Samstag, 19. März 2011

Neue Adresse für den Irland Blog

Der Irland Blog ist auf die Adresse www.irlandnews.com umgezogen. Wir freuen uns wenn Sie mit umziehen und weiter lesen und diskutieren.

Für Abonnenten des News Feeds die neue Feed-Adresse:
feed://feeds.feedburner.com/irlandnews

Vielen Dank, Markus Bäuchle, aka Wanderer.

Dienstag, 15. März 2011

Der Irland Blog ist umgezogen: www.irlandnews.com

Liebe Leserinnen und Leser,

Der Irland Blog ist auf unseren eigenen Server umgezogen: "Irland. Berichte von der Insel" erreichen Sie künftig direkt unter der Adresse  www.irlandnews.com. In den kommenden Wochen werden Sie von Blogger automatisch und direkt auf die neue Adresse weiter geleitet.


Danke für´s Lesen und Kommentieren – in der Vergangenheit und in der Zukunft.


Bitte merken: 


www.irlandnews.com


Der Irland Blog. Fast täglich.

Montag, 14. März 2011

Die Sonne über St. Finian´s Bay im County Kerry


Irland-Impressionen vom Feinsten: Zum Wochenbeginn ein weiteres Highlight der irischen Landschafts-Fotografie – ein Sonnenuntergang über St. Finian's Bay, mit den Skelligs und Puffin Island im County Kerry. Fotografiert von Madeleine Weber. Euch allen eine gute Woche!


Madeleine Calaido Weber ist professionelle Landschaftsfotografin, Designerin und Künstlerin. Sie lebt in Cahersiveen im County Kerry. Ihre Foto-Serien reflektieren ihre tiefe Liebe für die mystische Natur Irlands. Ihre Bilder wurden mehrfach ausgezeichnet und oft veröffentlicht. Der Wanderer meint: Selten bessere und beeindruckendere Aufnahmen von Irland gesehen. Madeleine hält in Kerry Fotografie-Workshops für Amateure und werdende Profis. Kontakt:  WebsiteBlog 

Sonntag, 13. März 2011

Diese Woche in Irland: St. Patrick ist im Anmarsch

Das Wichtigste auf einen Blick: Was in der vergangenen Woche in Irland geschah, lesen Sie heute in unserem Wochenrückblick. Irland Blog-Autor Dirk Huck berichtet aus Dublin über die wichtigsten Ereignisse auf der Insel.


Neue Regierung nimmt Tätigkeit auf
Irlands neue Regierung steht. Die siegreichen Parteien Fine Gael und Labour einigten sich auf eine Zusammenarbeit und stellen mit 113 von insgesamt 166 Sitzen im Parlament eine der stärksten Koalitionen in der Geschichte des Landes. Am Mittwoch erlebte Fine Gael-Parteichef Enda Kenny den Höhepunkt seiner politischen Laufbahn, als er mit deutlichen 117 zu 27 Stimmen zum neuen Taoiseach gewählt wurde. Der Labour-Vorsitzende Eamon Gilmore ist Stellvertreter und übernimmt im neuen Kabinett auch das Amt des Außenministers. Nach seiner emotionalen Ernennung zum Taoiseach verlor Enda Kenny keine Zeit: Am Donnerstag bereits traf er sich mit EU-Finanzkommissar Barroso, am Freitag mit Angela Merkel, um wegen einer Neuverhandlung des Rettungspakets anzufragen, dem wichtigsten Punkt auf seiner To-Do-Liste.

Der Autor: Dirk Huck.
Dirk schreibt seinen eigenen Blog.
Blutige Auseinandersetzung auf Smithfield-Pferdemarkt
Vergangenen Sonntag kam es in Dublin auf dem Pferdemarkt von Smithfield zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen zwei befeindeten Traveller-Familien. Dabei wurden zwei Menschen durch Schüsse aus einer Schrotflinte verletzt, eine weitere Person durch einen Fleischerhaken. Der traditionsreiche Pferdemarkt im Zentrum von Dublin, der auch von Touristen gerne besucht wird, steht seit Jahren in der Kritik von Tierschützern. Nach dem Vorfall vom vergangenen Sonntag wurden die Rufe lauter, die Veranstaltung zu verbieten, oder zumindest auf einen Austragungsort außerhalb des Stadtzentrums zu verlegen. (Quelle: Irish Independent )

Inflationsrate auf höchstem Stand seit November 2008
Leben in Irland wird wieder teurer: Im Februar kletterte die Inflationsrate auf 2,2 Prozent, dem höchsten Stand seit November 2008. Maßgeblichen Anteil daran haben die Krankenversicherer, die zum Jahresbeginn ihre Prämien kräftig erhöhten. (Quelle: Irish Times )

Benzinpreise durchbrechen Schallmauer von 1,50 Euro
Auch Benzin ist auf der Insel deutlich teurer geworden: Mittlerweile wurde die Schallmauer von 1,50 Euro für den Liter Benzin durchbrochen. Grund ist zum einen der durch die Unruhen in Libyen gestiegene Mineralölpreis, zum anderen eine Anhebung der Mineralölsteuer. Zum Vergleich: Vor zwölf Monaten lag der Benzinpreis noch bei durchschnittlich 1,27 Euro.

Fragwürdiger Nervenkitzel auf der M50
Manche Autofahrer im Raum Dublin lieben es riskant: Bei der Durchfahrt durch die vollelektronische Mautstation auf der Autobahn M50 hängen sie sich dicht hinter einen LKW, um so der Erfassung durch die Kameras zu entgehen - wohlgemerkt bei einer Geschwindigkeit von über 80 km/h. Und das alles nur, um drei Euro zu sparen. Die Polizei ist wachsam. Mehr als 100 Schattenfahrer wurden bereits erwischt. Auch die Betreiber der Mautstation haben den Mautprellern den Kampf angesagt: So sollen zusätzliche Kameras installiert werden, die die durchfahrenden Autos auch von hinten aufnehmen. (Quelle: Irish Independent )

St. Patrick kommt – und es wird kalt
Irland rüstet für den großen Nationalfeiertag: Am 17. März ist St. Patrick's Day. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist auch in diesem Jahr die große Parade in Dublin. Aber auch sonst gibt es vom 16. bis 20. März in der Hauptstadt zahlreiche Veranstaltungen, die einen Besuch lohnen. Nähere Infos gibt es auf der Website www.stpatricksfestival.ie.
Allerdings sollte man warme und regenfeste Kleidung mitbringen. Denn Irlands bekanntester Freizeit-Meteorologe, der Postbote Michael Gallagher, sagt für die Tage um "Paddy's Day" arg kaltes Wetter voraus, eventuell sogar mit Schnee. Wer das als Humbug abtut, sei gewarnt: Der Wetterfrosch aus Donegal liegt bei seinen Prognosen fast immer richtig. (Quelle: Irish Independent )

Seachtain na Gaelige - so pflegt man die irische Sprache
Jedes Jahr in den Tagen vor St. Patrick's Day läuft unter dem Namen "Seachtain na Gaelige" (etwa: "Woche der gälischen Sprache") eine Aktionswoche zur Förderung der gälischen Sprache. Iren sind aufgerufen, ihre womöglich eingerosteten "cuplá focal" (etwa: "ein paar Worte") wieder auf Vordermann zu bringen und sich aktiv an der Belebung ihrer offiziell ersten Amtssprache zu beteiligen. Doch bei Aktionswochen dieser Art zeigt sich nur zu deutlich, wie sehr das Irische vom Aussterben bedroht ist. Auch Radio-Moderatoren bringen da zuweilen nur peinliches Gestammel zustande. Da passte es ins Bild, dass die vom TV-Sender TG4 produzierte gälische Seifenoper "Ros na Rún" verkündete, ihr gingen die Schauspieler aus. (Quelle: Irish Times )

Volkszähler vor bissigen Hunden gewarnt
Die große Volkszählung läuft an: In diesen Tagen wird mit der Auslieferung der Fragebögen an die etwa 1,7 Millionen Haushalte begonnen. Den 5.500 Volkszählern wird geraten, sich vor bissigen Haustieren in Acht zu nehmen. Der gute Rat kommt vom Fine Gael-Abgeordneten Paul Kehoe. Er spricht aus Erfahrung: Während des Wahlkampfes wurden zwei seiner Stimmenwerber von Hunden gebissen. Vermutlich wurden sie mit Fianna Fáil-Wahlkämpfern verwechselt . . . (Quelle: Irish Independent )

Samstag, 12. März 2011

Eines Nachts in Irlands Kerry Mountains

Sie war die Ein-Frau-Jury beim Irland Foto Wettbewerb 2011 – jetzt zeigen wir drei Ihrer eigenen besten Landschafts-Fotografien aus Irland: Madeleine Calaido Weber (Fotos unten) ist professionelle Landschaftsfotografin, Designerin und Künstlerin. Sie lebt in Cahersiveen im County Kerry. Ihre Foto-Serien reflektieren ihre tiefe Liebe für die mystische Natur Irlands. Ihre Bilder wurden mehrfach ausgezeichnet und oft veröffentlicht. Der Wanderer meint: Selten bessere und beeindruckendere Aufnahmen von Irland gesehen.

