Montag, 28. Februar 2011

Was bedeutet das Wahlergebnis in Irland eigentlich?

Irland von oben. Foto: NASA
Parlamentswahlen in Irland. Die Auszählung der Stimmen dauert auch am Abend des dritten Tages an: Am Montag, kurz nach 20 Uhr, sind zwölf Sitze in drei Wahlkreisen (Laois-Offaly, Wicklow und Galway West) noch immer nicht vergeben. Derweil haben die Spitzen von Fine Gael und Labour die Koaliotions-Verhandlungen zur Regierungsbildung eingeleitet. Es ist an der  Zeit zu fragen, was dieses Wahlergebnis für Irland und für Europa bedeutet. Dazu einige Anmerkungen:

* Fianna Fail, die ewige Regierungspartei hat das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren. Die Wähler haben die Partei von Bertie Ahern und Brian Cowen mit kalter Wut abgeschossen. Iren sind duldsam – aber auch stolz. Sie schämen sich dafür, dass ihre Regierung sie in die 50er-Jahre zurück gezockt hat und dass Irland nun aus Berlin, Brüssel und Washington mitregiert wird. Von den 78 Sitzen bleiben Fianna Fail höchstens 20 - und es fehlen junge Politiker und Frauen, die Zukunft eben. Die Partei der alten gierigen Männer müsste nun mit Bedacht und Strategie neu aufgebaut werden – es kann sein, dass dies nicht gelingen wird und dass "Fianna Failure" bald Geschichte ist.  

* Die Regierung wechselt, die Probleme bleiben. Irland hat unvorstellbar hohe öffentliche Schulden im dreistelligen Milliardenbereich, die das Land nie und nimmer alleine abtragen kann. Irland wird bereits Ende kommenden Jahres 85 Prozent seiner Steuereinnahmen zur Zahlung von Schuldzinsen aufbringen müssen. Da ist kein Raum mehr für Sozialstaat, Gesundheits-System, Bildung oder die Pflege der Infrastruktur. Der Total-Bankrott wird absehbar – und das liegt auch an den Konditionen, die die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds Irland als Gegenleistung für Milliardenkredite aufdrückten.

* Der künftige Premier Enda Kenny steht in der Pflicht, die Entschuldung Irlands zu erreichen. Dafür haben die Menschen Fine Gael und Labour Party gewählt. Die neue Regierung muss durchsetzen, dass von der gigantischen Schuldenlast eine, wenn nicht zwei Nullen gestrichen werden und dass die Investoren und Kreditgeber irischer Banken sowie die Europäische Union auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten. Die Alternative ist keine: Wenn Irland pleite geht, dann fließt überhaupt kein Geld mehr. Die Regierung könnte den Vorschlag von Ökonomen aufgreifen und eine Volksabstimmung abhalten, um sich die Rückendeckung der Bevölkerung ausdrücklich einholen, bevor sie in den schwierigen Kampf zieht.

* Es wird vielerorts offen daran gezweifelt, dass das politische Urgestein, der ehemalige Lehrer Enda Kenny den Sachverstand und die Durchsetzungskraft aufbringt, um den größten Problemberg in der Geschichte des irischen Staates abzutragen. Irland hat allerdings keine andere Chance, als dem Team-Spieler Kenny und seinen Ministern nun eine Chance zu geben und das Beste zu hoffen. Schlechter als Fianna Fail in den vergangenen zehn Jahren kann man ein Land gar nicht regieren, es kann also nur bergauf gehen – auch wenn dies vielleicht nicht reichen wird.

* Fine Gael und Labour haben eine ganze Menge politischer und gesellschaftlicher Reformen versprochen. Es ist höchste Zeit, die Strukturen des politischen Systems zu modernisieren, die nationale Politik zu stärken, den überflüssigen Senat, die zweite Parlamentskammer abzuschaffen, den verkommenen öffentlichen Dienst mit starker Hand auszukehren und auf Leistung und Effizienz auszurichten. Die Zeit ist günstig für die neue Regierung, die Menschen im Land wirken gewillt, Änderungen und Härten zu akzeptieren, wenn sie eine bessere Zukunft versprechen. Auch die breite Mehrheit, die eine Fine-Gael-Labour-Koalition haben wird, dürfte hilfreich sein. Bleibt zu hoffen, dass sich die Links-Rechts-Grabenkämpfe der mutmaßlichen Koalitionspartner in Grenzen halten werden.

Irischer Frühling - ja ist denn schon Ostern?

Stehen Irlands Politik, Irlands Wirtschaft, Irlands Gesellschaft vor einem neuen Frühling?
27. Februar 2011 in West Cork, Irland: Der Rhododendron blüht.

Schneeglöckchen - Boten des Vor-Frühlings
Montagmorgen. Der Morgen nach einer zweitägigen Stimmenauszählungs-Trance. Parlamentswahlen in Irland. Noch immer sind drei Wahlbezirke nicht  ausgezählt, zwölf Sitze nicht vergeben. Heute morgen werden noch einmal Stimmzettel gezählt. Denoch wird damit gerechnet, das Enda Kenny, der künftige Regierungschef von Fine Gael, schon heute morgen zum Telefonhörer greift und Eamon Gilmore, den Vorsitzenden der Labour Party, zu Koalitionsgesprächen einladen wird. Bereits Ende der Woche muss die neue irische Regierung stehen, um keine Zeit im Kampf gegen den drohenden Staatsbankrott zu verlieren. Sie wird mutmaßlich eine Fine-Gale-Labour-Koalition sein.

Montagmorgen in Irland. Der Morgen nach einer klaren, leichten Frostnacht. Ein schöner sonniger Frühlingstag zieht auf und verspricht: Es gibt mehr als Politik und Wahlen. Die Pflanzen treiben aus. Die Natur erwacht zu neuem Leben. Das erste Blatt am Weißdorn, Blüten am Rhododendron, Narzissen und Krokusse in den Beeten. Frühling ist, wenn es draußen bunt wird.


Die Forsythie zeigt den Erst-Frühling an
Man kann den Beginn des Frühlings astronomisch, metereologisch oder kalendarisch bestimmen. Üblicherweise halten wir allerdings das für Frühling, was wir sehen. Wir folgen den Erscheinungen, trauen unseren Augen und leben nach dem phaenologischen Kalender: Blüht die Kamelie im Januar, ist der Frühling schon ganz nah(aarrr). Der irische Frühling jedenfalls befindet sich phaenologisch bereits im fortgeschrittenen Stadium: Der Vorfrühling, den in Deutschland das Schneeglöckchen und die Haselnuss anzeigen, dauert bereits drei bis vier Wochen. Jetzt blühen die Forsythie, die Narzissen, die ersten Osterglocken und die Zaubernuss. Bäume entfalten ihre Blätter, mancher Rhododendron steht bereits in ansehnlicher Pracht. Die Wiesen - auch die ungedüngten – legen Grün auf. Es ist Erst-Frühling auf der Insel und der Voll-Frühling - auf dem Kontinent erkennbar an der Flieder-Blüte, an Löwenzahn, Wiesenschaumkraut und Butterblumen, ist nicht mehr weit.

