Montag, 31. Januar 2011

Im Januar bläst der irische Wind mit Stärke 2

Das ist Stefan. Manche Blog-Leser kennen ihn schon. Stefan setzte sich im Jahr 1986 in seinen Suzuki Allrad und ließ das Leben als  Zierpflanzengärtner in Frankfurt am Main hinter sich. Seit fast 25 Jahren wohnt Stefan nun schon in Derrycreigh, einem Townland von Glengarriff im Südwesten von Irland. Der Langener lebt mit seiner irischen Frau, mit Kind und Mutter direkt am Meer, er kultiviert einen großen Garten, hält Ziegen, lebt weitestgehend autark. Zu seinen Hobbies zählt er die Meteorologie. 

Als guter Nachbar versorgt uns Stefan Knüttel, immer wenn es wichtig wird, mit der aktuellen lokalen Wetterprognose – zum Beispiel, wenn es zum Wandern in die Berge oder in die herrlichen Gärten der Bantry Bay geht. In fast 25 Jahren hat der Hobby-Metereologe gelernt, das Wetter in der Bucht zu lesen wie kaum ein anderer. Tag für Tag beobachtet er Himmel, Wasser und Bäume, misst die Sonnenscheinstunden, die Regenmenge, die Windstärke und überträgt seine Daten minutiös auf Millimeterpapier.  Wir staunen immer wieder, wie sehr seine Prognose und das lokale Wetter von der offiziellen Wetterprognose für den Südwesten Irlands abweichen können.

Heute zieht Stefan Bilanz für das lokale Wetter im Januar 2011. Die ersten Erkenntnisse: Der Monat war für irische Küstenverhältnisse abermals bitterkalt. Viele Frostnächste drückten die Durschschnitts-Temperaturen, und doch war dieser Januar insgesamt etwas "wärmer" als der Januar 2010.  Den Hobby-Meteorologen erstaunt neben der Kälte vor allem dieses: Dem tradionellen stürmischen irischen Winter sind die Winde ausgegangen. Zumindest in den vergangenen zwei Jahren.

Im Januar 2011 blies der Wind durchschnittlich nur mit Stärke 2  – üblich sind mindestens Stärke 3. Was diese Windstärken zu bedeuten haben, erklärt übrigens die 13-stufige Beaufort-Skala. Windstärke 2 heißt: Es weht eine leichte Brise mit sechs bis elf Kilometern pro Stunde, die Blätter rascheln, man spürt den Wind im Gesicht, das Meer bewegt sich schwach. Stärke 3 bezeichnet die mäßige Brise (12-19 km/h), wenn sich die Zweige an den Bäumen bewegen und Wimpel gestreckt werden. Stürmische Winde (Gales) werden mit Stärke 8 angegeben, Stürme (Strong Gales) mit Stärke 9. Am oberen Ende der Skala rangieren der Orkan und der Hurricane mit Beaufort 12 und Geschwindigkeit ab 117 km/h. In den vergangenen Jahrzehnten wurden an der irischen Küste Spitzengeschwindigkeiten bis zu 160 km/h gemessen.

Die Beaufort-Skala der Windstärken. Zum Vergrößern bitte anklicken. Quelle: Met Eireann.
Übrigens: Die Januar-Kältewelle ist erst einmal überstanden: Das Wetter hat gedreht, in der Nacht kamen die wärmeren Temperaturen und mit ihnen der Regen. Der Luftdruck sinkt.

Kommentare:

  1. Und hier die "moderne" Version aus den irischen Midlands: hängt bei uns zuhause auf dem Dach bzw Carport und überträgt alle Daten nicht auf Millimeterpapier, sondern auf einen PC und dann die wichtigsten davon von dort auf eine meiner Websites im Web:
    http://www.killinure.net/weather/

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  2. Nahezu perfekt, Sven. Und doch so unsinnlich.

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  3. Hervorragendes Adjektiv für ein Hobby, Markus.

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