Heute zeigen wir als erstes von drei Motiven eine winterliche Nachtaufnahme von Irlands höchstem Gebirge, den MacGillycuddy's Reeks mit dem höchsten Berg, Carrauntoohil (1039 Meter üNN).


Madeleine bei der Arbeit. Sie hält in Kerry Fotografie-Workshops für Amateure und werdende Profis. Kontakt:  Website, Blog 

Freitag, 11. März 2011

Keine News von einem ganz normalen Tag in Irland

An diesem Freitag über einen ganz normalen regnerischen Tag in Irland zu schreiben, fällt schwer angesichts der schockierenden Bilder von dem verheerenden Tsunami, der heute morgen über Japans Ostküste hereingebrochen ist. Lassen wir es deshalb. Wir sind mit unseren Gedanken und guten Wünschen bei den Menschen im Nordosten von Japan, in, Sendai, Chiba, Tokio. Ein Monster-Beben der Stärke 8,8 und die davon ausgelöste zehn (?) Meter hohe Flutwelle bringen dem  erdbeben-gewohnten Japan eine Jahrhundert-Katastrophe. Die Tsunami-Welle wandert derweil über den Pazifik in Richtung Australien und Südamerika. Die Menschen auf den pazifischen Inseln sehen schweren Stunden entgegen.

Donnerstag, 10. März 2011

Die dunkelste Stunde vor der Dämmerung

The darkest hour before the dawn
Aschermittwoch – auf was verzichten wir? Die gestrige Frage will ich auch selber noch beantworten. Ich werde mir bis Ostern ein Schreib-Fasten gönnen, aus Zeitgründen den Irland-Blog weniger als üblich beschreiben, den einen oder anderen Tag auslassen und die gewonnene Zeit für dringliche Projekte verwenden.

Wer Lust hat, in den kommenden Wochen einzuspringen und Irland-relevante Beiträge beizusteuern, ist herzlich eingeladen, hier auf dem Irland Blog zu veröffentlichen. E-Mail an markus@wanderlust.ie genügt.

Für heute nur so viel: Die neue Regierung Irlands ist im Amt, der neue Taoiseach Enda Kenny vereidigt. Er kam gestern zu Fuß zur konstituierenden Sitzung des Parlaments, versprach Ehrlichkeit in der Politik und sprach große Worte über den Zustand des Landes: "Dies ist Irlands dunkelste Stunde vor der Dämmerung".  Ireland´s darkest hour before the dawn – das Wahlvolk vernahm die frohe Botschaft, dass es am Ende des Tunnels tatsächlich ein Licht geben soll.

Mittwoch, 9. März 2011

Aschermittwoch – auf was verzichten wir?

Aschermittwoch - Asche aufs Haupt, das Aschekreuz auf die Stirn, Schluss mit Fasching, Fasnet und Fassenacht, die in Irland gar nicht erst angefangen hat, weil es derlei hier nicht gibt.. Heute beginnt aber auch im post-katholischen Irland die Fastenzeit, in englisch "Lent" – was ursprünglich "lang" und "Frühjahr" bedeutete: die Zeit, wenn die Tage länger werden.

In vielen irischen Schulen verpflichten sich die Kinder und Jugendlichen heute darauf, in den kommenden 40 Tagen (die eigentlich 46 sind, wenn man die Sonntage dazu zählt) auf etwas zu verzichten, zu fasten eben. Dabei wird der Fasten-Begriff durchaus modern interpretiert: Die Menschen hier verzichten bis Karsamstag auf etwas, was sie zuletzt im Übermaß genossen haben. Manche leiten deshalb am Aschermittwoch ein Fernseh-Lent ein, andere ein Playstation-Fasten und ganz Radikale verordnen sich ein 40-tägiges Medien-Fasten ohne Spielkonsole, Fernsehen, iPod und DVD-Payer. Wieder andere versuchen, sechs Wochen lang einen weiten Bogen um Süßigeiten, oder klassisch um Fleisch (Carnevale heißt bekanntlich "Tschüss Fleisch"),  um Alkohol und Zigaretten zu machen. Besonders Schlaue verzichten auf den Verzicht – und tun ansonsten so, als ob es keine Fastenzeit gibt. 

Irland-Blog-Autorin Nicola schlug im vergangenen Jahr an dieser Stelle vor: "In dieser klar umrissenen Zeit mal eine neue Lebensform ausprobieren – zum Beispiel mal sechs Wochen nur Bio-Lebensmittel kaufen. Austesten: Wie geht's mir damit, ist das alltagstauglich, wieviel Geld geb ich dafür aus? Ostern kann man dann schön überlegen, ob und wie man weiter macht." Auch ein Jahr später eine gute Idee, Nicola.

Man könnte versuchen, sechs Wochen lang ohne Auto, ohne Lustkäufe oder ohne Überstunden zu leben, ohne Sex oder ohne Schimpfworte, ohne negative Gedanken oder ohne Urteile und Vorurteile gegenüber den Mitmenschen.  

Es kann sein, dass Verzichten neue Einsichten bringt, dass der Mangel uns bereichert, dass Weniger tatsächlich mehr ist.  Auf was verzichtet Ihr?

Dienstag, 8. März 2011

And The Winner Is: Clemens Mader

Das Gewinner-Foto – es ist in
größerem Format heute im Blogtitel zu sehen.
Der Gewinner des Irland Foto Wettbewerbs 2011 heißt Clemens Mader mit seinem Foto vom Derryclare Lough in Connemara. Irland-Fan Clemens hat die Aufnahme am 31. August vergangenen Jahres gemacht – er musste dreimal zum See pilgern, bis er das richtige Licht vorfand. Der Weg hat sich gelohnt, Clemens nimmt nun an der Wanderwoche von Wanderlust vom 23. bis 30. April in Glengarriff, West Cork, teil.

Der Inhaber einer Kreativ-Agentur in Ried im österreichischen Innkreis schreibt zur Entstehung des Fotos: "Dieser See mit seiner Insel gehört wahrscheinlich zu den 100 der am Häufigsten in Irland abgelichteten Plätzen. Aber getreu dem Motto eines leidenschaftlichen Landschaftsfotografen: irgendwann erwische ich diesen Ort in gutem Licht... Ich bin also 3 Mal die Strecke von Derrylea zum See gegangen. Eine Strecke von ca. 12 Kilometern. Also 3 x hin und wieder 3 x zurück. 72 km wegen eines Bildes, dass ich irgendwie im Kopf hatte. Und das innerhalb von 4 Tagen. Das Beste war: entlang meiner verschiedenen Routen - abseits der Straßen - schoss ich noch etliche teils sehr gute Bilder. Nur dieses Eine liebe ich besonders. Eigentlich klar, oder?"