"Frühling, ja Du bist´s, Dich hab ich vernommen  . . ." – und die Wander-Saison ist auch nicht mehr fern. Doch darüber mehr im Lauf dieser Woche.

Februar 2011: Erste Osterglocken trauen sich
Alle Fotos: Eliane Zimmermann © 2011

Sonntag, 27. Februar 2011

Wahl in Irland: Noch immer wird ausgezählt

Das Ding ist entschieden, und doch steht das Ergebnis in einigen Wahlkreisen noch nicht fest. 150 von 166 Mitglieder des neuen Parlaments von Irland sind mittlerweile bestimmt. 16 Sitze müssen noch vergeben werden. Die Zeit der langwierigen Nachzählungen hat begonnen, und auch der zweite Auszähltag könnte erst nach einer langen Nacht enden. Noch fehlt die Sitzverteilung für Laois und Offaly (4 Mandate), Galway East und West (4 und 3 Sitze) sowie für Wicklow (5).

So sieht das Ergebnis derzeit aus:



Wahlsieger Fine Gael holt 68 Sitze und wird mit Enda Kenny den neuen Premier stellen, Labour 35, Wahlverlierer Fianna Fail 17, Sinn Fein 13, die Unabhängigen 13, andere Parteien wie die People before Profit holen 4 Mandate, die Greens gehen leer aus. Es bleibt dabei: Rein theoretisch könnte Fine Gael jetzt noch die absolute Mehrheit gewinnen, praktisch aber ist davon auszugehen, dass die neue Regierungspartei 76 Mandate bekommt, acht weniger als die Mehrheit. Das Wagnis mit acht oder mehr unabhängigen Parlamentarieren zusammenzuarbeiten scheint zu groß, weil sich die "Unabhängigen" ihr Wohlverhalten gerne mit der Erfüllung unverhältnismäßiger Forderungen abkaufen lassen. Alles deutet also auf eine Koalition mit der eher links orientierten Labour Party hin.

Wir melden uns wieder mit dem amtlichen Endergebnis.

Grafik: RTE

Diese Woche in Irland: Skelettfund & Whiskey-Klau

Das Wichtigste auf einen Blick: Was in der vergangenen Woche in Irland geschah, lesen Sie heute in unserem Wochenrückblick. Irland Blog-Autor Dirk Huck berichtet aus Dublin über die wichtigsten Ereignisse auf der Insel.


Fine Gael hui, Fianna Fáil pfui

In der vergangenen Woche wurden die letzten Reden gehalten, Hände geschüttelt, Babys geknuddelt und Kühe getätschelt. Nach drei Wochen Wahlkampf ging es am Freitag endlich zu den Wahlurnen. 3,2 Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, über die politische Zukunft Irlands zu entscheiden. Gewählt werden konnte bis 22 Uhr. Die Wahlbeteiligung lag bei erfreulich hohen 70 Prozent. Seit Samstagmorgen 9 Uhr wird eifrig gezählt und gerechnet. Die Auswertung der Stimmzettel ist ein komplexer und langwieriger Vorgang. Es dauert, bis alle 166 Sitze des Parlaments besetzt sind (Aktueller Stand Sonntagmorgen: hier). Weil es in Irland nur um Direktmandate geht, sind Partei-Hochrechnungen, wie man sie aus dem deutschen Fernsehen kennt, nur bedingt zulässig. Allerdings scheinen sich die Prognosen der Umfragen zu bestätigen:

* Fianna Fáil verzeichnet in vielen Wahlbezirken dramatische Einbrüche. Auch prominente Namen bangen um ihre Wiederwahl oder haben ihren Sitz bereits verloren.
* Labour ist zweitstärkste Partei.
* Fine Gael gibt klar den Ton an. Auch wenn es vermutlich nicht zur absoluten Mehrheit reichen wird: Alle Ampeln stehen auf Grün für Enda Kenny als nächsten Taoiseach.

Irlands Gemeinden zu dratischen Einsparungen gezwungen
Irlands Gemeinden blicken in ein vier-Milliarden-Euro-Budgetloch und sind zu drastischen Einsparungen gezwungen. Die Bürger werden dies schnell zu spüren bekommen. Es fehlen die Mittel, um Straßen, Gehwege, öffentliche Beleuchtung, Bibliotheken, Parks und andere wichtige öffentliche Einrichtungen und Dienstleistungen angemessen zu unterhalten. Die prekäre Finanzlage wird sich noch zusätzlich verschlechtern, da die Gemeinden gezwungen sind, Kredite aufzunehmen, um überhaupt einigermaßen über die Runden zu kommen. Autofahrer seid wachsam: Das nächste Schlagloch wartet schon.

Der Autor: Dirk Huck.
Dirk schreibt einen eigenen Blog.
Für Iren gilt: Nur ein Haus ist ein richtiges Heim
Eurostat, das Statistische Amt der Europäischen Union, liefert einen interessanten Schnappschuss der Wohnsituation in Irland zum Ende des Immobilienbooms:  Laut Daten aus dem Jahr 2009 wohnt nur 3,1 Prozent der Bevölkerung Irlands in Apartments, vergleichen mit einem EU-Durchschnitt von 42 Prozent. 39,1 Prozent leben in Einzelhäusern, 57,6 Prozent in Doppelhaushälften oder Reihenhäusern. Dies bestätigt: Iren fühlen sich nur in einem Haus richtig wohl. Daran konnten auch die zahlreichen Werbekampagnen nichts ändern, mit denen während des Booms Iren zum Kauf komfortabler Apartments überredet werden sollten.

Abwicklung von Anglo Irish und Irish Nationwide eingeleitet
Letzte Woche wurde die Abwicklung der angeschlagenen Banken Anglo Irish und Irish Nationwide eingeleitet. Im ersten Schritt wurden Depots mit einem Gesamtguthabenbestand von etwa elf Milliarden Euro zu anderen Banken transferiert. Allied Irish Banks (AIB) übernahmen sieben Milliarden Euro von Anglo Irish, Irish Life & Permanent (IL&P) vier Milliarden Euro von Irish Nationwide. Für die 280.000 Inhaber der betroffenen Depots ändert sich vorerst nichts. Sie werden weiterhin durch Anglo Irish und Irish Nationwide betreut.

Irlands Taxis dürfen länger fahren
Die National Transport Authority verwarf den Plan, Taxis nach neun Jahren Einsatz aus dem Verkehr zu ziehen. Zu der Entscheidung kam es, nachdem Irlands Taxifahrer darüber geklagt hatten, dass die Verschrottungsauflage viele Taxi-Unternehmen zur Aufgabe ihres Geschäfts zwingen würde.


Amateur-Archäologe findet Grab aus der Bronze-Zeit
Da staunte Pat Tiernan, Hobby-Archäologe aus Rickardstown nahe Mullingar im County Westmeath nicht schlecht: Eigentlich wollte er nur sein Haus erweitern. Doch wo er schon mal dabei war, grub er noch etwas tiefer. Dabei stieß er auf ein menschliches Skelett nebst ausgefallener Grabbeigaben. Er informierte das National History Museum of Ireland, das den ungewöhnlichen Fund untersuchte. Und siehe da: Es handelt sich um ein etwa 4.000 Jahre altes Grab aus der Bronzezeit. Da soll nochmal einer sagen, Gartenarbeit wäre langweilig.

