und so wird der Begriff "Glimmer Man" heute gerne auch im übertragenen Sinne benutzt: Für staatliche Eingriffe in das Privatleben der Bürger. 


Foto: Die Gas-Laternen im Phoenix Park in Dublin erinnern an die frühen Zeiten der Straßenbeleuchtung und an die  "Emergency" -Jahre. (Quelle: Wikimedia)

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