Glückwunsch, Clemens! Wir sehen uns in 46 Tagen beim Wandern in Irland. Dazwischen liegt nur noch die Fastenzeit! Ein Dank an Alle, die mitgemacht haben und uns Ihre Fotos geschickt haben. Ein Dank auch an die Fotografin Madeleine Caleido Weber, die alle Einsendungen bewertete. Ihr zweiter Favorit war übrigens "Schnee in Adrigole", das Foto von Anne Kristine & Christian Kjelsen". Das Paar aus der Schweiz lebt mit seinen Kindern in Adrigole auf der Beara Peninsula und erlebte dort im vergangenen Winter manchen schneereichen Tag.

Montag, 7. März 2011

Irland Foto Wettbewerb: Die fünf besten Fotos

Die Ein-Frau-Jury hat getagt, der Irland Foto Wettbewerb 2011 ist entschieden. Wir baten eine Expertin, die fünf besten Fotos und das Gewinnerfoto auszuwählen: Madeleine Calaido Weber (Fotos oben) ist professionelle Landschaftsfotografin, Designerin und Künstlerin. Sie lebt in Cahersiveen im County Kerry. Ihre Foto-Serien reflektieren ihre tiefe Liebe für die mystische Natur Irlands. Ihre Bilder wurden mehrfach ausgezeichnet und oft veröffentlicht. Sie hält auch Fotografie-Workshops. Madeleine ( Website, Blog ) kam zu diesem Ergebnis:

Die fünf besten Fotos sind (in alphabetischer Reihenfolge)
Derryclare Lough von Clemens Mader (Nr. _03)
Glassillaun Beach von Thomas Holitschke (Nr. 26)
Glengarriff Harbour von Elisabeth Firsching (Nr. _04)
Irish Twilight von Thomas Busch (Nr. _22)
Schnee in Adrigole von Anne Kristine & Christian Kjelsen (Nr. _02).

Die Fotos sind unten in der Dia-Show zu sehen und können in größerem Format auch im Picasa-Fotoalbum angesehen werden.

Das Gewinner-Foto und den Gewinner / die Gewinnerin geben wir am Dienstagmorgen bekannt. Ebenfalls in dieser Woche zeigen wir drei meisterliche Landschaftsaufnahmen von Madeleine Weber: Irland-Fotografie vom Feinsten.


In Irland hat die Saison der Lämmer begonnen

Spricht Frau Schaf zu Ihrem Kind: "Schau, mein Kleines, das ist die Welt. In knapp 50 Tagen feiern die Zweibeiner Ostern, hoffen wir ganz lamm-fromm, dass wir das zusammen erleben. Und dann steht auch schon 2012 vor der Tür, das Jahr, in dem alles anders werden soll. An die Arbeit, Kleines, lass uns Fett ansetzen, damit wir gewappnet sind."

Die Schafbauern in Irland haben jetzt alle Hände voll zu tun: Die Zeit der Lämmer hat begonnen. In den kommenden Wochen kommt der Jahrgang 2011 zur Welt. Kaum geboren, entfalten sich die kleinen Vierbeiner und staksen und hoppeln über die Wiesen – es ist jedes Jahr erneut ein beeindruckendes Schauspiel der Natur.

Das tierische Familien-Foto schickte uns Blog-Leser Heiko Koring. Er hat es in Gleann-Cholm-Chille im County Donegal aufgenommen. Vielen Dank dafür.

Sonntag, 6. März 2011

Diese Woche in Irland: Warner in der Wüste

Das Wichtigste auf einen Blick: Was in der vergangenen Woche in Irland geschah, lesen Sie heute in unserem Wochenrückblick. Irland Blog-Autor Dirk Huck berichtet aus Dublin über die wichtigsten Ereignisse auf der Insel.


Irland hat gewählt - die Koalition steht
Irland hat ein neues Parlament gewählt. Die 166 Abgeordnetensitze verteilen sich wie folgt: Fine Gael 76, Labour Party 37, Fianna Fáil 20, Sinn Féin 14, Unabhängige 15, Green Party 0, Sonstige 4. Damit ist Fine Gael stärkste Partei, es fehlen jedoch acht Sitze zur Mehrheit. Labour verzeichnet das beste Wahlergebnis in der Geschichte der Partei, während Fianna Fáil auf ein historisches Tief abgestürzt ist. Auch die Grünen erhielten die Quittung für ihre Trittbrettfahrt mit Fianna Fáil. Sie sind nicht mehr im Parlament vertreten (Quelle: Irish Independent). Bereits seit dem Montag liefen die Gespräche zwischen Fine Gael und Labour über eine Koalition. Heute morgen verkündeten der künftige Premier Enda Kenny und sein künftiger Stellvertreter Eamon Gilmore von Labour, dass die Koalitionsvereinbarung steht. Es wird eine Mitte-Links-Regierung geben. Am kommenden Mittwoch bereits wird das neue Parlament seine Tätigkeit aufnehmen. (Quelle: RTE )

Der Autor: Dirk Huck.
Dirk schreibt einen eigenen Blog.
Irische Regierung schlug Warnungen in den Wind
Ein von unabhängigen Finanzexperten aus Kanada und Holland angefertigter Bericht wirft neues Licht auf die Vorgeschichte zur Finanzkrise in Irland. Demnach hat die irische Regierung über einen Zeitraum von nicht weniger als zehn Jahren wiederholt Warnungen aus dem Finanzministerium ignoriert. Mehrfach hatten die Beamten des Ministeriums vor der einseitigen Ausrichtung der Finanzpolitik auf die Bauwirtschaft und vor unangemessen hohen Ausgaben bei gleichzeitigen Steuersenkungen gewarnt. Doch ignorierte die Regierung unter Bertie Ahern wiederholt sämtliche Warnungen und Empfehlungen. Die Warner in der Wüste blieben ungehört. Der Rest ist bekannt. (Quelle: Newstalk.ie )





Mehr als 44.000 Hausbesitzer mit der Ratenzahlung in Rückstand
Mehr als 44.000 Hausbesitzer sind mindestens drei Monate mit der Rückzahlung ihres Immobilienkredites in Rückstand. Dies zeigen von der irischen Zentralbank veröffentlichte Zahlen. Demnach hat die Anzahl der Hausbesitzer, die finanziell unter Druck stehen, in den letzten Monaten von 2010 um zehn Prozent zugenommen. (Quelle: Newstalk.ie)
Mehrere Tausend Hausbesitzer könnten in diesem Jahr noch hinzukommen, wenn die Europäische Zentralbank wie angekündigt zum ersten Mal seit zwei Jahren den Leitzins anhebt. Denn viele irische Hausbesitzer haben einen Kredit mit variablen Zinsen, die dem Leitzins folgen. (Quelle: Irish Times)

Arbeitslosenzahl weiterhin rückläufig
Die Arbeitslosenzahl ist den zweiten Monat in Folge rückläufig. Nach Angaben des Statistischen Zentralamtes CSO waren im Februar 439.200 Menschen arbeitslos gemeldet, 1.700 weniger als im Januar. Unklar bleibt jedoch, ob der Rückgang der Arbeitslosenzahl auf zunehmende Abwanderung zurückzuführen ist.  Die Arbeitslosenrate liegt unverändert bei etwa 13,5 Prozent. (Quelle: Irish Times)

Autohandel meldet steigende Verkaufszahlen
Während die Arbeitslosenzahl sinkt, verzeichnet der Autohandel steigende Verkaufszahlen. In den ersten zwei Monaten des Jahres gab es bereits 33,606 Neuzulassungen, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr. Januar gilt traditionell als bester Monat für Autokäufe. Zudem können Käufer weiterhin von der Abwrackprämie profitieren. (Quelle: Irish Independent)

Phil Lynott-Ausstellung eröffnet
Phil Lynott
Thin Lizzy-Fans aufgepasst: Eine neue Ausstellung in Dublin gibt Einblick in das Leben und Schaffen von Musiklegende und Thin Lizzy-Sänger Phil Lynott. Zu sehen gibt es zahlreiche Liedtexte, Zeichnungen, Fotografien und andere Erinnerungs-Gegenstände des 1986 verstorbenen Rock-Musikers. Die Ausstellung befindet sich im obersten Stockwerk des St. Stephen's Green Shopping Centres. (Quelle: Irish Independent)

Holpriger Start ins Abgeordnetenleben
Leinster House, Sitz des irischen Parlaments, hat ja schon viel gesehen. Aber das war dann doch neu: Beim Verlassen des Parkplatzes wählte die frisch gebackene Fine Gael-Abgeordnete Mary Mitchell O'Connor den Weg durch die Mitte. Dabei hatte sie anscheinend vergessen, dass das Plateau nicht mit einer Rampe abschließt, sondern mit vier flachen Stufen. Als sie ihren Fehler bemerkte, war es schon zu spät. Der Wagen rollte bereits die Treppe hinab. Ihr Pech war, dass zahlreiche Pressefotografen am Tor von Leinster House lauerten und ihr Missgeschick eifrig dokumentierten. Frau O'Connor nahm's mit einem Lachen und entschuldigte sich. Leugnen war eh nicht möglich, denn ihr knallroter Sportwagen war noch in Wahlkampflackierung und trug in großen Schriftzügen ihren Namen. Ihren ersten Tag als Abgeordnete wird Frau O'Connor so schnell nicht vergessen. (Quelle: Irish Times)

Samstag, 5. März 2011

Besucht Elisabeth II auch The Kings´s Oozy?