Whiskey im Wert von 270.000 Euro gestohlen
Diese Diebe zeigten Geschmack: Aus der Cooley Destillerie in Carlingford (County Louth) wurden 150 Kartons des besonders seltenen Whiskeys der Marke "Finnegan" gestohlen. Der Gesamtwert der Ware beträgt 270.000 Euro. Die Kisten mit den 700ml-Flaschen lagerten in einem Container auf dem Gelände der Brennerei. Die Diebe rückten mit einem LKW an, auf den sie den Container samt kostbaren Inhalt aufluden. Bislang fehlt von den Dieben jede Spur. Aber vielleicht verraten sie sich ja durch ihre Fahne.

Wahl in Irland: Fine Gael und Kenny fast am Ziel




Sonntagmorgen. Im Lauf der Nacht wurden weitere Wahlkreise ausgezählt: Aktuell sind 131 der 166 Sitze für das neue Parlament vergeben. Fine Gael und Labour haben längst die erforderliche Mehrheit der Sitze erreicht: Fine Gael kommt aktuell auf 59 Sitze, Labour auf 31. Fianna Fail verliert fast alles und zählt derzeit 14 Mandate, Sinn Fein hat 9, die Unabhängigen kommen auf elf und die United Left Alliance auf 3. Die Auszählung wird um 9 Uhr fortgesetzt.

Enda Kenny
35 Sitze müssen heute noch ausgezählt und vergeben werden, dann muss die Regierungsbildung zügig beginnen. Fine-Gael-Chef Enda Kenny und die rechts-konservative Partei haben das beste Ergebnis der Parteigeschichte (seit der Gründung 1933) erzielt. Sie stehen nun fast am Ziel und eigentlich im Zenit der Macht, was dem totalen Versagen der Schwesterpartei Fianna Fail geschuldet ist. Von nun an kann es mit Fine Gael eigentlich nur bergab gehen, denn die finanziellen und wirtschaftlichen Probleme, die die neue Regierung übernimmt, sind gewaltig. Irland steht weiterhin am Rande des Bankrotts.

Zumindest heute darf gefeiert werden: Nach 36 Jahren in der Politik endlich das Gelbe Trikot für Enda Kenny. Mutmaßlich wird im Regierungs-Peleton die erstarkte eher linke Labour Party mitfahren und kräftig mitbestimmen. Man darf gespannt sein, wie schnell sich die beiden politisch durchaus konträren Parteien auf ein Programm und eine gemeinsame Mannschaft einigen können. Als letzte Frist für die Regierungsbildung wird der 9. März genannt.

Grafik:RTE; Foto: Fine Gael

Wahl in Irland: Knapp die Hälfte der Sitze vergeben

Kurz vor Mitternacht. Mehrere Zähllokale haben bereits geschlossen und setzen die Arbeit am Sonntagmorgen fort. 80 von 166 Sitzen im künftigen Parlament Irlands sind mittlerweile vergeben, und das ist der Zwischenstand:




Fine Gael hat 35 Sitze, Labour 22, Independents 8, Fianna Fail 7 und Sinn Fein 6. Schon jetzt steht fest, dass die Green Party im Parlament nicht mehr vertreten sein wird. Die abgewählte Regierungspartei stürzt ins Bodenlose. Sie könnte weniger als 20 Sitze erhalten und damit über 50 Sitze verlieren.  In ganz Dublin dürfte sie noch einen einzigen Sitz retten können.

Wahlsieger und Taoiseach in spe Enda Kenny von Fine Gael ("Wir erleben eine demokratische Revolution") zierte sich auch heute nacht noch, eine Koalitionspräferenz anzudeuten. Insgeheim hofft Fine Gael noch immer, über Transferstimmen möglichst nah an die 80-Sitze-Grenze zu kommen, um dann alleine mit Hilfe einiger Unabhängiger / Independents regieren zu können. Eine Koalition mit der Labour Party scheint allerdings wahrscheinlicher.

Die Wahlbeteiligung lag übrigens bei vergleichsweise hervorragenden 70,1 Prozent. Nach der Vergabe der Erststimmen (genauer: der Erstpräferenz) gewann Fine Gael 36,1% der Stimmen, gefolgt von Labour mit 19,4 und Fianna Fail mit 17,4 Prozent. Diverse unabhängige Kandidaten sammelten 12,6% der Stimmen ein, Sinn Fein gewann 9,9%.

Das Gesamtergebnis dürfte morgen im Lauf des Abends feststehen, auch wenn in mehreren Wahlbezirken bislang noch kein einziger Sitz vergeben wurde.

Grafik: RTE

Samstag, 26. Februar 2011

Wahl in Irland: Ein Zwischenergebnis




Parlamentswahlen in Irland: Das langwierige Auszählverfahren in den 43 Wahlkreisen ist in vollem Gange. Das wird eine lange Nacht auf der Insel. 38 der 166 Sitze sind mittlerweile nach 20 Uhr Ortszeit vergeben. Fine Gael hat davon 15 Sitze ergattert, die Labour Party 10, Sinn Fein hat 4, Fianna Fail 3 und Unabhängige holten 5 Sitze. Es ist ein schwerer Tag für die mit einem starken Wählerstatement abgewählte Regierungspartei Fianna Fail – und auch die Koalitionspartner von den Grünen wurden von den Wählern so richtig abgewatscht. Wir berichten später am Abend wieder.

Grafik: RTE 

Iren gingen trotz Regen in Scharen zur Wahl

www.rte.ie berichtet online live von der Stimmenauszählung.
Stürmische Wechselwinde meldet der Irish Independent heute morgen: Die Stimmenauszählung in Irlands Wahllokalen hat gerade begonnen. Während 5580 Auslands-Iren aus 124 Ländern bei einer rein symbolischen Internet-Abstimmung auf Ballotbox eine Fine Gael-Labour-Kolationsregierung "wählten", lässt die aktuelle Wählerumfrage von RTE diese wichtigste Frage des Tages noch offen: Wird Fine Gael (36,1 %) , die rechtskonservative Schwester der abgestürzten Dauer-Regierungspartei Fianna Fail (15,1 %), Irland mit einem Premier Enda Kenny alleine regieren? Oder wird es eine Koalition mit der Labour Party (20,5 %) oder gar eine andere Konstellation geben? Die Wahlbeteiligung lag für irische Verhältnisse und trotz schlechten Wetters offensichtlich sensationell hoch bei etwa 70 Prozent. Die Menschen auf der Insel lässt also keineswegs kalt, was politisch in den vergangenen 15 Jahren vergurkt wurde.

