Mittwoch, 9. Februar 2011

Welche Qualitäten hat ein Taoiseach Enda Kenny?

Im Farbenrausch: Fine Gael Wahlposter 2011
Wählt Irland in 15 Tagen einen "Feigling" ins Amt des neuen Ministerpräsidenten? Gestern abend fand der erste große TV-Schlagabtausch des kurzen irischen Wahlkampfs statt – und Enda Kenny, der Spitzenkandidat von Fine Gael, fehlte. Im Fernsehduell von TV3 überließ Kenny den Bildschirm seinen beiden Kontrahenten von Fianna Fail und Labour.

Die irische Öffentlichkeit diskutiert nun, ob der farblose Enda die Hosen voll hatte und es sich nicht zutraute, zum TV-Duell gegen Micheal Martin (FF) und Eamon Gilmore (Labour) anzutreten. Das geplante Dreier-Duell hatte deshalb schon einen Verlierer, bevor es begonnen hatte. Enda Kenny ließ sich derweil bei einem Townhall Meeting in Carrick-on-Shannon verbal verprügeln.

Fine Gael, die konservative Zwillings-Schwester der ewigen konservativen Regierungspartei Fianna Fail, liegt derzeit in den Umfragen klar in Führung. Im Vorfeld der Neuwahlen hatte die Partei mehrfach versucht, Enda Kenny als Vorsitzenden und Spitzenkandiat loszuwerden. Der  zeigte allerdings im innerparteilichen Machtspiel enorme Steherqualitäten.

Es ist anzunehmen, dass Enda Kenny nach den Wahlen zum irischen Parlament am 26. Februar zum neuen Taoiseach - so heißt der Regierungschef in Irland – gewählt wird, obwohl seine eigene Popularität drastisch unter der seiner Partei liegt. Was gegen Enda Kenny einzuwenden wäre, hat der Galway Advertiser einmal in einem knappen Satz zusammengefasst: "Er ist trocken, ein schlechter Redner, hölzern, leichtgewichtig, er versteht nichts von Wirtschaft, ist schwach, untentschlossen, vorsichtig, unsicher – und schneidet bei TV-Duellen immer am schlechtesten ab."

Kennys Partei Fine Gael führt einen modernen, multimedialen und stark aufs Internet setzenden Wahlkampf nach Vorbild der Demokraten in den USA. Die "Web 2.0"-Kampagne mit Einsatz von Facebook, Twitter und Co hat allerdings noch keinen Enda 2.0 an die Rednerpulte gezaubert. Das Rezept, in ihrem obersten Vorturner zumindest eine homöpathische Dosis von Obamas charismatischer Präsenz zu wecken, wird weiter gesucht.

1 Kommentar:

  1. Wie praktisch, dass die Werbeagentur die Farbbeutel gleich mitdesigned hat. Das nenn ich resourcenschonend und umweltfreundlich.

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