Queen Victoria
Ja, sie kommt, und sie kommt nicht alleine: Königin Elisabeth II hat die Einladung des künftigen irischen Ministerpräsidenten Enda Kenny angenommen und will zusammen mit ihrem fettnäpfchentretenden Prinz-Gemahl Philip Mountbatten in diesem Jahr Irland besuchen. Die Visite der britischen Monarchin gilt als wichtiges Zeichen der Normalisierung der Beziehungen zwischen einstigen Besetzten und Besatzern. Seit der Unabhängigkeit Irlands im Jahr 1921 hatte kein britischer Monarch die Nachbarinsel mehr besucht. Der letzte königliche Irland-Fahrer war George V, Elisabeths Großvater, der der annektierten Nachbarinsel im Jahr 1911 einen Besuch abstattete. In Derreen Garden, einem Adelssitz in Süd-Kerry bei Kenmare, erinnert ein Entwässerungsgraben an den Besuchs von König George V: The King´s Oozy. Dort war George bei seinem Besuch vor 100 Jahren im Schlamm versunken.


Victorianische Reisende im Roches
Königlichen Hotel Glengarriff
King George´s Großmutter Victoria wiederum war ein häufiger Gast in Irland. Victoria, die deutschstämmige Herrscherin aus dem Hause Hannover, prägte nicht nur eine ganze Welt-Epoche, sie drückte auch dem Reisen in Irland ihren Stempel auf: Im viktorianischen Zeitalter entstand der moderne Tourismus, und die viktorianschen Reisen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten die englische Oberschicht bevorzugt nach Irland. Glengarriff und Killarney im Süden waren genauso beliebte Ziele wie der Giant´s Causeway im Norden. Queen Victoria war zwar ein häufiger aber kein gern gesehener Gast in Irland. Die Herrscherin über ein Fünftel der Erde und ein Drittel der Weltbevölkerung – darunter auch die Iren – galt hier als eine der meist gehassten Personen. Als die Briten Irland schließlich räumen mussten, mieden viele britische Adelige die Insel – auch Queen Elisabeth´s Vater George VI ("The King´s Speech") zog es vor, "West-Britannien" aus Sicherheits-Gründen nicht zu besuchen.

Irlands Bäume (4): Die Esche

Esche in Newgrange, County Meath
Die Jahreszeit zwischen dem 18. Februar und dem 18. März gehört im Keltischen Baumkreis der Traueresche / Weeping Ash (Fraxinus Excelsior Pendula).  Landläufig ist uns eher die Gemeine Esche (Fraxinus Excelsior) vertraut, wir kennen sie als ausdrucksstarken Einzelbaum. Die Esche gibt im Ogam-Alphabet dem Buchstaben Nion seinen Namen. Nion symbolisiert durch die Verbindung von Sonne und Wasser die Wiedergeburt, den ewigen Kreislauf allen Lebens. In der keltischen Tradition hatte dieser Sonnenbaum Macht über das Wasser; der Eschenspeer galt als das Symbol für den Sonnenstrahl, der das Wasser der Erde befruchtet.



Die Autorin: Elisabeth Firsching. 
Elisabeth schreibt den Blog 
www.kleinefreude.blogspot.com
Die Esche ist also ein Kind des sonnendurchfluteten Wassers. Sie braucht tiefgründige, nährstoffreiche und feuchte Böden, greift mit großer Wurzelausdehnung Raum in der Erde und baut luftige, gleichmäßig geformte Kronen, wo nach Möglichkeit jeder Zweig Raum für sich hat und noch Licht zum Boden durchlässt. Junge Bäume entwickeln schnell sehr lange Triebe, gewinnen rasch an Höhe. Eschen tolerieren salzige Luft, exponierte Lagen, selbst Luftverschmutzung macht ihnen nichts aus; wenn allerdings der Grundwasserspiegel fällt, können sie rasch absterben.

Kaum ein anderer Baum war den keltischen Druiden, aber auch anderen Völkern um die Zeitenwende so heilig wie die Esche. Mit den Eigenschaften ihres Holzes diente sie der Menschheit durch Jahrtausende – und es verwundert nicht, dass sie diese herausragende Bedeutung hatte. Eschenholz ist hart, zäh, schwer, dabei aber sehr elastisch und splittert nicht. Es schwindet wenig, ist gut zu bearbeiten und es brennt auch frisch geschlägert gut. Man verwendete es für Werkzeugstiele, Kufen, Deichseln, Zäune, Ruder, Bootsrippen, Feuerquirl, Musikinstrumente und - Speere.


In der "Schlacht der Bäume" heißt es nach Robert Ranke-Graves:

Grausam der Eschenbaum
Weicht keinen Fußbreit zur Seite
Direkt aufs Herz zielt er

In der Götter- und Symbolsprache spielte der Speer aus Eschenholz europaweit eine wichtige Rolle, hier schließt der Lichtspeer des Erzengel Michael noch an die Sonnengötter alter Völker an, die stets mutig die dunklen Mächte bekämpften. In Irland diente Eschenholz den Druiden unter anderem als Mittel, um das Wetter zu beeinflussen und Ertrinkende zu retten.

Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Kartoffelfäule auf der Insel zu einer großen Hungersnot führte, machten sich Millionen Iren auf nach Amerika. Die meisten hatten auf der Überfahrt in überladenen Schiffen einen Splitter diese Holzes bei sich. Es sollte sie vor dem Ertrinken bewahren.
Es fiel mir schwer, die Botschaft der Esche anzunehmen. Ich ging tagelang herum, ohne dass die Kommunikation mit ihr klare Formen bekam. Schließlich gab ich den offensichtlichen Widerstand auf und mit schneidender Klarheit stand die bittere Erkenntnis da. Die klare Symbolik der Esche verlangt uns Entscheidungen ab, die nicht leicht fallen. Hier geht es um das Gleichgewicht zwischen oben und unten und darum, Verantwortung zu übernehmen:

Die Esche wächst bereitwillig, nicht Wachstum für sich ist das Problem unserer Kultur und unserer Zeit, sondern dass wir den Boden unter den Füßen verlieren. Selbst mächtigste Eschen sterben ab, wenn die Versorgung in der Tiefe nicht mehr klappt. Wachstum um jeden Preis, Ausbeutung der Ressourcen, gut zu leben auf dem Rücken von anderen Menschen, die Vergiftung unserer Erde, dies führt zwangsläufig zum Niedergang. Auch dann, wenn man noch so viel gehortet oder vorgesorgt haben sollte.

Seien es Menschen oder die Erde, wenn wir nicht begreifen, dass wir Menschen alle in demselben Boot sitzen und folglich das Schicksal Einiger immer mit dem aller Anderen zusammenhängt, kann keine Stabilität und keine Prosperität auf Dauer aufrechterhalten werden. Dazu muss wohl jeder von uns ehrlich sehen, auf welchen Grundlagen unsere Lebensführung steht und er/sie muss Verantwortung dafür übernehmen. Was heute im arabischen Raum, in der Weltwirtschaft, in ökologischen Belangen geschieht, ist auch mit unserem Leben, wie wir es führen, eng verbunden. Hinschauen und bereit sein für Veränderung - so lautet der Auftrag.