Wer die Stimmenauszählung live verfolgen will:
Das irische Fernsehen RTE berichtet auch online live:
http://www.rte.ie/news/election2011/rtecoverage.html
Die Qualitätszeitung Irish Times berichtet hier:
http://www.irishtimes.com/indepth/election2011/
Irlands größte Tageszeitung, der Independent, zeigt hier, wo es künftig lang geht:
http://www.independent.ie/national-news/elections/

Freitag, 25. Februar 2011

Irland-Wahl: Erstes Ergebnis heute um 19 Uhr

Die Website www.ballotbox.ie
Die Wahllokale sind geöffnet, seit heute früh wählt Irland ein neues Parlament und damit eine neue Regierung. 3,2 von 4,6 Millionen Iren können heute in 43 Wahlbezirken ihre Stimme abgeben, und sie haben dazu Zeit bis um 22 Uhr. Erst dann schließen die Wahllokale. Morgen früh um 9.30 Uhr beginnen die Wahlhelfer mit der Stimmenauszählung – doch bereits heute abend um 19 Uhr soll das erste Ergebnis bekannt gegeben werden: Das Resultat der Internetwahlen für Auslands-Iren auf der Website www.ballotbox.ie 

Geschätzte 4 Millionen irische Bürger leben derzeit im Ausland, fast so viele wie daheim; und obwohl sie einen Pass besitzen und Bürger ihres Landes sind, haben sie kein Wahlrecht. Irlands Gesetze bestimmen, dass Irinnen und Iren ihr Wahlrecht beim Umzug ins Ausland automatisch verlieren. Diese Bestimmung ist in Europa einzigartig und hat in den vergangenen Jahren für viele Diskussionen auf der Insel gesorgt. Geändert wurde nichts. Zu groß ist die Angst vom daheimgebliebenen politischen Establishment, dass Irland ganz schnell unter direkten irisch-amerikanischen Einfluss geraten könnte.

Zwei junge irische Auswanderer im kanadischen Toronto rühren nun mit ihrer Website in der Wunde – dies zu einer Zeit, da jede Woche 1000 Iren ihrer Heimat den Rücken kehren und auswandern, um anderswo in der Welt Arbeit und Zukunft zu finden. Die beiden medienerfahrenen Emigranten in Kanada rufen seit dem 15. Februar alle Iren im Ausland zur symbolischen Parlamentswahl auf Ballotbox auf und haben mit ihrer Online-Aktion auch zuhause auf der Insel viel Aufmerksamkeit erregt.

Man darf gespannt sein, wie das irische Ausland wählt. Ballotbox will die Ergebnisse als erster "Wahlkreis" veröffentlichen: Heute abend um 19 Uhr, noch vor Schließung der Wahllokale.

Irlands Kirche am Rande des Abgrunds

Maria. Ratlos.
Der Erzbischof von Boston, Sean O`Malley, löste kürzlich Erstaunen aus, als er der Katholischen Kirche in Irland den Zusammenbruch in fünf bis zehn Jahren in Aussicht stellte. Nun hat Irlands zweithöchster Kleriker, Dublins Erzbischof Diarmuid Martin, noch drastischer nachgelegt: "Wir stehen in vielerlei Hinsicht bereits direkt am Abgrund", sagte Martin laut Irish Times bei einem Besuch der britischen Nachbarinsel in Cambridge.

Der Erzbischof von Dublin sieht die Katholische Kirche im einst katholischsten Land Europas auf einem dramatischen Rückzug, und einzelne Zahlen sprechen für sich: In den 200 Kirchengemeinden seiner Haupstadt-Diözese wird in diesem Jahr kein einziger neuer Pfarrer ordiniert. Die Zahl der Kirchgänger ist derweil auf zwei Prozent der katholischen Bevölkerung geschrumpft.

Der immer für ein offenes Wort bekannte Bischof Martin (Foto) lässt keinen Zweifel daran: Die Katholische Kirche in Irland wird sich mit einer kulturellen Nische begnügen müssen. Wenn sie überhaupt überleben wird, wird die Kirche auf der Insel laut Martin zur Minderheiten-Kultur – im besgen Fall zu einer relevanten. Der Chef-Katholike meint, dass der Niedergang der einst mächtigsten Institution im Land bereits lange vor den Missbrauchs-Skandalen der vergangenen Jahre eingesetzt hat und dass er anhalten wird. So wird sich die Kirche so schnell wie möglich aus der Verwaltung der irischen Schulen zurückziehen müssen, weil sie kein Geld mehr hat.

Selbstkritisch sagte Martin zu seiner eigenen Rolle als Kirchenführer: "Die Kirche braucht jetzt starke Führung, um diesen Wandel zu meistern. Ich fürchte, Change Management gehört nicht zu meinen Stärken."

Fotos: Markus Bäuchle (oben); Archdiocese Dublin (unten)

Donnerstag, 24. Februar 2011

Wählt Irland morgen den Aufbruch und Neubeginn?

Enda Kenny
Haben zwei Jahre Hängepartie ein Ende? Kommt nun der Aufbruch in eine politisch und wirtschaftlich besonnenere Zukunft? Morgen jedenfalls wählt Irland ein neues Parlament und damit eine neue Regierung. Es ist anzunehmen, dass Enda Kenny, der Spitzenkandidat der Mitte-Rechts-Partei Fine Gael (Foto), aus diesen Wahlen als neuer Regierungschef Irlands hervorgehen wird.

Der ehemalige Lehrer, der seit 1975 in der Hauptkammer des Parlaments sitzt, hat nach mehreren parteiinternen Aufständen derzeit das Heft fest in der Hand und führte einen für seine Verhältnisse guten Wahlkampf. Seine Partei Fine Gael wird mit 35 bis 40 Prozent der Stimmen gehandelt, die ewige Regierungspartei Fianna Fail wird wohl mit weniger als 20 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit der Gründung in den 20-er Jahren einfahren: der verdiente Lohn dafür, dass die Ahern-Cowen-Regierung das Land in der "Goldenen Ära" des Keltischen Tigers durch Inkompetenz und Missmanagement in den finanziellen und wirtschaftlichen Abgrund geritten hat.

Während die 2500 Wahlberechtigten auf den Inseln von Aran bis Clare Island teilweise bereits gestern gewählt haben oder heute wählen, damit die Wahlurnen rechtzeitig zur Auszählung am Samstagmorgen das Festland erreichen, geht die Mehrheit der Iren am morgigen Freitag zur Wahl. Ob sich angesichts der schwierigen Lage des Landes wesentlich mehr als die üblichen 50 Prozent der Wahlberechtigten aufraffen können, wird sich bereits morgen zeigen. Mit dem Wahlergebnis ist allerdings erst am Sonntag, im ungünstigsten Fall sogar anfang der kommenden Woche zu rechnen.

Denn das irische Wahlsystem und das  Auszählverfahren sind kompliziert und langwierig. Zwar hat jeder Wahlberechtigte nur einen Stimmzettel, doch auf diesem kann er Präferenzen  für Zweit-, Dritt- und Viertkandidaten angeben, die bei der Auszählung zu berücksichtigen sind. Dieses Präferenzwahlsystem (Single Transferable Vote) zieht eine langwierige und komplexe Stimmenauszählung nach sich. Das große Häufeln der Stimmzettel wird als tagelange Prozedur live in den irischen Medien übertragen.

Am Ende werden für die 43 Wahlbezirke 166 Parlaments-Sitze vergeben und die Frage beantwortet sein, ob Fine Gael alleine regieren wird, oder ob eine Mehrheit nur mit einem Koalationspartner gelingen wird. Bereit steht dafür die mutmaßlich zweitstärkste Partei, die Labour Party, die im Wahlkampf etwas in den Abwind geriet, die aber dennoch rund 20 Prozent der Stimmen gewinnen könnte.

