Sonntag, 13. März 2011

Diese Woche in Irland: St. Patrick ist im Anmarsch

Das Wichtigste auf einen Blick: Was in der vergangenen Woche in Irland geschah, lesen Sie heute in unserem Wochenrückblick. Irland Blog-Autor Dirk Huck berichtet aus Dublin über die wichtigsten Ereignisse auf der Insel.


Neue Regierung nimmt Tätigkeit auf
Irlands neue Regierung steht. Die siegreichen Parteien Fine Gael und Labour einigten sich auf eine Zusammenarbeit und stellen mit 113 von insgesamt 166 Sitzen im Parlament eine der stärksten Koalitionen in der Geschichte des Landes. Am Mittwoch erlebte Fine Gael-Parteichef Enda Kenny den Höhepunkt seiner politischen Laufbahn, als er mit deutlichen 117 zu 27 Stimmen zum neuen Taoiseach gewählt wurde. Der Labour-Vorsitzende Eamon Gilmore ist Stellvertreter und übernimmt im neuen Kabinett auch das Amt des Außenministers. Nach seiner emotionalen Ernennung zum Taoiseach verlor Enda Kenny keine Zeit: Am Donnerstag bereits traf er sich mit EU-Finanzkommissar Barroso, am Freitag mit Angela Merkel, um wegen einer Neuverhandlung des Rettungspakets anzufragen, dem wichtigsten Punkt auf seiner To-Do-Liste.

Der Autor: Dirk Huck.
Dirk schreibt seinen eigenen Blog.
Blutige Auseinandersetzung auf Smithfield-Pferdemarkt
Vergangenen Sonntag kam es in Dublin auf dem Pferdemarkt von Smithfield zu einer blutigen Auseinandersetzung zwischen zwei befeindeten Traveller-Familien. Dabei wurden zwei Menschen durch Schüsse aus einer Schrotflinte verletzt, eine weitere Person durch einen Fleischerhaken. Der traditionsreiche Pferdemarkt im Zentrum von Dublin, der auch von Touristen gerne besucht wird, steht seit Jahren in der Kritik von Tierschützern. Nach dem Vorfall vom vergangenen Sonntag wurden die Rufe lauter, die Veranstaltung zu verbieten, oder zumindest auf einen Austragungsort außerhalb des Stadtzentrums zu verlegen. (Quelle: Irish Independent )

Inflationsrate auf höchstem Stand seit November 2008
Leben in Irland wird wieder teurer: Im Februar kletterte die Inflationsrate auf 2,2 Prozent, dem höchsten Stand seit November 2008. Maßgeblichen Anteil daran haben die Krankenversicherer, die zum Jahresbeginn ihre Prämien kräftig erhöhten. (Quelle: Irish Times )

Benzinpreise durchbrechen Schallmauer von 1,50 Euro
Auch Benzin ist auf der Insel deutlich teurer geworden: Mittlerweile wurde die Schallmauer von 1,50 Euro für den Liter Benzin durchbrochen. Grund ist zum einen der durch die Unruhen in Libyen gestiegene Mineralölpreis, zum anderen eine Anhebung der Mineralölsteuer. Zum Vergleich: Vor zwölf Monaten lag der Benzinpreis noch bei durchschnittlich 1,27 Euro.

Fragwürdiger Nervenkitzel auf der M50
Manche Autofahrer im Raum Dublin lieben es riskant: Bei der Durchfahrt durch die vollelektronische Mautstation auf der Autobahn M50 hängen sie sich dicht hinter einen LKW, um so der Erfassung durch die Kameras zu entgehen - wohlgemerkt bei einer Geschwindigkeit von über 80 km/h. Und das alles nur, um drei Euro zu sparen. Die Polizei ist wachsam. Mehr als 100 Schattenfahrer wurden bereits erwischt. Auch die Betreiber der Mautstation haben den Mautprellern den Kampf angesagt: So sollen zusätzliche Kameras installiert werden, die die durchfahrenden Autos auch von hinten aufnehmen. (Quelle: Irish Independent )

St. Patrick kommt – und es wird kalt
Irland rüstet für den großen Nationalfeiertag: Am 17. März ist St. Patrick's Day. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist auch in diesem Jahr die große Parade in Dublin. Aber auch sonst gibt es vom 16. bis 20. März in der Hauptstadt zahlreiche Veranstaltungen, die einen Besuch lohnen. Nähere Infos gibt es auf der Website www.stpatricksfestival.ie.
Allerdings sollte man warme und regenfeste Kleidung mitbringen. Denn Irlands bekanntester Freizeit-Meteorologe, der Postbote Michael Gallagher, sagt für die Tage um "Paddy's Day" arg kaltes Wetter voraus, eventuell sogar mit Schnee. Wer das als Humbug abtut, sei gewarnt: Der Wetterfrosch aus Donegal liegt bei seinen Prognosen fast immer richtig. (Quelle: Irish Independent )

Seachtain na Gaelige - so pflegt man die irische Sprache
Jedes Jahr in den Tagen vor St. Patrick's Day läuft unter dem Namen "Seachtain na Gaelige" (etwa: "Woche der gälischen Sprache") eine Aktionswoche zur Förderung der gälischen Sprache. Iren sind aufgerufen, ihre womöglich eingerosteten "cuplá focal" (etwa: "ein paar Worte") wieder auf Vordermann zu bringen und sich aktiv an der Belebung ihrer offiziell ersten Amtssprache zu beteiligen. Doch bei Aktionswochen dieser Art zeigt sich nur zu deutlich, wie sehr das Irische vom Aussterben bedroht ist. Auch Radio-Moderatoren bringen da zuweilen nur peinliches Gestammel zustande. Da passte es ins Bild, dass die vom TV-Sender TG4 produzierte gälische Seifenoper "Ros na Rún" verkündete, ihr gingen die Schauspieler aus. (Quelle: Irish Times )

Volkszähler vor bissigen Hunden gewarnt
Die große Volkszählung läuft an: In diesen Tagen wird mit der Auslieferung der Fragebögen an die etwa 1,7 Millionen Haushalte begonnen. Den 5.500 Volkszählern wird geraten, sich vor bissigen Haustieren in Acht zu nehmen. Der gute Rat kommt vom Fine Gael-Abgeordneten Paul Kehoe. Er spricht aus Erfahrung: Während des Wahlkampfes wurden zwei seiner Stimmenwerber von Hunden gebissen. Vermutlich wurden sie mit Fianna Fáil-Wahlkämpfern verwechselt . . . (Quelle: Irish Independent )

1 Kommentar:

  1. Lieber Markus,
    so sehr ich mich über das tolle Foto von Madeleine gefreut habe, bin ich zugleich aber auch sehr traurig
    darüber was in Japan passiert ist. Ich habe unendliches Mitgefühl für die Menschen und habe Angst davor
    was noch alles auf sie zukommen wird. Das Erdbeben mit dem darauf folgenden Tsunami ist schon entsetzlich
    genug. Die eventuelle atomare Verseuchung ist noch viel schlimmer und zieht wesentlich weitreichendere
    und nachhaltigere Folgen nach sich!
    Wen soll man um Hilfe für diese armen Menschen anflehen? Schläft Gott - oder noch schlimmer - gibt es
    ihn überhaupt?!
    Gruß, Elke

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