Die Esche lehrt uns Fülle durch das Gleichgewicht der Kräfte. Nicht Linearität, sondern Denken in Kreisläufen ist das Gebot der Stunde. Nicht mehr und nicht weniger. Es gibt viel zu tun.

Lesen Sie alle bisher erschienenen Beiträge unserer Serie "Irlands Bäume" in unserem Bäume Special.

Donnerstag, 3. März 2011

Werbung: Der freundliche Farmer muss wieder ran

Iren halten sich in der Regel für tolle Erzähler, für unterhaltsame Redner und für besonders humorvoll. Wenn sie an die Deutschen denken, denken sie vielleicht an Pünktlichkeit, tolle Produkte und Zuverlässigkeit. Humor gehört nicht dazu. Diese Woche erst frotzelten Irlands oberste Touristiker bei einem Treffen in Skibbereen über den homöopathisch dosierten, den völlig fehlenden oder den gut versteckten Humor der Deutschen. Trotzdem wagten sich die Marketingleute von Tourism Ireland in diesem Jahr wieder an das heiße Eisen und versuchten sich an einem humorvollen TV-Werbespot für Deutschland.

Sean aus Galway stellt den Deutschen sein Land vor  – mit deutsch-kompatiblem Humor oder dem, was man bei Tourism Ireland in Dublin dafür hält. Gelungen oder nicht? Was vor allem auffällt: Das alte traditionelle Irland-Bild wird wieder in kräftigen Farben gemalt. Der Farmer, die Bauernstube mit Herd und Tee, die "Rush Hour", die Landschaft. Die Deutschen lieben diese Klischees – meint man zumindest in Dublin. Der Spot läuft in diesem Jahr im deutschen Fernsehen. Gelungen oder nicht? Schaut selber:

Die Einsendungen zum Irland Foto Wettbewerb 2011

 Wir suchen das schönste IRLAND-FOTO 2011. Heute präsentieren wir die Einsendungen – 28 tolle Fotos aus Irland. Die Aufgabe lautete: Das Foto soll Landschaft und Natur zeigen. Das Foto kann beim Wandern, beim Radeln oder faul-faul aus dem Auto heraus aufgenommen sein. Egal: Es soll die faszinierende Natur Irlands auf schönste Weise zeigen.  Ein Regenbogen, das Meer, ein Berg, eine Aussicht vom Berg herunter, eine Wiese, typisch irische Tiere, eine Flußlandschaft, oder . . .  Die Gewinnerin, der Gewinner, nimmt kostenlos an der Irland-Wanderwoche von "Wanderlust" vom 23. - 30. April 2011 in Glengarriff, West Cork teil.
(Nähere Informationen zu den Wanderferien gibt es auf www.irland-wandern.de ). 

Der Gewinner wird so ermittelt: Aus allen Einsendungen wählt eine Jury in den kommenden Tagen die fünf besten Motive aus. Das Gewinnerfoto wird unter diesen fünf Aufnahmen ausgelost. Einen Rechtsweg gibt es nicht, genauso wenig wird der Preis in bar ausbezahlt. Der Preis hat einen Wert in Höhe von 350 Euro. Der Gewinner nimmt kostenlos an allen geführten Wanderungen der Wanderwoche teil. Es entstehen lediglich Übernachtungskosten zum Selbstkostenpreis im Doppelzimmer sowie für die eigene Verpflegung.

Hier alle Einsendungen im Überblick: 

Die Aufnahmen können auch direkt bei Picasa in voller Größe angeschaut werden: KLICKEN

Get the flash player here: http://www.adobe.com/flashplayer

Mittwoch, 2. März 2011

Der Meister der Fender Strat wäre heute 63

Graffity in Corks Bishop-Lucey-Park zu Ehren des Musikers.
Irland war und ist ein Land der Musik. Ob Traditional Music, Klassik, Rock, Pop oder Indie: Das Vier-Millionen-Einwohner-Völkchen hat viele große und weltweit bekannte Ausnahmemusiker hervorgebracht.

Denkmal in Ballyshannon
Heute am 2. März würde einer der größten Rock- und Bluesmusiker Geburstag feiern, der jemals zur Gitarre gegriffen hat – wenn er nicht zu oft "Too much Alcohol" genossen hätte. Er wäre heute 63 Jahre alt geworden – und wenn er feiern sollte, dann allenfalls "A Million Miles Away". Seine Geburtsort Ballyshannon, seine Heimatstadt Cork, Ballincollig, der Ort wo er begraben liegt, und Dublin, die Haupstadt, halten den großen Gitarristen bis heute in Ehren. Straßen und Plätze sind nach ihm benannt, jedes Jahr werden Festivals zu seinen Ehren gespielt.

Er wäre wahrscheinlich selber erstaunt, wenn er heute in seine Geburtsstadt Ballyshannon in Donegal zurückkehrte und auf der zentralen Kreuzung im Stadtkern eine Skulptur seiner selbst finden würde. Sie trägt den bizarren Claim: "Follow me" – der Musiker, dessen Markenzeichen eine reichlich abgetragene Fender Strat war, die er seit seiner Jugend spielte, starb im Juni 1995 nach einer Lebertransplantation in London. Cork weinte, als er zu Grabe getragen wurde, zehntausende folgten seinem Sarg. Wer kennt ihn?


**EDIT 19:24**: Na klar, es war Rory Gallagher. Wie Jan schreibt: The one and only. Sadly missed.  Oft ghört.

Dienstag, 1. März 2011

MV Plassey: Endstation Carraig na Finise



Irland. Galway Bay. Auf Inisheer, der kleinsten der Aran Inseln, am Strand von Carraig na Finise, liegt das Wrack der MV Plassey. Das Schiff war am 8. März 1960 im Sturm vor der Insel auf Grund gelaufen und später an den Felsenstrand von Inisheer gespült worden. Die elf Besatzungs-Mitglieder wurden gerettet, der Frachter aufgegeben. Er rostet seitdem oberhalb der Hochwassermarke vor sich hin. Die Plassey ist in Irland eine nationale Berühmtheit: Sie wird im Vorspann der TV-Sitcom “Father Ted” gezeigt, die bis heute Kultstatus genießt. Die Insel Inisheer wird mit der fiktiven „Craggy Island“ assoziiert, der Pfarrgemeinde des strafversetzten Father Ted und seiner zwei Kollegen.

Noch heute erzählen sich die Insulaner die Geschichte der Plassey – und es ist nie eine eindeutige: Verschiedene Versionen wollen wissen, dass in jener Nacht im März 1960 der Leuchtturm auf Inisheer nicht funktionierte, oder dass die Plassey-Eigentümer bestens versichert waren, oder aber, dass es sich um einen ganz normalen Unfall gehandelt habe. Wie auch immer: Im Jahr 2010 jährte sich die Havarie der Plassey zum 50. Mal. Und nicht erst seit der Zeit pilgern Inselfahrer zum alten Eisenwrack in der Nähe des Leuchtturms.


Eine aktuelle Story über sein Liebings-Reiseziel, die Aran Islands, hat der Wanderer gerade für das Irish Net  geschrieben. Zum Lesen geht es hier lang.



Fotos: Markus Bäuchle © 2011

Irland-Wahl: Das ist das vorläufige Endergebnis

Bis heute morgen um 6 Uhr wurde ausgezählt, dann stand zumindest das vorläufige Ergebnis der Parlamentswahl in Irland. Bis zum amtlichen Ergebnis muss allerdings das Ergebnis im  Wahlkreis Galway West ab heute nachmittag um 16 Uhr noch einmal komplett nachgezählt werden. Die unabhängige Kandidatin Cahrterine Connolly verpasste den Einzug ins Parlament um 17 Stimmen und beantragte erfolgreich eine erneute Zählung der Stimmen.