Die spannenden Fragen bei der morgigen Wahl sind: Wollen die Iren eine Einparteienregierung, und: Was wählen am Ende all die enttäuschten Fianna-Fail-Anhänger, wenn es in der Wahlkabine wirklich darauf ankommt, das Kreuzchen definitiv woanders zu machen als bei der ewigen Regierungspartei?

Enda Kenny jedenfalls geriert sich bereits jetzt wie der neue Taoiseach (das ist die irische Bezeichung für Irlands Regierungschef). Er kündigte weitere harte Belastungen für die Bürger und Nachverhandlungen mit den Kreditgebern des Landes an, um die dramatische Schuldenkrise zu meistern, aber auch einen wirklichen Neuanfang in vielen Bereichen: Seine Regierung soll endlich nationale Programmpolitik machen und mit der traditionellen Kirchturms- und Lokalpolitik der Wahlkreisabgeordneten radikal brechen. Die überflüssige zweite Parlamentskammer, der Senat soll genauso abgeschafft werden wie das Pflichtprüfungsfach Irisch an den Schulen.  Als erstes will Kenny nach seiner Amtübernahme alle Botschafter des Landes zurückrufen und sie auf den neuen politischen Kurs Irlands einstimmen.

Ein zarter Hauch von Aufbruchsstimmung weht über den Wahllokalen der Insel.

PS: Der Irland Blog berichtet in den kommenden Tagen ausführlich über den Ausgang der Wahlen. Wir greifen dabei vor allem auf die Auszählungs-Daten bei RTE.ie und irishtimes.com zurück. Wer das Wahlsystem und das Auszählverfahren beser verstehen will: Auf Bernd Bieges Droichead Net findet man eine leicht verständliche und anschauliche Erklärung.

Das schönste Irland-Foto - Wer hat es?

Gewinnen Sie einen Wander-Urlaub in Irland. 

Morgen ist Einsendeschluss: Wir suchen das schönste IRLAND-FOTO 2011. Das Foto soll Landschaft und Natur zeigen. Das Foto kann beim Wandern, beim Radeln oder faul-faul aus dem Auto heraus aufgenommen sein. Egal: Es soll die faszinierende Natur Irlands auf schönste Weise zeigen.  Ein Regenbogen, das Meer, ein Berg, eine Aussicht vom Berg herunter, eine Wiese, typisch irische Tiere, eine Flußlandschaft, oder . . .  Wer uns das beste Foto schickt, kann gewinnen:

Die Gewinnerin, der Gewinner, nimmt kostenlos an der Irland-Wanderwoche 
von "Wanderlust" vom 23. - 30. April 2011 in Glengarriff, West Cork teil 
(Nähere Informationen zu den Wanderferien gibt es weiter unten im Text). 

Und was machen Menschen, die noch nie in Irland waren, aber gerne teilnehmen möchten? Sie schicken uns einfach ein schönes Landschafts-Foto von ihrem Heimat- oder Wohnort.  

Die Teilnahme ist ganz einfach: Das digitale Foto in eine E-Mail packen, das Aufnahmedatum und den Ort aufschreiben, dazu den eigenen Namen und die Adresse, sowie eine kurze Beschreibung, warum dieses Foto ein besonderes Foto ist. Das ganze formlos und flink online per E-Mail senden an: info@wanderlust.ie

Das Kleingedruckte: Einsendeschluss ist der 25. Februar 2011. Der Gewinner wird so ermittelt: Aus allen Einsendungen wählt eine Jury die fünf besten Motive aus. Das Gewinnerfoto wird unter diesen fünf Aufnahmen ausgelost. Einen Rechtsweg gibt es nicht, genauso wenig wird der Preis in bar ausbezahlt. Der Preis hat einen Wert in Höhe von 350 Euro. Der Gewinner nimmt kostenlos an allen geführten Wanderungen der Wanderwoche teil. Es entstehen lediglich Übernachtungskosten zum Selbstkostenpreis im Doppelzimmer sowie für die eigene Verpflegung. Alle Teilnehmer am Foto-Wettbewerb sind mit der Veröffentlichung der eingesandten Fotos einverstanden. Jede TeilnehmerIn kann maximal drei Fotos einsenden. 
Viel Spaß und schöne Fotos wünschen wir Euch und uns!


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Wanderlust: www.irland-wandern.de :: Service-Tel. Deutschland: 089 89623290


Fotos: Peter Zoeller (oben); Markus Baeuchle (unten)

Mittwoch, 23. Februar 2011

Lesetipp: Merian Magazin Irland

Merian galt immer als der Mercedes unter den Reisemagazinen. Dem Zug der Popularisierung und der Verflachung konnte sich das monothematische Premium-Reisemagazin im Lauf der Jahrzehnte allerdings auch nicht entziehen. Das macht auch das neue Themenheft Irland deutlich, das der Jahreszeiten Verlag jetzt auf den Markt brachte. Es ist das fünfte Heft über Irland seit dem Jahr 1959 – und natürlich hat die Sprache des Marketings und des Verkaufens auch in den redaktionellen Beiträgen des Merian Irland fröhlich Einzug gehalten.

Das einleitende Editorial des Chefredakteurs könnte unerkannt eine edle Broschüre des irischen Fremdenverkehrsamts schmücken. Die Beiträge über die Sonnenseiten Irlands, das muss man geradezu bewundern, brillieren durch die Kunst des Weglassens und des Ausblendens. So wie ein Fotograf heute den Strommasten aus dem herrlichen Foto vom Sonnenuntergang über der Galway Bay per Bildbearbeitung entfernt, so haben die Autoren wichtige Facetten der Realität in Irland gekonnt retuschiert. Oder gar nicht erst wahrgenommen. Das Stadtporträt von Dublin ist ein gutes Beispiel für die Kunst des Übersehens.

Respekt also vor der handwerklichen Leistung, und zudem: Das neue Merian Irland liest sich gut und flüssig. Es ist unterhaltsam und kurzweilig. Es beschreibt Irland in etwa so, wie es die eingefleischten Leser und Fans am Ende auch erleben wollen und werden. Und einige Perlen findet man zwischen all den schönen Landschaftsfotografien: Der Schriftsteller Hugo Hamilton erklärt uns das Wesen der Iren, und Ralf Sotschek, Irland-Korrespondent der taz, beschreibt gefühlig seine Wandlung zum Landei. Sotschek lebt seit 25 Jahren in Irland – und seit einiger Zeit in Irlands Westen im Burren. Warum? Lesen. In Papier für 7,95 Euro am Kiosk. In mehreren Auszügen kostenlos auch bei Spiegel Online oder bei Merian online.

Dienstag, 22. Februar 2011

Cover Songs: Am Sonntag wäre Kurt 44 geworden

Am vergangenen Sonntag wäre Kurt Cobain, der geniale Kopf von Nirvana, 44 Jahre alt geworden. Er ließ es bekanntlich nicht so weit kommen. Einen seiner besten Songs schrieb Kurt Ende 1992, nachdem er sich in den Schlafzimmerschrank eingeschlossen hatte: Heart Shaped Box. Cobains in Teilen rätselhafter Text ist den Frauen, dem Frauenkörper, wohl auch dem seiner Frau gewidmet. Courtney Love sammlte herzförmige Schachteln und schickte iihrem Geliebten einst einen dieser Behälter auf eine Tournee nach. In diese Heart Shaped Box legte Cobain seinen Abschiedsbrief im April 1994.

