Freitag, 14. Januar 2011

Muss "Mutti" die Millionen doch wieder rausrücken?

Je nach Lesart 25, vielleicht 30, höchstens aber 50 einstige "Bau-Haie" und Immobilien-Spekulanten haben Irland zusammen mit den Banken und einer untätigen Regierung finanziell zu Fall gebracht. Die meisten dieser Herren, die auf der Insel nun gerne auch öffentlich als "Fecker" bezeichnet werden,  ziehen eine Spur der Verwüstung hinter sich her, haben Milliarden Euros und zahlreiche Existenzen vernichtet – und suchen nun nach dem Goldenen Schnitt für sich selbst.

Das übliche Muster: Die eigentlich bankrotten Ex-Multimillionäre vermachen die Reste ihres Vermögens an Frauen und Kinder. So haben in den vergangenen zwei Jahren die Multimillionen heimlich still und leise ihre Besitzer gewechselt – und fast hätte das auch wie am Schnürchen geklappt. Jetzt allerdings stellt sich Irlands sogenannte Bad Bank, die NAMA, quer. Dieses Staatsinstitut hat bekanntlich die irischen Banken entschuldet und im Gegenzug die belasteten Immobilien vorübergehend in ihren Besitz übernommen. Das Problem ist die bis zu 90 prozentige Finanzierungslücke zwischen dem einstigen Phantasiewert der Gründstücke und ihrem aktuellen Realwert.

Um nicht gänzlich gelackmeiert dazustehen und in der politischen Diskussion den Eindruck von Gerechtigkeit zu erwecken, hat NAMA-Chef Brendan McDonagh nun angekündigt, dass man die Vermögensübertragungen von 20 ehemaligen "Top Shots" an die liebe Familie nicht dulden wolle und dass das Geld zugunsten des Steuerzahlers einkassieret wird. Nach gängigem Recht ist das wohl unmöglich, deshalb haben die Rechtsberater der NAMA jetzt ein altes Gesetz aus dem Jahr 1634 ausgekramt – und mit dem bald 400 Jahre alten "Conveyancing Act" will die Staatsagentur nun an die bei den Ehefrauen zwischengelagerten Vermögen der Bauträger herankommen.

Ob die Sache mit dem Gesetz aus dem Jahr 1634 nur eine der vielen tollen Geschichten und Absichtserklärungen bleibt, oder ob die einstigen "Masters of Brick and Mortar" tatsächlich weniger luxuriösen Zeiten entgegensehen, weiß derzeit keiner so recht. NAMA-Chef McDonagh jedenfalls hat den Mund ziemlich voll genommen und steht gleichzeitig selber unter dem Verdacht der Habgier: Er kassiert als best bezahlter Staats-Diener ein Jahresgehalt von 430.000 Euro – Nebeneinkünfte aller Art nicht berücksichtigt.

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