Das vorläufige Endergebnis: Fine Gael kommt wie erwartet auf 76 Sitze, Labour auf 37, Fianna Fail auf 20; 15 Unabhängige und 14 Abgeordnete von Sinn Fein sowie vier Abgeordnete linker Parteien ziehen ebenfalls ins Parlament ein. So sieht das vorläufige Endergebnis im Detail aus:
Alle Details zum Wahlergebnis auf: www.rte.ie    Quelle: rte.ie
























Was bedeutet das Wahlergebnis in Irland für die Insel und für Europa? Eine Wahlanalyse gibt es hier.
Detailinformationen zur Wahl mit allen gewählten Abgeordneten: http://www.rte.ie/news/election2011/results/

Montag, 28. Februar 2011

Was bedeutet das Wahlergebnis in Irland eigentlich?

Irland von oben. Foto: NASA
Parlamentswahlen in Irland. Die Auszählung der Stimmen dauert auch am Abend des dritten Tages an: Am Montag, kurz nach 20 Uhr, sind zwölf Sitze in drei Wahlkreisen (Laois-Offaly, Wicklow und Galway West) noch immer nicht vergeben. Derweil haben die Spitzen von Fine Gael und Labour die Koaliotions-Verhandlungen zur Regierungsbildung eingeleitet. Es ist an der  Zeit zu fragen, was dieses Wahlergebnis für Irland und für Europa bedeutet. Dazu einige Anmerkungen:

* Fianna Fail, die ewige Regierungspartei hat das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Die Wähler haben die Partei von Bertie Ahern und Brian Cowen mit kalter Wut abgeschossen. Iren sind duldsam – aber auch stolz. Sie schämen sich dafür, dass ihre Regierung sie in die 50er-Jahre zurück gezockt hat und dass Irland nun aus Berlin, Brüssel und Washington mitregiert wird. Von den 78 Sitzen bleiben Fianna Fail höchstens 20 - und es fehlen junge Politiker und Frauen, die Zukunft eben. Die Partei der alten gierigen Männer müsste nun mit Bedacht und Strategie neu aufgebaut werden – es kann sein, dass dies nicht gelingen wird und dass "Fianna Failure" bald Geschichte ist.  

* Die Regierung wechselt, die Probleme bleiben. Irland hat unvorstellbar hohe öffentliche Schulden im dreistelligen Milliardenbereich, die das Land nie und nimmer alleine abtragen kann. Irland wird bereits Ende kommenden Jahres 85 Prozent seiner Steuereinnahmen zur Zahlung von Schuldzinsen aufbringen müssen. Da ist kein Raum mehr für Sozialstaat, Gesundheits-System, Bildung oder die Pflege der Infrastruktur. Der Total-Bankrott wird absehbar – und das liegt auch an den Konditionen, die die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds Irland als Gegenleistung für Milliardenkredite aufdrückten.

* Der künftige Premier Enda Kenny steht in der Pflicht, die Entschuldung Irlands zu erreichen. Dafür haben die Menschen Fine Gael und Labour Party gewählt. Die neue Regierung muss durchsetzen, dass von der gigantischen Schuldenlast eine, wenn nicht zwei Nullen gestrichen werden und dass die Investoren und Kreditgeber irischer Banken sowie die Europäische Union auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten. Die Alternative ist keine: Wenn Irland pleite geht, dann fließt überhaupt kein Geld mehr. Die Regierung könnte den Vorschlag von Ökonomen aufgreifen und eine Volksabstimmung abhalten, um sich die Rückendeckung der Bevölkerung ausdrücklich einholen, bevor sie in den schwierigen Kampf zieht.

* Es wird vielerorts offen daran gezweifelt, dass das politische Urgestein, der ehemalige Lehrer Enda Kenny den Sachverstand und die Durchsetzungskraft aufbringt, um den größten Problemberg in der Geschichte des irischen Staates abzutragen. Irland hat allerdings keine andere Chance, als dem Team-Spieler Kenny und seinen Ministern nun eine Chance zu geben und das Beste zu hoffen. Schlechter als Fianna Fail in den vergangenen zehn Jahren kann man ein Land gar nicht regieren, es kann also nur bergauf gehen – auch wenn dies vielleicht nicht reichen wird.

* Fine Gael und Labour haben eine ganze Menge politischer und gesellschaftlicher Reformen versprochen. Es ist höchste Zeit, die Strukturen des politischen Systems zu modernisieren, die nationale Politik zu stärken, den überflüssigen Senat, die zweite Parlamentskammer abzuschaffen, den verkommenen öffentlichen Dienst mit starker Hand auszukehren und auf Leistung und Effizienz auszurichten. Die Zeit ist günstig für die neue Regierung, die Menschen im Land wirken gewillt, Änderungen und Härten zu akzeptieren, wenn sie eine bessere Zukunft versprechen. Auch die breite Mehrheit, die eine Fine-Gael-Labour-Koalition haben wird, dürfte hilfreich sein. Bleibt zu hoffen, dass sich die Links-Rechts-Grabenkämpfe der mutmaßlichen Koalitionspartner in Grenzen halten werden.

Irischer Frühling - ja ist denn schon Ostern?

Stehen Irlands Politik, Irlands Wirtschaft, Irlands Gesellschaft vor einem neuen Frühling?
27. Februar 2011 in West Cork, Irland: Der Rhododendron blüht.

Schneeglöckchen - Boten des Vor-Frühlings
Montagmorgen. Der Morgen nach einer zweitägigen Stimmenauszählungs-Trance. Parlamentswahlen in Irland. Noch immer sind drei Wahlbezirke nicht  ausgezählt, zwölf Sitze nicht vergeben. Heute morgen werden noch einmal Stimmzettel gezählt. Denoch wird damit gerechnet, das Enda Kenny, der künftige Regierungschef von Fine Gael, schon heute morgen zum Telefonhörer greift und Eamon Gilmore, den Vorsitzenden der Labour Party, zu Koalitionsgesprächen einladen wird. Bereits Ende der Woche muss die neue irische Regierung stehen, um keine Zeit im Kampf gegen den drohenden Staatsbankrott zu verlieren. Sie wird mutmaßlich eine Fine-Gale-Labour-Koalition sein.

Montagmorgen in Irland. Der Morgen nach einer klaren, leichten Frostnacht. Ein schöner sonniger Frühlingstag zieht auf und verspricht: Es gibt mehr als Politik und Wahlen. Die Pflanzen treiben aus. Die Natur erwacht zu neuem Leben. Das erste Blatt am Weißdorn, Blüten am Rhododendron, Narzissen und Krokusse in den Beeten. Frühling ist, wenn es draußen bunt wird.


Die Forsythie zeigt den Erst-Frühling an
Man kann den Beginn des Frühlings astronomisch, metereologisch oder kalendarisch bestimmen. Üblicherweise halten wir allerdings das für Frühling, was wir sehen. Wir folgen den Erscheinungen, trauen unseren Augen und leben nach dem phaenologischen Kalender: Blüht die Kamelie im Januar, ist der Frühling schon ganz nah(aarrr). Der irische Frühling jedenfalls befindet sich phaenologisch bereits im fortgeschrittenen Stadium: Der Vorfrühling, den in Deutschland das Schneeglöckchen und die Haselnuss anzeigen, dauert bereits drei bis vier Wochen. Jetzt blühen die Forsythie, die Narzissen, die ersten Osterglocken und die Zaubernuss. Bäume entfalten ihre Blätter, mancher Rhododendron steht bereits in ansehnlicher Pracht. Die Wiesen - auch die ungedüngten – legen Grün auf. Es ist Erst-Frühling auf der Insel und der Voll-Frühling - auf dem Kontinent erkennbar an der Flieder-Blüte, an Löwenzahn, Wiesenschaumkraut und Butterblumen, ist nicht mehr weit.

"Frühling, ja Du bist´s, Dich hab ich vernommen  . . ." – und die Wander-Saison ist auch nicht mehr fern. Doch darüber mehr im Lauf dieser Woche.