Und was hat das mit Irland zu tun? Wanderer-Sohn Chris (17, Gesang, Gitarre) und Sängerin Aine (sprich: Onja) haben dem idolisierten Kurt Cobain zu Ehren eine gefühlvolle Cover-Version des Liedes aufgenommen. Hört mal rein!



Lyrics:
She eyes me like a pisces when I am weak
I've been locked inside your Heart Shaped box for a weeks
I've been drawn into your magnet tar pit trap
I wish I could eat your cancer when you turn black

Hey! Wait!
I've got a new complaint
Forever in debt to your priceless advice
hey wait
I've got a new complaint
Forever in debt to your priceless advice
Hey!
Wait!
I've got a new complaint
Forever in debt to your priceless advice

...your advice 

Meat-eating orchids forgive no one just yet
Cut myself on Angel Hair and babys breath
Broken hymen of your highness I'm left black
Throw down your umbilical noose so I can climb right back

Hey! Wait!
I've got a new complaint
Forever in debt to your priceless advice
hey! Wait!
I've got a new complaint
Forever in debt to your priceless advice
Hey!
Wait!
I've got a new complaint
Forever in debt to your priceless advice
...Your advice

She has me like a pisces when I am weak
I've been locked inside your Heart-Shaped box for weeks
I've been drawn into your magnet tar pit trap
I wish I could Eat your cancer when you turn black

Hey! Wait!
I've got a new complaint
Forever in debt to your priceless advice
hey! wait!
I've got a new complaint
Forever in debt to your priceless advice
Hey! Wait!
I've got a new complaint
Forever in debt to your priceless advice
Your advice

Wahre Geschichten: Irland ist anders

Irland ist eben anders. Dieses große Wort hört man oft, wenn Deutsche sich über Irland unterhalten. Wenn man die ganzen Projektionen, die Wünsche, Sehnsüchte und Einbildungen, die ein solcher Satz enthalten mag, einmal nicht berücksichtigt: Ja, Irland ist anders. Anders als Deutschland, anders als die Erwartungen, die man und frau so hat, anders eben. Ein ganz normaler Tag im County Cork, drei Beispiele:

1. Beim Finanzamt: Wer als Freiberufler im Ausland lebt, hat mit Doppel-Besteuerungs-Abkommen und einschlägigen Formularen zu tun, um nicht im Herkunftsland und im  Aufenthaltsland gleichzeitig besteuert zu werden. Während deutsche Finanzbehörden und Unternehmen die Verfahren dieser Abkommen ernst nehmen und seriös bearbeiten, fragt mich die Finanzbeamtin im Finanzamt Cork nach dem Sinn. Warum soll sie das Formular abstempeln? Na, wenn sie es nicht weiß. Wo soll sie es abstempeln? Warum soll sie es eigentlich abstempeln? Die Dame blättert ratlos in dem Stapel Papier, dann seufzt sie "I don´t even try to understand it" - sinngemäß: "Ich werde erst gar nicht versuchen, das zu verstehen". Sagts, stempelt flink über die Papiere und bedankt sich für mein Kommen. Sie will mich und den Papierkram los werden. Gern geschehen.

2. Im Parkverbot am Flughafen: Iren sind die Weltmeister im Schlupflochspringen – und sie geben in der Alltags-Routine regelmäßig Trainingseinheiten für den Nachwuchs und für Zurückgebliebene. Offizielle Durchsage am Flughafen Cork: "This is an important information for all car owners leaving their vehicle unattended. Car clamping is in operation. Please return to your cars as quick as possible." ( Sinngemäß: "Dies ist eine wichtige Mitteilung für alle Autofahrer, die ihr Fahrzeug unbeaufsichtigt vor dem Terminal im Parkverbot geparkt haben. Kehren Sie sofort zu Ihrem Auto zurück"). Ist es nicht köstlich? Während die Polizei draußen gerade die Wegfahrsperren auspackt und schon saftige Beute wittert, warnt die Flughafenbehörde bußgeldgefährderte Autofahrer vor den bösen Buben mit den Parkkrallen. Hechel, Laufschritt, sekundengenaue Präzisionsarbeit. Gerade noch mal Glück gehabt.

3. Auf der Straße: Heimfahrt im Dunkel einer Regennacht. Vor uns am Straßenrand blitzen grelle Lichter auf. Eine Baustelle wahrscheinlich. Ein Unfall vielleicht. Wir kommen näher. In die Straße ragt eine große elektonische Warntafel, die üblicherweise über Baustellen, Umleitungen, Staus und Behinderungen informiert: Die Warnung blitzt in unseren Augen: "Vote No 1. O´Sullivan".  Wählt Nummer 1, O´Sullivan. Am Freitag wählt Irland ein neues Parlament. O´Sullivan gibt uns Erleuchtung und will dafür wieder Abgeordneter werden.

PS: Wir werden (ihn) nicht wählen. Nicht ihn, Christy O'Sullivan, den Fianna-Fail-Mann mit dem Fahrverbot, weil er als Regierungspolitiker alles mitverbockt hat. Und gar nicht – weil wir leider kein Wahlrecht haben. Genauso wenig wie 3,5 Millionen Iren, Menschen mit irischem Pass, die derzeit nicht auf der Insel leben. Wer das Land verlässt, gibt das Wahlrecht an der Grenzkontrolle ab. Von Briefwahl keine Spur. Irland. Einfach anders.

Sonntag, 20. Februar 2011

Diese Woche in Irland: Dublin rockt und lockt

Das Wichtigste auf einen Blick: Was in der vergangenen Woche in Irland geschah, lesen Sie heute in unserem Wochenrückblick. Irland Blog-Autor Dirk Huck berichtet aus Dublin über die wichtigsten Ereignisse auf der Insel.


Wahlkampf: Das Hauen und Stechen nimmt zu
Der Wahlkampf ging in seine vorletzte Woche. Das Hauen und Stechen nahm zu, die Wortgefechte wurden schärfer. Umfragen sehen weiterhin Fine Gael (ca. 38 Prozent) weit in Führung vor dem möglichen Koalitionspartner Labour (ca. 23 Prozent). Dahinter balgen sich die scheidende Regierungspartei Fianna Feil (ca. 12 Prozent) und Sinn Fein (ca. 10 Prozent) um die Rolle als stärkste Oppositionspartei. Fällt das Wahlergebnis ähnlich deutlich aus, wie die Umfragewerte andeuten, könnte Fine Gael unter Umständen sogar die alleinige Mehrheit im Parlament erlangen – etwas, das in Irland selten genug vorkommt. Sollten nur ein paar Stimmen zur Mehrheit fehlen, könnten mal wieder die Greens (ca. ein Prozent Zuspruch) lachender Dritter werden. Sie haben bereits ihre Bereitschaft zu einer Koalition mit Fine Gael signalisiert. Es bleibt spannend.


