Sonntag, 20. Februar 2011

Diese Woche in Irland: Dublin rockt und lockt

Das Wichtigste auf einen Blick: Was in der vergangenen Woche in Irland geschah, lesen Sie heute in unserem Wochenrückblick. Irland Blog-Autor Dirk Huck berichtet aus Dublin über die wichtigsten Ereignisse auf der Insel.


Wahlkampf: Das Hauen und Stechen nimmt zu
Der Wahlkampf ging in seine vorletzte Woche. Das Hauen und Stechen nahm zu, die Wortgefechte wurden schärfer. Umfragen sehen weiterhin Fine Gael (ca. 38 Prozent) weit in Führung vor dem möglichen Koalitionspartner Labour (ca. 23 Prozent). Dahinter balgen sich die scheidende Regierungspartei Fianna Feil (ca. 12 Prozent) und Sinn Fein (ca. 10 Prozent) um die Rolle als stärkste Oppositionspartei. Fällt das Wahlergebnis ähnlich deutlich aus, wie die Umfragewerte andeuten, könnte Fine Gael unter Umständen sogar die alleinige Mehrheit im Parlament erlangen – etwas, das in Irland selten genug vorkommt. Sollten nur ein paar Stimmen zur Mehrheit fehlen, könnten mal wieder die Greens (ca. ein Prozent Zuspruch) lachender Dritter werden. Sie haben bereits ihre Bereitschaft zu einer Koalition mit Fine Gael signalisiert. Es bleibt spannend.


TV-Debatte der großen Fünf
Der Autor: Dirk Huck.
Dirk schreibt einen eigenen Blog.
Am Montag trafen sich die Vorsitzenden der fünf großen Parteien, Enda Kenny von Fine Gael, Micheál Martin von Fianna Fáil, Eamon Gilmore von Labour, John Gormley von den Grünen und Gerry Adams von Sinn Fein, zum Schlagabtausch im TV. Das war die Gelegenheit für viele Wähler und Wählerinnen, sich ein persönliches Bild von den Führern und deren Parteiprogrammen zu machen. Allerdings offenbarte die mit Spannung erwartete TV-Debatte wenig Neues. Vielmehr nutzten die Parteivorsitzenden die Sendezeit, unablässig ihre Maßnahmenkataloge herunterzuleiern und mit teilweise recht fadenscheinigen Zahlenspielereien zu belegen (Gerry Adams: "Es gibt 250.000 kleine und mittelgroße Unternehmen in Irland. Wenn jedes auch nur einen einzigen Arbeitsplatz schafft, hätten wir das Arbeitslosenproblem fast gelöst"). War es bezeichnend, dass Enda Kenny in der Runde in der Mitte stand? Und soll es uns etwas sagen, dass die möglichen Koalitionspartner Kenny und Gilmore mehr als 80 Prozent ihrer Redezeit dazu verwendeten, die Argumente des jeweils anderen zu verreißen? Einen klaren Gewinner sah die Debatte übrigens nicht.


Wer nicht mehr zur Arbeit geht, geht zur Post. Dort wird die Sozialhilfe ausbezahlt.
Positives vom Arbeitsmarkt
Zwei erfreuliche Meldungen vom Arbeitsmarkt: Online-Zahlungs-Dienstleister PayPal kündigte an, 150 neue Stellen in der Europa-Zentrale in Blanchardstown im Norden von Dublin zu schaffen. Ferner will Europas gröflter Zoofachhandel Maxi Zoo zwei weitere Filialen in Maynooth (Co. Kildare) eröffnen und 50 neue Arbeitsplätze schaffen. Zusammen immerhin 200 neue Arbeitsplätze für Irland. 


Irlands zunehmendes Problem
Aufmerksamen Touristen wird es nicht entgangen sein: Die Zivilisationskrankheit Fettleibigkeit hat längst auch Irland erfasst. Fast zwei Drittel der Erwachsenen und jedes fünfte Kind gelten als übergewichtig bis fettleibig. Letzte Woche wurde eine neue Internet-Seite gestartet, um mehr Aufmerksamkeit auf dieses Problem in Irlands Gesellschaft zu lenken. Die Seite liefert aktuelle Statistiken und für Betroffene Hinweise zur Bekämpfung und zur Vermeidung von Fettleibigkeit.


Dublin rockt
Dublin bekommt seine eigene School of Rock. Englands führendes College für moderne Musik, das Brighton and Bristol Institute of Modern Music (BIMM), bietet demnächst auch in Dublin Studiengänge an, in denen man sich unter anderem zum Rockstar ausbilden lassen kann. Die neue Musikschule wird Platz für etwa 500 Studenten haben und vermutlich mehr als 90 Voll- und Teilzeitstellen schaffen. Das BIMM hat bereits Musikgrößen wie The Kooks and Kate Walsh hervorgebracht.


Viel zu sehen in Dublin
Filmfans aufgepasst: Am Donnerstag startete das diesjährige Dublin International Film Festival. Auf dem größten Festival seiner Art in Irland werden über einen Zeitraum von elf Tagen zahlreiche nationale und internationale Produktionen gezeigt, denen die großen Filmverleiher sonst leider zu wenig Beachtung schenken. Die Schauspieler Martin Sheen, Emilio Estevez und Kevin Spacey haben ihren Besuch des Festivals angekündigt und bringen ein wenig Hollywood-Flair nach Dublin. Unter dem Label "Out of the Past" werden Klassiker wie "The African Queen", "The Bridge on the River Kwai" und Volker Schlöndorffs "The Tin Drum" (Die Blechtrommel) gezeigt. Ein Besuch lohnt sich also.


Herrchen rettet Welpen mit Mund-zu-Schnauze-Beatmung
Die kurioseste Story der Woche: Ein irischer Hundezüchter reanimierte einen fast ertrunkenen Welpen mit Mund-zu-Schnauze-Beatmung. Der acht Wochen alte Jack-Russel-Welpe war in einen Gartenteich gefallen. Durch das aufgeregte Gegacker seiner Hühner alarmiert, kam der Hundezüchter gerade noch rechtzeitig, um den ertrinkenden Hund zu retten. Zehn Minuten dauerte die Reanimation, bei der Herrchen auch die Mund-zu-Schnauze-Beatmung anwendete. Mit Erfolg: Der kleine Welpe ist inzwischen wieder gesund und munter und tobt im Garten umher. Um den Teich macht er allerdings einen großen Bogen.

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