Februar 2011: Erste Osterglocken trauen sich
Alle Fotos: Eliane Zimmermann © 2011

Sonntag, 27. Februar 2011

Wahl in Irland: Noch immer wird ausgezählt

Das Ding ist entschieden, und doch steht das Ergebnis in einigen Wahlkreisen noch nicht fest. 150 von 166 Mitglieder des neuen Parlaments von Irland sind mittlerweile bestimmt. 16 Sitze müssen noch vergeben werden. Die Zeit der langwierigen Nachzählungen hat begonnen, und auch der zweite Auszähltag könnte erst nach einer langen Nacht enden. Noch fehlt die Sitzverteilung für Laois und Offaly (4 Mandate), Galway East und West (4 und 3 Sitze) sowie für Wicklow (5).

So sieht das Ergebnis derzeit aus:



Wahlsieger Fine Gael holt 68 Sitze und wird mit Enda Kenny den neuen Premier stellen, Labour 35, Wahlverlierer Fianna Fail 17, Sinn Fein 13, die Unabhängigen 13, andere Parteien wie die People before Profit holen 4 Mandate, die Greens gehen leer aus. Es bleibt dabei: Rein theoretisch könnte Fine Gael jetzt noch die absolute Mehrheit gewinnen, praktisch aber ist davon auszugehen, dass die neue Regierungspartei 76 Mandate bekommt, acht weniger als die Mehrheit. Das Wagnis mit acht oder mehr unabhängigen Parlamentarieren zusammenzuarbeiten scheint zu groß, weil sich die "Unabhängigen" ihr Wohlverhalten gerne mit der Erfüllung unverhältnismäßiger Forderungen abkaufen lassen. Alles deutet also auf eine Koalition mit der eher links orientierten Labour Party hin.

Wir melden uns wieder mit dem amtlichen Endergebnis.

Grafik: RTE

Diese Woche in Irland: Skelettfund & Whiskey-Klau

Das Wichtigste auf einen Blick: Was in der vergangenen Woche in Irland geschah, lesen Sie heute in unserem Wochenrückblick. Irland Blog-Autor Dirk Huck berichtet aus Dublin über die wichtigsten Ereignisse auf der Insel.


Fine Gael hui, Fianna Fáil pfui

In der vergangenen Woche wurden die letzten Reden gehalten, Hände geschüttelt, Babys geknuddelt und Kühe getätschelt. Nach drei Wochen Wahlkampf ging es am Freitag endlich zu den Wahlurnen. 3,2 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, über die politische Zukunft Irlands zu entscheiden. Gewählt werden konnte bis 22 Uhr. Die Wahlbeteiligung lag bei erfreulich hohen 70 Prozent. Seit Samstagmorgen 9 Uhr wird eifrig gezählt und gerechnet. Die Auswertung der Stimmzettel ist ein komplexer und langwieriger Vorgang. Es dauert, bis alle 166 Sitze des Parlaments besetzt sind (Aktueller Stand Sonntagmorgen: hier). Weil es in Irland nur um Direktmandate geht, sind Partei-Hochrechnungen, wie man sie aus dem deutschen Fernsehen kennt, nur bedingt zulässig. Allerdings scheinen sich die Prognosen der Umfragen zu bestätigen:

* Fianna Fáil verzeichnet in vielen Wahlbezirken dramatische Einbrüche. Auch prominente Namen bangen um ihre Wiederwahl oder haben ihren Sitz bereits verloren.
* Labour ist zweitstärkste Partei.
* Fine Gael gibt klar den Ton an. Auch wenn es vermutlich nicht zur absoluten Mehrheit reichen wird: Alle Ampeln stehen auf Grün für Enda Kenny als nächsten Taoiseach.

Irlands Gemeinden zu dratischen Einsparungen gezwungen
Irlands Gemeinden blicken in ein vier-Milliarden-Euro-Budgetloch und sind zu drastischen Einsparungen gezwungen. Die Bürger werden dies schnell zu spüren bekommen. Es fehlen die Mittel, um Straßen, Gehwege, öffentliche Beleuchtung, Bibliotheken, Parks und andere wichtige öffentliche Einrichtungen und Dienstleistungen angemessen zu unterhalten. Die prekäre Finanzlage wird sich noch zusätzlich verschlechtern, da die Gemeinden gezwungen sind, Kredite aufzunehmen, um überhaupt einigermaßen über die Runden zu kommen. Autofahrer seid wachsam: Das nächste Schlagloch wartet schon.

Der Autor: Dirk Huck.
Dirk schreibt einen eigenen Blog.
Für Iren gilt: Nur ein Haus ist ein richtiges Heim
Eurostat, das Statistische Amt der Europäischen Union, liefert einen interessanten Schnappschuss der Wohnsituation in Irland zum Ende des Immobilienbooms:  Laut Daten aus dem Jahr 2009 wohnt nur 3,1 Prozent der Bevölkerung Irlands in Apartments, vergleichen mit einem EU-Durchschnitt von 42 Prozent. 39,1 Prozent leben in Einzelhäusern, 57,6 Prozent in Doppelhaushälften oder Reihenhäusern. Dies bestätigt: Iren fühlen sich nur in einem Haus richtig wohl. Daran konnten auch die zahlreichen Werbekampagnen nichts ändern, mit denen während des Booms Iren zum Kauf komfortabler Apartments überredet werden sollten.

Abwicklung von Anglo Irish und Irish Nationwide eingeleitet
Letzte Woche wurde die Abwicklung der angeschlagenen Banken Anglo Irish und Irish Nationwide eingeleitet. Im ersten Schritt wurden Depots mit einem Gesamtguthabenbestand von etwa elf Milliarden Euro zu anderen Banken transferiert. Allied Irish Banks (AIB) übernahmen sieben Milliarden Euro von Anglo Irish, Irish Life & Permanent (IL&P) vier Milliarden Euro von Irish Nationwide. Für die 280.000 Inhaber der betroffenen Depots ändert sich vorerst nichts. Sie werden weiterhin durch Anglo Irish und Irish Nationwide betreut.

Irlands Taxis dürfen länger fahren
Die National Transport Authority verwarf den Plan, Taxis nach neun Jahren Einsatz aus dem Verkehr zu ziehen. Zu der Entscheidung kam es, nachdem Irlands Taxifahrer darüber geklagt hatten, dass die Verschrottungsauflage viele Taxi-Unternehmen zur Aufgabe ihres Geschäfts zwingen würde.


Amateur-Archäologe findet Grab aus der Bronze-Zeit
Da staunte Pat Tiernan, Hobby-Archäologe aus Rickardstown nahe Mullingar im County Westmeath nicht schlecht: Eigentlich wollte er nur sein Haus erweitern. Doch wo er schon mal dabei war, grub er noch etwas tiefer. Dabei stieß er auf ein menschliches Skelett nebst ausgefallener Grabbeigaben. Er informierte das National History Museum of Ireland, das den ungewöhnlichen Fund untersuchte. Und siehe da: Es handelt sich um ein etwa 4.000 Jahre altes Grab aus der Bronzezeit. Da soll nochmal einer sagen, Gartenarbeit wäre langweilig.

Whiskey im Wert von 270.000 Euro gestohlen
Diese Diebe zeigten Geschmack: Aus der Cooley Destillerie in Carlingford (County Louth) wurden 150 Kartons des besonders seltenen Whiskeys der Marke "Finnegan" gestohlen. Der Gesamtwert der Ware beträgt 270.000 Euro. Die Kisten mit den 700ml-Flaschen lagerten in einem Container auf dem Gelände der Brennerei. Die Diebe rückten mit einem LKW an, auf den sie den Container samt kostbaren Inhalt aufluden. Bislang fehlt von den Dieben jede Spur. Aber vielleicht verraten sie sich ja durch ihre Fahne.

Wahl in Irland: Fine Gael und Kenny fast am Ziel




Sonntagmorgen. Im Lauf der Nacht wurden weitere Wahlkreise ausgezählt: Aktuell sind 131 der 166 Sitze für das neue Parlament vergeben. Fine Gael und Labour haben längst die erforderliche Mehrheit der Sitze erreicht: Fine Gael kommt aktuell auf 59 Sitze, Labour auf 31. Fianna Fail verliert fast alles und zählt derzeit 14 Mandate, Sinn Fein hat 9, die Unabhängigen kommen auf elf und die United Left Alliance auf 3. Die Auszählung wird um 9 Uhr fortgesetzt.