TV-Debatte der großen Fünf
Der Autor: Dirk Huck.
Dirk schreibt einen eigenen Blog.
Am Montag trafen sich die Vorsitzenden der fünf großen Parteien, Enda Kenny von Fine Gael, Micheál Martin von Fianna Fáil, Eamon Gilmore von Labour, John Gormley von den Grünen und Gerry Adams von Sinn Fein, zum Schlagabtausch im TV. Das war die Gelegenheit für viele Wähler und Wählerinnen, sich ein persönliches Bild von den Führern und deren Parteiprogrammen zu machen. Allerdings offenbarte die mit Spannung erwartete TV-Debatte wenig Neues. Vielmehr nutzten die Parteivorsitzenden die Sendezeit, unablässig ihre Maßnahmenkataloge herunterzuleiern und mit teilweise recht fadenscheinigen Zahlenspielereien zu belegen (Gerry Adams: "Es gibt 250.000 kleine und mittelgroße Unternehmen in Irland. Wenn jedes auch nur einen einzigen Arbeitsplatz schafft, hätten wir das Arbeitslosenproblem fast gelöst"). War es bezeichnend, dass Enda Kenny in der Runde in der Mitte stand? Und soll es uns etwas sagen, dass die möglichen Koalitionspartner Kenny und Gilmore mehr als 80 Prozent ihrer Redezeit dazu verwendeten, die Argumente des jeweils anderen zu verreißen? Einen klaren Gewinner sah die Debatte übrigens nicht.


Wer nicht mehr zur Arbeit geht, geht zur Post. Dort wird die Sozialhilfe ausbezahlt.
Positives vom Arbeitsmarkt
Zwei erfreuliche Meldungen vom Arbeitsmarkt: Online-Zahlungs-Dienstleister PayPal kündigte an, 150 neue Stellen in der Europa-Zentrale in Blanchardstown im Norden von Dublin zu schaffen. Ferner will Europas gröflter Zoofachhandel Maxi Zoo zwei weitere Filialen in Maynooth (Co. Kildare) eröffnen und 50 neue Arbeitsplätze schaffen. Zusammen immerhin 200 neue Arbeitsplätze für Irland. 


Irlands zunehmendes Problem
Aufmerksamen Touristen wird es nicht entgangen sein: Die Zivilisationskrankheit Fettleibigkeit hat längst auch Irland erfasst. Fast zwei Drittel der Erwachsenen und jedes fünfte Kind gelten als übergewichtig bis fettleibig. Letzte Woche wurde eine neue Internet-Seite gestartet, um mehr Aufmerksamkeit auf dieses Problem in Irlands Gesellschaft zu lenken. Die Seite liefert aktuelle Statistiken und für Betroffene Hinweise zur Bekämpfung und zur Vermeidung von Fettleibigkeit.


Dublin rockt
Dublin bekommt seine eigene School of Rock. Englands führendes College für moderne Musik, das Brighton and Bristol Institute of Modern Music (BIMM), bietet demnächst auch in Dublin Studiengänge an, in denen man sich unter anderem zum Rockstar ausbilden lassen kann. Die neue Musikschule wird Platz für etwa 500 Studenten haben und vermutlich mehr als 90 Voll- und Teilzeitstellen schaffen. Das BIMM hat bereits Musikgrößen wie The Kooks and Kate Walsh hervorgebracht.


Viel zu sehen in Dublin
Filmfans aufgepasst: Am Donnerstag startete das diesjährige Dublin International Film Festival. Auf dem größten Festival seiner Art in Irland werden über einen Zeitraum von elf Tagen zahlreiche nationale und internationale Produktionen gezeigt, denen die großen Filmverleiher sonst leider zu wenig Beachtung schenken. Die Schauspieler Martin Sheen, Emilio Estevez und Kevin Spacey haben ihren Besuch des Festivals angekündigt und bringen ein wenig Hollywood-Flair nach Dublin. Unter dem Label "Out of the Past" werden Klassiker wie "The African Queen", "The Bridge on the River Kwai" und Volker Schlöndorffs "The Tin Drum" (Die Blechtrommel) gezeigt. Ein Besuch lohnt sich also.


Herrchen rettet Welpen mit Mund-zu-Schnauze-Beatmung
Die kurioseste Story der Woche: Ein irischer Hundezüchter reanimierte einen fast ertrunkenen Welpen mit Mund-zu-Schnauze-Beatmung. Der acht Wochen alte Jack-Russel-Welpe war in einen Gartenteich gefallen. Durch das aufgeregte Gegacker seiner Hühner alarmiert, kam der Hundezüchter gerade noch rechtzeitig, um den ertrinkenden Hund zu retten. Zehn Minuten dauerte die Reanimation, bei der Herrchen auch die Mund-zu-Schnauze-Beatmung anwendete. Mit Erfolg: Der kleine Welpe ist inzwischen wieder gesund und munter und tobt im Garten umher. Um den Teich macht er allerdings einen großen Bogen.

Samstag, 19. Februar 2011

Soll Irland die Cliffs of Moher verkaufen?

Ein hochbezahlter Beamter der Europa-Bürokratie hat den am Geldtropf Europas hängenden Griechen vor einigen Tagen empfohlen, sie sollten ihre herrlichen Strände verkaufen, um aus den Schulden zu kommen und wieder flüssig zu werden. Und die Inseln vielleicht gleich dazu? Diese Ausverkaufs-Gesinnung, die die helfende Hand aus Brüssel und Washington (IWF) lenkt, wurde auch in Irland mit Misstrauen registriert. Werden jetzt als nächstes die natürlichen Resourcen des Landes verhökert und verscheppert? Einzelne Ökonomen rufen schon die Bürger an die Wahlurnen, fordern eine außerordentliche Volksabstimmung über das eigene Schicksal.

Es ist bekannt, dass starke Wirtschaftsländer bereits seit Jahren systematisch und massenhaft fruchtbare Landwirtschaftsflächen in anderen Ländern aufkaufen, um sich die Lebensmittelproduktion der Zukunft zu sichern. Wir wissen von der großen Shopping-Tour Chinas, das in Afrika Hektar um Hektar Agrarland aufkauft, um die Versorgung der eigenen Beöllkerung zu sichern. Folgt diesem Agro-Neo-Imperialismus nun die kulturelle Variante? Läuft Irland Gefahr, dass die Cliffs of Moher bald den Chinesen gehören und von diesen vermarket werden? Dass das finanzielle Hilfsangebot der Japaner nur darauf abzielt, sich den Rock of Cashel unter den Nagel zu reißen? Dass die Amerikaner bald Bunratty Castle, die Aran Inseln und Blarney Castle zum 51. Bundesstaat ernennen? Und dass Inch Beach an ein indisches Konsortium verzockt wird?

Das Szenario scheint übertrieben. Das Privateigentum regiert Irland schon seit Jahrzehnten. Wesentliche Teile der berühmten Berge in Kerry gehören einer deutschen Industriellenfamilie, große Flächen im südwestlichen West Cork sind ebenfalls fest in deutscher Hand. Irische Privateigentümer bestimmen über die schönsten Landspitzen der Insel. Gemeinde-Eigentum und öffentliches Land sind die seltene Ausnahme.

