Dienstag, 8. Februar 2011

Wenn irische Augen weinen

"When Irish Eyes Are Crying" – Wenn irische Augen weinen: Der US-Journalist Michael Lewis hat für die März-Ausgabe von Vanity Fair ein monströs langes und schmerzhaft ehrliches Magazin-Stück über den finanziellen und wirtschaftlichen Niedergang Irlands geschrieben und nebenbei die irische Gesellschaft und das irische Wesen mit kaltem Blick seziert.

Es ist lesenswert, wie Lewis, der bereits die Euro-Bankrotteure Island und Griechenland porträtiert hat, Irlands Weg in den Abgrund beschreibt – und wie er  keinen Zweifel daran lässt, dass die uneingeschränkte Garantie der irischen Cowen-Lenihan-Regierung für die drei kaputten Banken Anglo-Irish, BOI und AIB im Herbst 2008 den schlimmen Absturz verursacht hat. Dass die Menschen in Irland die Multimilliarden-Zeche der Investoren zahlen sollen, ist mittlerweile bekannt, spekulativ bleibt, wann die duldsamen Iren aufhören, sich das gefallen zu lassen.

Michael Lewis zumindest äußerte in einem Interview, dass er kein Volk kenne, das so duldsam sei wie die Iren, dass er aber andererseits damit rechnet, dass sich Wut und Verzweiflung irgendwann Bahn brechen werden, weil der Druck auf die kleinen Leute weiter stark zunehmen dürfte.

Über den ausgeprägten irischen Patriotismus schreibt Lewis diese bemerkenswerten Zeilen:

"The Irish insistence on their Irishness—their conceit that they’re more devoted to their homeland than the typical citizen of the world is—has an element of bluster about it, from top to bottom. At the top are the many very rich Irish people who emit noisy patriotic sounds but arrange officially to live elsewhere so they don’t have to pay tax in Ireland; at the bottom, the waves of emigration that define Irish history. The Irish people and their country are like lovers whose passion is heightened by their suspicion that they will probably wind up leaving each other. Their loud patriotism is a cargo ship for their doubt."

Die Übersetzung des letzten Satzes: "Ihr lauter Patriotismus ist das Frachtschiff für ihre Zweifel". Die Irland-Geschichte gibt es hier online zu lesen.

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