Sonntag, 23. Januar 2011

Diese Woche in Irland: Hauspreise fallen weiter


Das Wichtigste auf einen Blick: Was in der vergangenen Woche in Irland geschah, lesen Sie heute in unserem Wochenrückblick. Irland Blog-Autor Dirk Huck berichtet aus Dublin über die wichtigsten Ereignisse auf der Insel.


Irlands Regierung bricht auseinander
Dramatische Woche im irischen Parlament. Premier Brian Cowen gewann zwar die parteiinterne Vertrauensabstimmung. Für Ruhe und Ordnung innerhalb der Partei und der Regierung sorgte das Ergebnis jedoch nicht. Cowens Rolle als Vorsitzender von Fianna Fáil wurde weiterhin heftig diskutiert. Am Donnerstag legten gleich sechs Fianna Fáil-Minister ihr Amt nieder. Gegen Cowens Versuch, noch vor der Parlamentswahl das Kabinett neu zu ordnen, stemmte sich der Koalitionspartner, die Grünen. Notgedrungen verteilte Cowen die führerlosen Ressorts auf die verbliebenen Minister und legte den Termin für die so heiß herbei gesehnten Neuwahlen fest: Am 11. März darf nun das Volk darüber abstimmen, wem es sein Vertrauen schenkt. Am Samstag verkündete Cowen seinen Rücktritt vom Posten des Vorsitzenden von Fianna Fáil, betonte jedoch, bis zur Neuwahl im Amt des Premierministers zu bleiben.
Irland selbst Schuld, sagt EU-Kommissar Barroso
Unruhe auch im europäischen Parlament: Der irische EU-Abgeordnete Joe Higgins hatte darüber geklagt, dass das von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds aufgedrückte Finanzpaket Irland ruinieren würde. Da platze EU-Finanzkommissar Jose Manuel Barroso der Kragen. "The problems of Ireland were created by irresponsible financial behaviour of financial institutions and a lack of supervision in the Irish market," tobte er vor dem europäischen Parlament. Europa sei Teil der Lösung für Irlands Finanzprobleme, fuhr er fort. Nicht Europa habe das Finanzproblem verursacht, sondern einzig und allein Irland.

Immobilienpreise wieder auf dem Niveau von 2002
Die Immobilienpreise fallen weiter und sind mittlerweile auf dem Niveau von 2002 angekommen. Dies entspricht einem Rückgang um 38 Prozent gegenüber dem Höchststand Anfang 2007. Doch es gibt leichte Entwarnung: Das Marktforschungsinstitut Economic and Social Research Insititute (ESRI) will erkannt haben, dass sich der Preissturz verlangsamt. Im letzten Jahr fielen die Preise "nur" um 10,8 Prozent, verglichen mit 18,5 Prozent im Jahr 2009.
Jede Woche eintausend Auswanderungen
Eine Studie ergab: Derzeit verlassen jede Woche mehr als eintaused Menschen das Land, um woanders Arbeit zu finden. Geschätzte 60.000 Menschen werden zwischen April 2010 und April 2011 das Land verlassen haben, und weitere geschätzte 40.000 in den zwölf Monaten danach. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze bleibt weiterhin das Hauptptoblem in Irlands Wirtschaft; und der Ausblick, den das Marktforschungsinstitut ESRI zeichnet, gibt nur wenig Anlass zur Hoffnung: In diesem Jahr soll sich die Arbeitslosenquote bei etwa 13,5 Prozent einpendeln, im nächsten Jahr aufgrund eines erwarteten leichten Hochs in der Wirtschaft könnte sie leicht sinken. Derzeit erlebt nur der Exportsektor einen leichten Aufschwung, doch werden in diesem Sektor nur wenige neue Stellen geschaffen.
Kanada vergibt mehr Visa
Wohin gehen irische Auswanderer? Ganz oben auf der Wunschliste steht Kanada. Das scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Kanada gab bekannt, für dieses Jahr die Anzahl der Arbeitsvisa für Iren um 1.000 aufzustocken. Zudem dürfen Iren ein zweites Urlaubs-Visum beantragen. Damit können diejenigen, die ein Abwarte-Jahr in Kanada verbringen, ihren Aufenthalt verlängern.

Neue Schilder braucht das Land
Dem Tempo-Schilder-Wildwuchs an Irlands Straßen soll nun endlich zu Leibe gerückt werden. Bislang sind die Richtlinien, nach denen entschieden wird, welche Höchstgeschwindigkeit auf einer Straße gilt, wenig konsistent. Dies führte häufig genug dazu, dass auf einer gut befestigten, drei-spurigen Schnellstraße gerademal Tempo 60 zulässig ist, auf einem unbefestigten, schmalen Schotterweg hingegen locker Tempo 80 erlaubt ist. Das Ministerium für Transport unternimmt jetzt einen neuen Anlauf, die Richtlinien zu überarbeiten und zu vereinheitlichen. 


Der Autor: Dirk Huck






Fotos: Dirk Huck (2, unten), Markus Bäuchle (2, oben)

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