Und doch macht der Ruf nach einer Volksabstimmung Sinn. Irland muss sich von der erdrückenden Schuldenlast befreien, die dem Land und seinen Bürgern von der eigenen Regierung, der Europäischen Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds IWF aufgebürdet wurden. Die Bürger der Insel haben diese Schulden nicht alleine aufgehäuft. Wieso sollen sie diese monströsen Milliardensummen deshalb alleine begleichen und das Land damit in die dunklen 50er-Jahre zurück katapultieren?

Freitag, 18. Februar 2011

Mein Irland: Fotos von Andreas Riemenschneider

Andreas Riemenschneider  kam im Jahr 2001 aus Deutschland nach Irland. Er arbeitet beim irischen TÜV, dem NCT. Andreas lebt in Kinvara in der Bucht von Galway, nur einen Steinwurf vom Wasser und vom Burren entfernt. Er erzählt uns seine Geschichte, wie er nach Irland kam, wie er zu Irland steht – er zeigt uns seine Irland-Fotos und schreibt über sein Hobby Fotografie. Er beginnt mit Eindrücken vom Meer und der menschlichen Fortbewegung auf dem Meer: Bootfahren!


Andreas Riemenschneider

Eigentlich kam ich eher zufällig nach Irland. Es hätte auch Spanien oder Australien werden können. Ich wollte mich beruflich verändern zu dem Zeitpunkt. Ein sehr guter Freund erzählte fortwährend vom Keltischen Tiger in Irland, den tollen Jobmöglichkeiten, und so ging die Reise im August 2001 los. Ganz ehrlich, ich hatte Irland damals nicht auf dem Radar. Es war definitiv nicht mein Traumausreiseziel. Klar, ich fand die ganze Sache sehr spannend, aber ich hatte kein spezielles Blid von Irland im Kopf. Rückblickend muss ich sagen, das war auch gut so. Viele Auswanderer haben eine kleine Traumwelt im Kopf und versuchen dann mit der Brechstange, die irische Realität und ihre Traumwelt im Kopf in Einklang zu bringen. Ich liebe Irland bis heute nicht. Liebe ist für mich der falsche Begriff, mein Verhältnis zur Insel zu beschreiben. Auch machen mir Leute ein wenig Angst, die Irland nur von einigen Urlauben kennen, es aber aber bedingungslos "lieben". Ein Land ist mehr als nur Landschaft. Ich lebe sehr, sehr gern in Irland, ich geniesse es, so nah am Meer zu wohnen, in einer der faszinierendsten Landschaften Europas, aber es gibt einige Aspekte an Irland, die ich nicht bedingungslos lieben kann.

Ich hatte schon immer ein Interesse an Fotografie, fing aber erst im Jahr 2005 an, mich intensiver damit zu beschäftigen. Wie die meisten Amateure habe auch ich mit Landschaftsfotografie begonnen. Beruflich war ich zu der Zeit in einer sehr günstigen Position, ich hatte einen gut bezahlten Job und jede Menge Freizeit in der Woche. Was lag also näher, als das Stativ und die Kamera ins Auto zu packen und einfach loszufahren. Was dabei herauskam war übrigens in den meisten Fällen nicht so berauschend. Flache, übersättigte Landschaftsaufnahmen, besser als die vieler Urlauber, aber nicht kitschig genug für den berüchtigten John-Hinde-Kalender.

Das alte Boot vor der Haustür in Kinvara - im Sonnenaufgang.

Gegen kitschige Landschaften habe ich im Prinzip nichts, mache ich heute auch noch ab und zu, aber wenn dann bitte richtig kitschig. Im Moment ist es doch so: Die meisten Bilder, die man von Irland zu sehen bekommt, sind von den immer gleichen Aussichtspunkten entlang der klassischen Routen aufgenommen. Dabei ist es oft so einfach, da Abwechslung rein zu bringen. Zehn Meter laufen, sich bewegen, einen besseren, Standort suchen, sich eben nicht auf die gleiche von Tausenden schon platt getrampelte Stelle zu stellen, mehr braucht es gar nicht.

Das alte Boot vor der Haustür in Kinvara –  in schwarz-weiß.

Die Bilder, die ich aus Irland zeigen will, haben mit dem Meer zu tun: Wir wohnen nahe am Meer. Kinvara hat eine lange maritime Tradition, deshalb zeige ich Boote. Einige Aufnahmen sind von der letzten Hooker-Regatta, das verlassene Boot liegt quasi direkt bei uns vor der Haustür. Die übrigen Fotos stammen vom Volvo Ocean Race (VOR) 2009. Das VOR ist eine um die Welt ziehende Regatta von speziell für dieses Rennen gebauten Rennyachten. Galway war 2009 einer der Etappenhäfen des VOR, 14 Tage sollte der Aufenthalt der Segler in Galway dauern. Für mich war dieses Rennen das Highlight meiner Zeit in Irland. Perfekte Organisation, eine unbeschreiblich schöne Atmosphäre in der Stadt, die kostenlosen Konzerte draußen, besser hätte es für Galway damals nicht laufen können. Der Funke sprang auch auf die Organisatoren des Ocean Race über: Als die Boote nach 14 Tage Galway verliessen, war das schon ein sehr emotionaler Abschied.

Das Volvo Ocean Race – Gänsehaut pur!

Aber: Die Geschichte geht weiter. Galway hat es geschafft, auch beim nächsten VOR dabei zu sein, dann sogar als Zielhafen des Gesamten Rennens. Im Juli 2012 kommen die schnellen Segler zurück in Irlands Westen. Ich werde wieder dabei sein, und hoffentlich wieder einen Platz auf einem Begleitboot beim Rennen erwischen. Beim letzten Ocean Race hatte ich das grosse Glück, einen Platz auf einem Boot zu erwischen. So war ich hautnah dabei, als das Rennen neu gestartet wurde. Das war Gänsehaut pur.

Das Volvo Ocean Race gastierte 2009 in Galway, der City of The Tribes

Alljährlich findet in Kinvara das "Cruinniú na Mbád", die Zusammenkunft der Boote statt. Bei den Booten handelt es sich um traditionelle Galway Hooker, einen Bootstyp, der über die Jahrhunderte hinweg in der Region in Gebrauch war. Seine Bedeutung als Handelsboot, welches hauptsächlich zum Transport von Torf benutzt wurde, haben die Hooker zwar schon seit Jahrzehnten verloren, aber die Tradition der schwarzen Hooker mit ihren markant roten Segeln, wird von Bootsenthusiasten bis heute am Leben erhalten.

Die Galway Hooker – schwarze Handelsboote mit roten Segeln.

Bei der Zusammenkunft der Boote in Kinvara kann man die imposanten Segler bei mehreren  Regatten bewundern. Im vergangenen Jahr spielte auch das Wetter mit, und ein stetiger Wechsel von Sonne und leichtem Regen sorgte für interessante Lichtverhältnisse. Wer Interesse an irischer, maritimer Geschichte hat, sollte sich das Wochenende vom 12.bis 14. August 2011 vormerken, dann findet die nächste Zusammenkunft der Hooker statt. Und nicht vergessen: Im Juli 2012 – Volvo Ocean Race in Galway.

Alle Fotos: ⓒ 2010-2011 Andreas Riemenschneider   

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