Samstag, 8. Januar 2011

Irlands Bäume (2): Die Birke

Die Birke, keltisch Beth. Baum des Jahresabschnitts 24. Dezember bis 20. Januar.
Mit der Wintersonnenwende begann das neue Sonnenjahr. Die Tage werden länger, im Keltischen Baumkreis gehört die Zeit vom 24. Dezember bis zum 20. Januar der Birke. Der zugeordnete Buchstabe im Ogam Alphabet ist das B, der keltische Name lautet Beth. Auch ihr lateinischer Name klingt hier an: Betula. Kein anderer Baum kann die Energie dieser Zeit besser verkörpern als die Birke, die im Baumkalender auf den Holunder folgt.  

Von Elisabeth Firsching.
Die Autorin schreibt den Blog
Wir können uns die Birke als ein Wesen vorstellen, das sich ungestüm die Welt erobern will und dabei recht anspruchslos in ihren Bedürfnissen ist. Vierzig verschiedene Arten wollen Neuland besiedeln, ob der Boden sandig oder moorig ist, spielt dabei weniger eine Rolle. So war es die Birke, die Europa in weiten Teilen nach der letzten Eiszeit bedeckte, als es begann wärmer zu werden. Wenn uns im Frühjahr erste zarte Blätter entgegenleuchten, so sind es die der Birken. Sie treiben, als gäbe es kein Morgen. 
  
Die Birke galt von alters her als Symbol für das Frühlingserwachen und gab den Bauern Hinweise für den richtigen Zeitpunkt, um mit bestimmten Arbeiten zu beginnen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Birken mit der Wiedergeburt in Verbindung gebracht wurden, umso mehr sie sehr viel Licht brauchen. Ihr wunder Punkt sozusagen, sie brauchen Freiheit und Licht, um überhaupt keimen zu können und um sich gut zu entwickeln. Birken wachsen zu Beginn schnell und können in den ersten sechs Jahren bereits eine Höhe von sieben Metern erreicht haben. 

Die Birke – schnell wachsender Pionierbaum
Wir alle kennen das Erscheinungsbild dieser Baumart mit der weißlich-silbrigen Rinde, den dünnen, weichen, hängenden Zweigen und den hellgrünen Blättern.
Wenn ich sie mir vorstelle, ist sie derjenige von all den Bäumen, der am ehesten mit uns spricht. Sie hält viele Töne in ihrem Repertoire. Sie wispert und rauscht, manchmal raunt sie sachte, fast immer macht sie sich akustisch bemerkbar. Mein Vater erzählte mir, er hätte einmal Birken klingen gehört, nach einem Eisregen, als die vereisten Triebe aneinander schlugen und wie von Feenhand ein zartes Glockenspiel erklingen ließen. Wenn ich das nur auch einmal hören könnte!


Die Birke wirft sich mit einer großen Fülle an Samen, die sich in den Kätzchen im März bis Mai entwickeln, in die Schlacht um die Vermehrung. Aufgrund dieser Eigenschaft wurde sie auch immer mit Fruchtbarkeit assoziiert. Wiegen mussten aus Birkenholz gefertigt sein, um Unheil vom Neugeborenen abzuwenden. In unseren Tagen kämpfen allerdings viele Menschen mit allergischen Reaktionen auf die Birkenpollen in der Frühlingsluft.

Die Birke im Winter
Fast alle Teile der Birke fanden für alle möglichen Zwecke eine besondere Verwendung. Die berühmteste und möglicherweise durch die Jahrhunderte  wichtigste wird ein schmerzhemmender Stoff in ihrer Rinde sein, der den Grundbaustein für das Aspirin bildete.

Zum Schluss möchte ich noch etwas Persönliches zur Birke erzählen. Als ich vor einem halben Jahr ein Profilfoto für meinen Blog suchte, gefiel mir das Bild, auf dem ich Birken umarme am besten. Es ist im Derrynane Garden in Kerry im Südwesten Irlands entstanden. Dass die Birke in ihrem keltischen Ursprung Beth hieß, passt vorzüglich zu meinem Vornamen Elisabeth und natürlich zu diesem Projekt. Das alles wusste ich damals noch nicht. Es scheint ein wenig, als hätten mich die Bäume verpflichtet. Nun, dieser Aufgabe stelle ich mich gerne, liebe ich sie doch sehr.

1 Kommentar:

  1. Ich liebe Birken auch, obwohl ich in den letzten Jahren immer stärker allergisch auf sie reagiere, und in meiner neuen Wohnung eine riesige Birke direkt vorm Wohnzimmerfenster habe. Ich find's trotzdem schade, dass oft vom Anpflanzen in Gärten abgeraten wird, weil sie im Herbst so viel Laub produzieren und ihre Wurzeln alles in weitem Umkreis aushebeln. Hätte ich einen Garten, würde ich trotzdem eine Birke drin pflanzen.

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