Enda Kenny
35 Sitze müssen heute noch ausgezählt und vergeben werden, dann muss die Regierungsbildung zügig beginnen. Fine-Gael-Chef Enda Kenny und die rechts-konservative Partei haben das beste Ergebnis der Parteigeschichte (seit der Gründung 1933) erzielt. Sie stehen nun fast am Ziel und eigentlich im Zenit der Macht, was dem totalen Versagen der Schwesterpartei Fianna Fail geschuldet ist. Von nun an kann es mit Fine Gael eigentlich nur bergab gehen, denn die finanziellen und wirtschaftlichen Probleme, die die neue Regierung übernimmt, sind gewaltig. Irland steht weiterhin am Rande des Bankrotts.

Zumindest heute darf gefeiert werden: Nach 36 Jahren in der Politik endlich das Gelbe Trikot für Enda Kenny. Mutmaßlich wird im Regierungs-Peleton die erstarkte eher linke Labour Party mitfahren und kräftig mitbestimmen. Man darf gespannt sein, wie schnell sich die beiden politisch durchaus konträren Parteien auf ein Programm und eine gemeinsame Mannschaft einigen können. Als letzte Frist für die Regierungsbildung wird der 9. März genannt.

Grafik:RTE; Foto: Fine Gael

Wahl in Irland: Knapp die Hälfte der Sitze vergeben

Kurz vor Mitternacht. Mehrere Zähllokale haben bereits geschlossen und setzen die Arbeit am Sonntagmorgen fort. 80 von 166 Sitzen im künftigen Parlament Irlands sind mittlerweile vergeben, und das ist der Zwischenstand:




Fine Gael hat 35 Sitze, Labour 22, Independents 8, Fianna Fail 7 und Sinn Fein 6. Schon jetzt steht fest, dass die Green Party im Parlament nicht mehr vertreten sein wird. Die abgewählte Regierungspartei stürzt ins Bodenlose. Sie könnte weniger als 20 Sitze erhalten und damit über 50 Sitze verlieren.  In ganz Dublin dürfte sie noch einen einzigen Sitz retten können.

Wahlsieger und Taoiseach in spe Enda Kenny von Fine Gael ("Wir erleben eine demokratische Revolution") zierte sich auch heute nacht noch, eine Koalitionspräferenz anzudeuten. Insgeheim hofft Fine Gael noch immer, über Transferstimmen möglichst nah an die 80-Sitze-Grenze zu kommen, um dann alleine mit Hilfe einiger Unabhängiger / Independents regieren zu können. Eine Koalition mit der Labour Party scheint allerdings wahrscheinlicher.

Die Wahlbeteiligung lag übrigens bei vergleichsweise hervorragenden 70,1 Prozent. Nach der Vergabe der Erststimmen (genauer: der Erstpräferenz) gewann Fine Gael 36,1% der Stimmen, gefolgt von Labour mit 19,4 und Fianna Fail mit 17,4 Prozent. Diverse unabhängige Kandidaten sammelten 12,6% der Stimmen ein, Sinn Fein gewann 9,9%.

Das Gesamtergebnis dürfte morgen im Lauf des Abends feststehen, auch wenn in mehreren Wahlbezirken bislang noch kein einziger Sitz vergeben wurde.

Grafik: RTE

Samstag, 26. Februar 2011

Wahl in Irland: Ein Zwischenergebnis




Parlamentswahlen in Irland: Das langwierige Auszählverfahren in den 43 Wahlkreisen ist in vollem Gange. Das wird eine lange Nacht auf der Insel. 38 der 166 Sitze sind mittlerweile nach 20 Uhr Ortszeit vergeben. Fine Gael hat davon 15 Sitze ergattert, die Labour Party 10, Sinn Fein hat 4, Fianna Fail 3 und Unabhängige holten 5 Sitze. Es ist ein schwerer Tag für die mit einem starken Wählerstatement abgewählte Regierungspartei Fianna Fail – und auch die Koalitionspartner von den Grünen wurden von den Wählern so richtig abgewatscht. Wir berichten später am Abend wieder.

Grafik: RTE 

Iren gingen trotz Regen in Scharen zur Wahl

www.rte.ie berichtet online live von der Stimmenauszählung.
Stürmische Wechselwinde meldet der Irish Independent heute morgen: Die Stimmenauszählung in Irlands Wahllokalen hat gerade begonnen. Während 5580 Auslands-Iren aus 124 Ländern bei einer rein symbolischen Internet-Abstimmung auf Ballotbox eine Fine Gael-Labour-Kolationsregierung "wählten", lässt die aktuelle Wählerumfrage von RTE diese wichtigste Frage des Tages noch offen: Wird Fine Gael (36,1 %) , die rechtskonservative Schwester der abgestürzten Dauer-Regierungspartei Fianna Fail (15,1 %), Irland mit einem Premier Enda Kenny alleine regieren? Oder wird es eine Koalition mit der Labour Party (20,5 %) oder gar eine andere Konstellation geben? Die Wahlbeteiligung lag für irische Verhältnisse und trotz schlechten Wetters offensichtlich sensationell hoch bei etwa 70 Prozent. Die Menschen auf der Insel lässt also keineswegs kalt, was politisch in den vergangenen 15 Jahren vergurkt wurde.

Wer die Stimmenauszählung live verfolgen will:
Das irische Fernsehen RTE berichtet auch online live:
http://www.rte.ie/news/election2011/rtecoverage.html
Die Qualitätszeitung Irish Times berichtet hier:
http://www.irishtimes.com/indepth/election2011/
Irlands größte Tageszeitung, der Independent, zeigt hier, wo es künftig lang geht:
http://www.independent.ie/national-news/elections/

Freitag, 25. Februar 2011

Irland-Wahl: Erstes Ergebnis heute um 19 Uhr

Die Website www.ballotbox.ie
Die Wahllokale sind geöffnet, seit heute früh wählt Irland ein neues Parlament und damit eine neue Regierung. 3,2 von 4,6 Millionen Iren können heute in 43 Wahlbezirken ihre Stimme abgeben, und sie haben dazu Zeit bis um 22 Uhr. Erst dann schließen die Wahllokale. Morgen früh um 9.30 Uhr beginnen die Wahlhelfer mit der Stimmenauszählung – doch bereits heute abend um 19 Uhr soll das erste Ergebnis bekannt gegeben werden: Das Resultat der Internetwahlen für Auslands-Iren auf der Website www.ballotbox.ie 

Geschätzte 4 Millionen irische Bürger leben derzeit im Ausland, fast so viele wie daheim; und obwohl sie einen Pass besitzen und Bürger ihres Landes sind, haben sie kein Wahlrecht. Irlands Gesetze bestimmen, dass Irinnen und Iren ihr Wahlrecht beim Umzug ins Ausland automatisch verlieren. Diese Bestimmung ist in Europa einzigartig und hat in den vergangenen Jahren für viele Diskussionen auf der Insel gesorgt. Geändert wurde nichts. Zu groß ist die Angst vom daheimgebliebenen politischen Establishment, dass Irland ganz schnell unter direkten irisch-amerikanischen Einfluss geraten könnte.

Zwei junge irische Auswanderer im kanadischen Toronto rühren nun mit ihrer Website in der Wunde – dies zu einer Zeit, da jede Woche 1000 Iren ihrer Heimat den Rücken kehren und auswandern, um anderswo in der Welt Arbeit und Zukunft zu finden. Die beiden medienerfahrenen Emigranten in Kanada rufen seit dem 15. Februar alle Iren im Ausland zur symbolischen Parlamentswahl auf Ballotbox auf und haben mit ihrer Online-Aktion auch zuhause auf der Insel viel Aufmerksamkeit erregt.

Man darf gespannt sein, wie das irische Ausland wählt. Ballotbox will die Ergebnisse als erster "Wahlkreis" veröffentlichen: Heute abend um 19 Uhr, noch vor Schließung der Wahllokale.

IMPRESSUM

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